Ingelheim - Das hohe Bildungsniveau in Deutschland ist für Manager nach wie vor ein großer Standortvorteil. Noch fänden die Firmen genügend Fachkräfte. Doch die Unternehmer warnen auch.

© dapd
Das Interesse an Naturwissenschaften nimmt ab.
“Der Ausbildungslevel in Deutschland ist hervorragend“, sagte Wolfram Carius, in der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim verantwortlich für Produktion und Personal. Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern finde noch genügend Fachkräfte.
“Das sollte im Umkehrschluss jedoch auf keinen Fall heißen, dass wir hier nicht ein Thema sehen oder dass das Thema nicht ein wichtiges für Deutschland ist und wird“, betont der Manager in Ingelheim. “Wir müssen uns um das Interesse beispielsweise für Naturwissenschaften massiv kümmern.“
Dieses Engagement fange schon in der Schule an. Schüler mit Migrationshintergrund müssten mehr gefördert und in eine Willkommenskultur für Akademiker investiert werden, die aus dem Ausland zurückkommen, forderte der Manager. “Da muss man etwas tun, denn das ist der Rohstoff, den Deutschland braucht. Unbedingt.“
Forschung und Entwicklung soll nach den Worten von Carius weiter hauptsächlich in Deutschland verankert sein. “Die innovativsten Themen, die machen wir hier.“ Dies werde sich auch nicht mit Standorten wie in China ändern. Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern hatte kurz vor Weihnachten Millioneninvestitionen in seinen Produktionsstandort in Shanghai angekündigt.
Der Forschungs- und Entwicklungsanteil sei in der Pharmaindustrie weit höher als in allen anderen Industriezweigen, betonte der Manager. Er liege beispielsweise mehr als doppelt so hoch wie im Maschinenbau.
dpa
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