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geguckt & gedruckt: „Facebook – Milliardengeschäft Freundschaft“ (Eine Reportage der ARD)

geguckt & gedruckt: „Facebook – Milliardengeschäft Freundschaft“

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Es gibt drei Arten von Menschen: A.) Leute, die Facebook kennen und hassen. B.) Leute, die Facebook kennen und lieben. C.) Leute, die keine Ahnung von Facebook haben und sich deshalb davor fürchten.

Philipp Schockenhoff aus Wietzen.

Okay, eigentlich sind es vier Arten, aber die Buschvölker, die nicht wissen, was Facebook überhaupt bedeutet, sind für meinen Text irrelevant. Ich denke, die ARD macht ihre Infosendungen für Typ A und C. Ich selbst – kein großer Fan von Facebook, aber im Besitz eines Profils – guckte mir mit müden Augen die Sendung „Facebook. Milliardengeschäft Freundschaft“ an.

Um es kurz zu machen: Ich war nicht begeistert. Vielmehr war ich genervt von der belehrenden Art und dem Fakt, dass mir entweder alle erzählen, wie schlimm oder eben, wie großartig Facebook ist. Wie alles auf der Welt ist Facebook Fluch und Segen gleichzeitig – so wie Auto fahren. Es bringt einen schneller von A nach B, ist praktisch, aber saugefährlich, und jeder Mensch weiß das auch. Lässt man es darum? Natürlich nicht! „Aber“, werden jetzt manche sagen, „ich muss das Auto einfach benutzen, um zur Schule oder Arbeit zu kommen.“ Bullshit. Wir könnten in den meisten Fällen auch Fahrrad, Bus oder Zug fahren. Mit Facebook ist es dasselbe – es kann gefährlich sein. Aber es hilft heute einfach in vielen Fällen, wenn man ein Profil hat. Vielleicht ist es irgendwann mal soweit, dass man bei einem Bewerbungsgespräch danach beurteilt wird, wie viele Facebook-Freunde man hat. Oder dass man noch komischer angeschaut wird als heute schon, wenn man kein Profil besitzt. Ich zähle wahrscheinlich zum Typus B.

Obwohl ich kein großer Fan bin, speziell von diesem sozialen Netzwerk nicht. Aber ich weiß, was es alles leisten kann. Was man natürlich beachten sollte, ist die Facebook- Schattenseite: Dass sämtliche Daten gespeichert werden. Und auch dann gespeichert bleiben, wenn man sie löscht. Man muss sich darüber klar sein, dass Facebook nun mal von Werbung und dem Verkauf von Daten lebt. All die Sorgen rund um das Netzwerk sind darum also wichtig und richtig – aber muss man sich deshalb gleich komplett verschließen? Kann man sich überhaupt noch verschließen? Klar kann man das. Melde Dich halt nicht an, muss ja jeder selber wissen. Ein wichtiger Rat, der mir mal gegeben wurde, ist: Überleg Dir bei allem, was Du reinstellst, vorher, ob Du es so auch Deiner Familie zeigen würdest.

Ob Du Dich schämen würdest, wenn es später mal Deine Kinder entdecken? Und ob Du es mit 30 Jahren wohl auch noch cool findest? Wenn ich aber mahnende Sendungen wie diese ARD-Doku sehe, meldet sich die gewohnte Jugenddummheit bei mir. Die meisten von Euch kennen das bestimmt: Wenn so penetrant vor etwas gewarnt wird, dass man es am liebsten einfach machen würde, nur um das Gegenteil zu tun. Also, Ihr Doku-Redakeure: Lasst bitte den nervigen Zeigefinger bei solchen Reportagen stecken. Denn damit erreicht Ihr nur die, die sowieso schon geängstigt sind und die das Thema gar nicht betrifft. Informieren ist eben nicht bewerten.

Philipp Schockenhoff aus Wietzen

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