Ausführlich äußerte sich gestern am späten Nachmittag Neu-Eigentümer Meyer gegenüber unserer Zeitung zu den Plänen auf dem Gelände. „Mein vornehmliches Ziel ist es, die Gebäude zu erhalten“, betonte er. Was er und seine Frau dort planen, auch darüber gab der Geschäftsmann bereitwillig Auskunft. „Medizinische Angebote, Wellness, Hotellerie und Gastronomie mit Naherholung“, zählte er auf. Auch für die unterirdischen Kellerräume hat Meyer eine Verwendung, will sie, soweit möglich, als Weinkeller umnutzen. „Die Nazis sind weg. Wir wollen Dornröschen wieder aufwecken“, so Meyer. Einen Namen hat er für das Gelände schon gefunden: „Gut Ramdohr, in Anlehnung an ein altes Rittergut in Drübber.“ Gemeinsam erschließen will Meyer das Gelände mit finanzkräftigen Investoren. „Ich habe Kontakte in die Vereinigten Arabischen Emirate“, nennt er mögliche Finanzquellen.
Relativ zügig seien die Verhandlungen mit der Wilhelm-Tietjen-Stiftung über die Bühne gegangen. „Wir haben etwa drei Monate verhandelt“, berichtete Meyer. Über den genauen Preis wollte er auf mehrfache Anfrage keinerlei Auskunft geben. „Da wurde Stillschweigen vereinbart.“ Meyer war bereits im Jahre 2001 an den Gebäuden dran, kam damals aber nicht zum Zuge. Der Neo-Nazi und NPD-Rechtsanwalt Jürgen Rieger kaufte das Ensemble für die Wilhelm-Tietjen-Stiftung und wollte den Heisenhof für die Verwirklichung seiner rechtsradikalen Ziele nutzen. Jahrelang beschäftigte der Streit Medien, Gerichte und die breite Öffentlichkeit. In letzter gerichtlicher Instanz wurde schließlich die Abrissverfügung des Landkreis Verden für rechtens erklärt. Damit waren die Ansiedlungspläne der Nazis gescheitert. Nach dem plötzlichen Tod Riegers im Oktober 2009 war es dann ruhiger um das Gelände geworden.
Landrat Peter Bohlmann mochte sich mit den Plänen des Neu-Eigentümers nicht anfreunden: „Bei der politischen Vorgeschichte birgt das Vorhaben eine enorme Brisanz. Berücksichtigt werden muss, dass der Heisenhof für die Nazi-Szene deutschlandweit einen hohen Symbolwert besitzt. Wenn das jetzt geplante Projekt insolvent geht, ist zu befürchten, dass die Nazis erneut darauf zugreifen, und dann haben wir nichts in der Hand, das zu verhindern.“
















