Die Bremer Krimiautorin Rose Gerdts-Schiffler las in Oyten aus ihrem neuesten Roman

Wenn „Ehrenhüter“ Katastrophen auslösen

Rose Gerdts-Schiffler las in der Oytener Bücherei aus ihrem neuen Kriminalroman „Ehrenhüter“.

Oyten - (kr) · Die gespenstische und doch reale Kulisse des U-Boot-Bunkers Valentin in Bremen-Farge ist Mittelpunkt eines spannenden Kriminalromans aus der Feder der Bremer Journalistin, Sozialwissenschaftlerin und Autorin Rose Gerdts-Schiffler.

Am Donnerstagabend las sie in der Oytener Gemeindebücherei aus ihrem neuesten Werk mit dem Titel „Ehrenhüter“, das sich mit dem Phänomen der sogenannten „Ehrenmorde“ in muslimischen Familien mitten in Deutschland beschäftigt.

Vor dem realen Hintergrund des Doppelmordes an einem jungen türkischen Paar am Bunker Valentin, bei dem zwei junge Menschen, die aus der Sicht ihrer Familien nicht füreinander bestimmt waren, ihr Leben lassen mussten, erfand Rose Gerdts-Schiffler eine Handlung, die das Thema „Ehrenmord“ aufgreift und den Blick sowohl auf kurdische Familien in Deutschland als auch auf die Arbeit der Polizei richtet. Das fiktive Ermittlerteam aus der iranisch-deutschen Kommissarin Navideh Petersen und ihrem Kollegen Frank Steenhoff wird zum Bunker gerufen: Eine junge Türkin liegt tot am Weserstrand.

Im Vorfeld beleuchtet die Autorin die Familienverhältnisse von Nilgün, die mit ihren Eltern, zwei Brüdern und einer jüngeren Schwester in Schwachhausen lebt. Während der Vater despotisch die Familie regiert, versteht die Kopftuch tragende Mutter sich devot unsichtbar zu machen, wenn das Familienoberhaupt in Zorn gerät. Dass Nilgün, die das Gymnasium besucht, ihr Familienleben als mittelalterliches Frauengefängnis bezeichnet, offenbart sie nur ihrer kleinen Schwester. Auch dass sie die Todsünde begeht, sich ihrem deutschen Freund hinzugeben, erfährt nur sie. Als Nilgün eines Tages nicht von der Schule nach Hause kommt, nimmt die Katastrophe ihren Lauf. Außer sich vor Wut versucht der Vater, Informationen aus seiner jüngsten Tochter herauszuprügeln, und geheimnisvoll miteinander sprechend sitzen die Brüder später mit dem Vater am Tisch. Als die Ermittler die Nachricht bringen, dass Nilgün ermordet am Bunker aufgefunden wurde, wirft die Reaktion der Angehörigen Fragen auf, denn nur die Mutter und die Schwester trauern um die Tote; den männlichen Familienmitgliedern geht ihre Ehre über alles, als herauskommt, dass Nilgün schwanger war...

Mit Auszügen aus Nebenschauplätzen des Romans erzeugte Rose Gerdts-Schiffler eine fast atemlose Spannung unter den Besuchern in der Bücherei. Nachdem die junge Nilgün den Tod gefunden hatte, ging das kurdische Familiendrama weiter. Mit ein paar Seiten riss die Autorin an, dass auch die jüngste Tochter der Familie von ihren eigenen Leuten mit dem Tod bedroht wurde, weil sie Hilfe bei ihrer Lehrerin suchte. Natürlich war die Lesung als Appetitmacher auf das Buch gedacht und dementsprechend kurz waren die Ausführungen, so dass einige Zuhörer sich am Schluss gleich in die Warteliste für das Bücherei-Exemplar eintragen ließen.

Der Schwerpunkt der Arbeit von Rose Gerdts-Schiffler liegt bei Kriminalphänomenen und deren Ursachen. Dabei stellt sie immer wieder fest, dass bestimmte Warnsignale oft jahrelang übersehen oder von der Justiz als Bagatelldelikte abgetan werden. „So reifen unbemerkt von der Öffentlichkeit gefährliche Persönlichkeiten heran, deren Fantasien eines Tages tödlicher Ernst werden“, erklärte die Autorin.

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