Ott Fahrzeugbau setzt auf Technologietransferangebot 

Verdener Firma macht Lastfahrzeuge mit Anhängern sicherer

Das Windenfahrzeug wurde für einen Kunden in Algerien gefertigt. Landrat Peter Bohlmann, Arne Engelke-Denker, Dieter Bergstedt, Maren Wülpern und Bernd Schmidt (v. l.). - Foto: Haubrock-Kriedel

Verden - Auch Handwerksbetriebe können vom Technologietransfer der Wirtschaftsförderung profitieren. Das beste Beispiel für die Zusammenarbeit mit dem Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW) ist die Firma Ott Fahrzeugbau Verden GmbH. Davon überzeugten sich Landrat Peter Bohlmann, Maren Wülpern Fachienst Wirtschaftsfördrung Landkreis Verden), Arne Engelke-Denker (Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW) und Bernd Schmidt (Wirtschaftsförderung Stadt Verden) beim Firmenbesuch.

Ob LKW mit Ladehilfen, Kasten- und Lieferwagenausbau oder auch Kommunalfahrzeuge, Ott Fahrzeugbau passt die Fahrzeuge den individuellen Wünschen der Kunden an. „Der überwiegende Teil aller Nutzfahrzeuge verlässt das Werk lediglich als Fahrgestell mit Fahrerhaus, wir fertigen daraus ein auf den jeweiligen Einsatzzweck abgestimmtes Fahrzeug“, so Dieter Bergstedt, seit 2007 alleiniger Geschäftsführer von Ott Fahrzeugbau. Zum Leistungsspektrum zählen Servicearbeiten und Reparatur von Nutzfahrzeugen aller Art sowie der Neubau von Spezial-Aufbauten für LKW und Anhänger. „Ein sehr spannendes Geschäftsfeld, weil jeder Auftrag auch eine besondere Herausforderung beinhaltet, da eben nicht Lösungen von der Stange gefragt sind“, berichtet Bergstedt.

Auch Sicherheitsaspekte gehören zu diesen Herausforderungen. Als Beispiel nennt Bergstedt spezielle Transportanhänger mit Kofferaufbau und Tandemachsen für eine renommierte Drogeriekette. Bei Teilbeladung neigen diese Anhänger während der Fahrt zum Pendeln. „Dies kann man auf unseren Autobahnen auch häufig bei Wohnwagengespannen beobachten, wenn das Zugfahrzeug nicht die notwendige Stützlast aufweist oder zu schnell fährt“, erklärt der Fachmann.

Im schlimmsten Fall führe dieses Aufschaukeln zu einem Unfall. Um dem Effekt entgegen zu wirken, hat sein Unternehmen die Achslage des Anhängers verändert. „Unser Kunde hat zwar bestätigt, dass die Pendelneigung durch den größeren Achsabstand minimiert wurde, aber der Reifenverschleiß erhöht sich“, berichtete Dieter Bergstedt. „Die Problematik des Aufschaukelns ist generell ein schwieriges Thema für das es kein Patentrezept gibt. Daher stand es für uns außer Frage, dass wir an diesem Punkt auch externes Wissen für weitere Überlegungen zu Rate ziehen sollten“, berichtet Bergstadt.

„Es ist auch für findige Unternehmen nicht einfach, im Alltagsgeschehen und neben dem Tagesgeschäft Entwicklungen voranzutreiben oder Bestehendes zu optimieren“, weiß Maren Wülpern. „Insbesondere bei technologischen Fragen empfehlen wir daher die Kontaktaufnahme zu unserem Kooperationspartner, dem TZEW in Stade.“

Ein Angebot, dass auch Dieter Bergstedt annahm. Das TZEW vermittelte einen Experten der Fakultät für Fahrzeugtechnik der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften. „Die Beratung hat uns viel gebracht“, so Bergstedt. Mit dem Experten seien bereits innerhalb des Gespräches sehr sinnvolle und umsetzbare Lösungsansätze gefunden worden. Die Entwicklung einer Pendelerkennung, die als Sensor am Heck des Zugfahrzeugs angebracht wird und bereits erste minimale Pendelbewegungen an den Fahrer meldet, stieß bereits auf positive Resonanz beim Kunden.

Testphase per Rechnersimulation

In einer weiteren Testphase werden jetzt mittels einer Rechnersimulation weitere Lösungsansätze dargestellt, ohne auf aufwendige Messtechnik und zeitraubende Fahrversuche zurückgreifen zu müssen. „Dank der detaillierten Erläuterungen des Experten haben wir nun einen guten Überblick darüber erhalten, was generell machbar ist. Basierend auf diesen Erkenntnissen ist für uns durchaus denkbar, ein Entwicklungsprojekt zu starten“, resümiert Bergstedt. „Ohne Unterstützung durch das TZEW hätten wir sicher viel Zeit und Mühen investieren müssen. Gerade für uns kleinere und mittlere Unternehmen, die im Gegensatz zu Großbetrieben nur eingeschränkt Zugang zu Hochschulwissen haben, bietet das Technologietransferangebot einen Mehrwert.“ - ahk

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