Ein Jahrzehnt Weser-Aller-Bündnis 

Zehn Jahre Partner im Kampf für die Demokratie

Die Wabe-Netzwerkpartner aus den beiden Landkreisen Verden und Nienburg kämpfen seit zehn Jahren für Demokratie und Zivilcourage.

Verden/Nienburg - Seit zehn Jahren sind die beiden Landkreise Verden und Nienburg im Weser-Aller-Bündnis: Engagiert für Demokratie & Zivilcourage (Wabe) vernetzt. Über das Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ erhält das Wabe-Netzwerk bis 2019 Fördermittel vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die überörtliche Projektarbeit „Partnerschaft für Demokratie“.

Die Bundesförderung ist verknüpft mit einer jährlichen Demokratiekonferenz. Am Mittwoch trafen sich die Netzwerkpartner aus Verden und Nienburg im Rathaus, um die aktuellen Herausforderungen zu diskutieren und die Arbeitsschwerpunkte für das Jahr 2017 vorzubereiten.

„Wir haben das Bündnis in den letzten zehn Jahren gemeinsam mit Leben gefüllt“, sagte Bürgermeister Lutz Brockmann. Er erinnerte noch einmal an die Anfänge von Wabe. Beim Aktionstag für Demokratie 2005 in Verden waren aus Solidarität auch Nienburger dabei. Dabei sei der Gedanke entstanden, sich gegenseitig zu stärken und gemeinsam für die Demokratie zu kämpfen.

„Wabe wirkt auch nach außen"

Landrat Detlev Kohlmeier aus Nienburg wies darauf hin, dass zurzeit viel Bewegung in der Politik sei. Viele Menschen seien verunsichert und fänden nicht auf alle Fragen Antworten. Er verwies auf den Erfolg des Kreisjugendrings im Landkreis Nienburg. Dadurch sei es gelungen, viele Jugendliche zu erreichen. „Ich wünsche mir, dass wir auch in Zukunft viele gute Projekte realisieren und in beiden Kreisen präventiv tätig sein können“, so der Landrat.

„Wabe wirkt auch nach außen“, betonte Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes. So fände das Bündnis längst auf Landes- und Bundesebene Beachtung. Durch das Wabe-Netzwerk hätten viele Akteure, die sonst allein tätig waren, einen Anlaufpunkt bekommen und könnten geschlossener auftreten.

Demokratie müsse gestärkt werden

Landrat Peter Bohlmann rief noch einmal den Anlass für die Gründung des Wabe-Netzwerks ins Gedächtnis. Der damalige NPD-Bundes-Vize Jürgen Rieger hatte den Heisenhof erworben und plante damals, ein rechtsradikales Fruchtbarkeitszentrum dort einzurichten. „Das war Rechtsradikalismus, wie er im Buche steht“, so Bohlmann. Heute gebe es viele Namen, zum Beispiel Populismus, Extremismus oder Wutbürger. „Wir wissen noch nicht genau, was sich dahinter verbirgt.“

Die Stärkung der Demokratie sei das beste Mittel gegen rechtsextreme Auswüchse. „Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, man muss sie immer wieder neu lernen und neu erkämpfen“, betonte Bohlmann.

Dr. Bettina Doering, Leiterin des Demokratiezentrums beim Landespräventionsrat Niedersachsen, kam aus Hannover. Und das nicht nur, um zu gratulieren. - Fotos: Haubrock-Kriedel

Dr. Bettina Doering, Leiterin des Demokratiezentrums beim Landespräventionsrat Niedersachsen, beleuchtete Wabe im Kontext der landesweiten Netzwerkarbeit gegen Rechtsextremismus. Sie lobte die erfolgreiche Arbeit des Netzwerks für die Demokratie. „Wabe steckt nicht mehr in den Kinderschuhen.“ Viele Projekte seien in den vergangenen zehn Jahren auf die Beine gestellt worden. Auch sei das Bündnis stets offen gegenüber neuen Themen, zum Beispiel den Vorschlag, eine Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt in Niedersachsen einzurichten. Eine mobile, fallbezogene, flächendeckende Beratung gebe es bislang noch nicht. „Das geht nicht ohne kommunale Anbindung, wir brauche Partner vor Ort“, betonte Doering. Sie dankte den Netzwerkpartnern für die kontinuierliche Arbeit in den vergangenen Jahren und wünschte auch weiterhin „Ideenreichtum und Mut.“

Wabe-Koordinator Rudi Klemm stellte anschließend kurz die beeindruckende Zahl der Projekte und Veranstaltungen vor, die 2016 bereits verwirklicht wurden. Als die Herausforderungen, denen dieses Jahr noch zu begegnen sei, nannte er die gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit in der Mitte der Gesellschaft, die Ängste und Hetze gegen Flüchtlinge und Muslime, zum Beispiel durch HoGeSa und Pegida, Rassismus rund um den Fußball, Menschenfeindlichkeit und rassistische Hetze durch „Die Rechte“ und das Umfeld der AfD sowie gewaltbereite Nazis in Nienburg. 

ahk

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