Breitbandversorgung: Gemeinde und Kreis wollen letzte Lücken schließen

Weiße Flecken verschwinden

Thomas Kattwinkel und Marco Bungalski zeigen Karin Meyer und André Schubert (v.l.) einen Outdoor-DSLAM. ·
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Thomas Kattwinkel und Marco Bungalski zeigen Karin Meyer und André Schubert (v.l.) einen Outdoor-DSLAM. ·

Hülsen · Schnelles Internet – in Ballungszentren ist das, sofern man über die notwendige technische Ausstattung verfügt, kein Problem. Im ländlichen Raum sieht es da schon ganz anders aus: Die Entfernungen sind groß, Leitungen können deshalb nur mit erheblichem finanziellen Aufwand gelegt werden – und das für vergleichsweise wenige Kunden.

Deswegen bekamen in den vergangenen Jahren Netzanbieter in unterversorgten Gebieten Fördergelder für den Ausbau. Das Projekt hat sich bezahlt gemacht. Weiße Flecken in der Gemeinde Dörverden gibt es kaum noch.

„Hätten wir dem Markt freien Lauf gelassen, hätte sich hier wahrscheinlich gar nichts getan“, weiß André Schubert, Fachdienst Wirtschaftsförderung beim Landkreis Verden.

Gemeinsam mit Bürgermeisterin Karin Meyer nahm er jetzt in Hülsen einige neue so genannte Outdoor-DSLAMs (kurz für Digital Subscriber Line Access Multiplexer) in Augenschein, die von einem örtlichen Netzbetreiber, der Marco Bungalski GmbH, aufgestellt wurden. Die grauen Kästen am Straßenrand sind unscheinbar, aber sie haben es in sich. „Durch die Installation der DSL-Technik wird die Länge der Kupferleitungen zwischen Vermittlungsstelle und Kunden enorm verkürzt, wodurch die hohen Geschwindigkeiten möglich werden. Die Ortschaften Hülsen, Barnstedt und Borstel wurden bisher über Westen versorgt, das ist jetzt nicht mehr notwendig“, erklärt Thomas Kattwinkel, Mitarbeiter des Netzbetreibers.

Die Marco Bungalski GmbH ist eine von mehreren Firmen, die Fördergelder von Land, Kreis und Kommune in Anspruch genommen haben. „Ein wirtschaftlich sinnvoller Ausbau ist“, so Geschäftsführer Marco Bungalski, „leider auch mit größter Anstrengung nicht möglich. Deckt der zu erwartende Gewinn die Investitionskosten absehbar auch in den kommenden Jahren nicht, nennt man das Wirtschaftlichkeitslücke.“ Die habe durch die Förderung gefüllt werden können.

Es wurde natürlich nicht nur der Netzausbau im Bereich Hülsen gefördert. In Barme beispielsweise bekam die Firma Vodafone Zuschüsse, allerdings für eine andere Technik. Dort wird ein Funkmast im Bereich der Kaserne für eine Richtfunkübertragung genutzt.

Für die Schließung der letzten großen Versorgungslücke im Bereich Hülsen, Barnstedt, Borstel hat die Gemeinde Dörverden ungefähr 4000 Euro investiert, 24 000 Euro kamen vom Landkreis, der Rest der 110 000 Euro teuren Maßnahme sind Landesmittel. „Es ist wichtig, dass der ländliche Raum nicht abgehängt wird. Mit dieser Maßnahme haben wir ein gutes Niveau in der ganzen Gemeinde erreicht“, so Bürgermeisterin Karin Meyer beim Ortstermin mit Bungalski. Der lobt das Projekt: „Es ist super gelaufen. Kreis und Kommune haben sich sehr engagiert. Und auch die Bürger haben uns beim Ausbau großes Verständnis entgegengebracht.“

Wer sich bisher über langsame Verbindungen geärgert hat, für den wird sich allerdings kaum etwas ändern: Wer eine schnelle Verbindung haben will, der braucht neben der richtigen Ausstattung gegebenenfalls auch einen neuen Anbieter.

Wer mehr über die Verfügbarkeit von schnellen Internetzugängen an seinem Wohnort erfahren will, findet Hilfe im Breitband Kompetenz Zentrum, Telefon 04795/9571150. · rei

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