Zu Beginn habe sie sich noch auf Englisch mit ihrer Gastfamilie verständigt. In der Schule und der Freizeit ging das leider nicht. „Viele Brasilianer können gar kein Englisch sprechen“, erzählt sie. Aber nach rund drei Monaten war das kein Thema mehr. „Dann konnte ich die Sprache fließend. Besonders die Vokabeln fürs Reiten hatte ich schnell drauf“, sagt die Pferdeliebhaberin. Das Hobby konnte sie auch in Südamerika ausüben. Bei zwei Turnieren ist sie gestartet und jedesmal kam sie auf den zweiten Platz. „Ich fand mich gut“, sagt die Schülerin stolz.
Ihr Vater, Randolf Friedrichs, hat sie auf die Idee mit dem Austausch gebracht. „Er fragte mich eines Abends, ob ich mir vorstellen könnte, mit Rotary ins Ausland zu gehen“, erinnert sie sich. Lange brauchte die Schülerin nicht, um sich dafür zu entscheiden. Sie bewarb sich und musste rund ein Jahr Vorbereitung in Kauf nehmen, bis feststand, wo es hingeht und ob sie genommen wird. Die Bewerber müssen bestimmte Kriterien erfüllen. Allgemeinwissen und eine gewisse Reife wird vorausgesetzt.
„Die Bewerber geben drei Wunschländer an und der Rotary-Club wählt das passende Land für sie“, erklärt Uli Schmitz, Jugenddienstleiter. Brasilien war die dritte Wahl von Johanna, ihr erster Wunsch war Australien oder Neuseeland. „Ich erlebe es häufig, dass die Jugendlichen in so einem Fall das schönste Jahr haben“, so Schmitz. Im Vordergrund des Auslandsjahres stehe der Kulturaustausch.
Einen Nachteil gibt es: die Schüler verpassen ein Jahr. „Der Ausstausch muss nach der 10. Klasse stattfinden und das Jahr im Ausland wird hier in Deutschland nicht anerkannt“, so Schmitz. Johanna fängt im neuen Schuljahr in der 11. Klasse wieder an, ihre Mitschüler sind in der Oberstufe. „Aber an Reife und Erfahrung hat sie gewonnen“, bestätigt ihr Vater. Die Familie hat sich im Gegenzug bereiterklärt, Gastschüler bei sich aufzunehmen. Wer sich für den Austausch interessiert, kann sich noch bis Freitag, 31. August, beim Rotary-Club unter http://www.rotary-jugenddienst.de melden. · at















