Nach Piranhas gefischt / Johanna Friedrichs verbringt ein Jahr in Brasilien / Rotary-Kulturaustausch

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    • 30.08.12
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Johanna Friedrichs verbringt ein Jahr in Brasilien / Rotary-Kulturaustausch

Nach Piranhas gefischt

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Verden - Johanna Friedrichs hat ein Jahr in Brasilien gelebt. Die 16-Jährige Schülerin sprach nur gebrochen Portugiesisch, als sie in den Flieger nach Londrina stieg. „Nach sechs Monaten habe ich dann zum ersten Mal auf Portugiesisch geträumt“, sagt sie. „Und ich tue es heute noch.“

Johanna Friedrichs und ihre Gastschwester Victoria in Natal. Der nächste Besuch in Brasilien ist schon geplant.

© ksy

Johanna Friedrichs und ihre Gastschwester Victoria in Natal. Der nächste Besuch in Brasilien ist schon geplant.

Zu Beginn habe sie sich noch auf Englisch mit ihrer Gastfamilie verständigt. In der Schule und der Freizeit ging das leider nicht. „Viele Brasilianer können gar kein Englisch sprechen“, erzählt sie. Aber nach rund drei Monaten war das kein Thema mehr. „Dann konnte ich die Sprache fließend. Besonders die Vokabeln fürs Reiten hatte ich schnell drauf“, sagt die Pferdeliebhaberin. Das Hobby konnte sie auch in Südamerika ausüben. Bei zwei Turnieren ist sie gestartet und jedesmal kam sie auf den zweiten Platz. „Ich fand mich gut“, sagt die Schülerin stolz.

Johanna hat aber nicht nur den normalen Alltag in Brasilien kennen gelernt, sondern hat auch viel vom Land gesehen. Mit ihrer Gastfamilie war sie bei den Iguasu-Wasserfällen. Einen Monat fuhr sie mit anderen Austauschschülern quer durch Brasilien. Mit Stopps in Salvador, Jericoacoara und Rio de Janeiro. „Herrliches Wasser und tolle Strände haben wir gesehen. Typisches brasilianisches Flair, warme Abendluft, Palmen, lachende Menschen, haben wir erlebt. Und in jedem Lokal hört man die Trommeln“, schwärmt die Schülerin. Ganz besonders ist ihr dir Reise über den Amazonas im Gedächtnis geblieben. „Wir sind mit rosa Delphinen schwimmen gegangen, haben Piranhas gefischt und Indios besucht“, erzählt die Schülerin begeistert. „Wir haben in Hängematten auf dem Boot geschlafen. Die erste Nacht war unbequem. Danach war es toll, morgens in der frischen Luft hin und her zu schaukeln.“ Die durfte sie mit nach Hause nehmen und soll nun einen Platz auf der Terrasse bekommen.

Ihr Vater, Randolf Friedrichs, hat sie auf die Idee mit dem Austausch gebracht. „Er fragte mich eines Abends, ob ich mir vorstellen könnte, mit Rotary ins Ausland zu gehen“, erinnert sie sich. Lange brauchte die Schülerin nicht, um sich dafür zu entscheiden. Sie bewarb sich und musste rund ein Jahr Vorbereitung in Kauf nehmen, bis feststand, wo es hingeht und ob sie genommen wird. Die Bewerber müssen bestimmte Kriterien erfüllen. Allgemeinwissen und eine gewisse Reife wird vorausgesetzt.

„Die Bewerber geben drei Wunschländer an und der Rotary-Club wählt das passende Land für sie“, erklärt Uli Schmitz, Jugenddienstleiter. Brasilien war die dritte Wahl von Johanna, ihr erster Wunsch war Australien oder Neuseeland. „Ich erlebe es häufig, dass die Jugendlichen in so einem Fall das schönste Jahr haben“, so Schmitz. Im Vordergrund des Auslandsjahres stehe der Kulturaustausch.

Einen Nachteil gibt es: die Schüler verpassen ein Jahr. „Der Ausstausch muss nach der 10. Klasse stattfinden und das Jahr im Ausland wird hier in Deutschland nicht anerkannt“, so Schmitz. Johanna fängt im neuen Schuljahr in der 11. Klasse wieder an, ihre Mitschüler sind in der Oberstufe. „Aber an Reife und Erfahrung hat sie gewonnen“, bestätigt ihr Vater. Die Familie hat sich im Gegenzug bereiterklärt, Gastschüler bei sich aufzunehmen. Wer sich für den Austausch interessiert, kann sich noch bis Freitag, 31. August, beim Rotary-Club unter http://www.rotary-jugenddienst.de melden. · at

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