Vier Prozent der schwangeren Frauen im Landkreis sind über 40

Immer mehr späte Mütter

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Mediengruppe Kreiszeitung

Landkreis - Weniger Lust auf späte Mutterschaft? Erneut sinkt deutschlandweit der Anteil von Frauen, die mit über 40 Mutter werden; er liegt momentan bei knappen 4,1 Prozent. Medizinisch spricht heute (fast) nichts mehr gegen eine späte Mutterschaft. Doch stehen manche Frauen anschließend vor einer Herkulesaufgabe, wenn unter Umständen Wechseljahre, Pubertät und pflegebedürftige Eltern zeitgleich aufeinander prallen. Im Kreis Verden hatten im Jahr 2014 salopp gesagt rund vier Prozent der Neugeborenen (48 Babys) eine „Last-Minute-Mutter“.

Bereits ab 35 Jahren bekommen Schwangere den Stempel „späte Mutter“ aufgedrückt. So will es die Fachsprache. Für den Kreis Verden weist die amtliche Statistik im Jahr 2014 (neuere Zahlen gibt es noch nicht) 243 Neugeborene mit einer 35plus-Mutter aus, das ist ein Anteil von 20,2 Prozent an allen 1204 Geborenen des Jahres. Dabei zählten die Mütter von 48 Babys oder vier Prozent zur Gruppe der über 40-Jährigen.

Schlaflose Nächte mit 40, Pubertätsausbrüche mit Mitte 50 verkraften und sich womöglich zugleich noch um pflegebedürftige Eltern kümmern? Wer spät Mutter wird, hat andere Herausforderungen vor sich als jüngere Frauen. Rein medizinisch ist die späte Mutterschaft kaum ein Problem. Frauenärzte bescheinigen den Schwangeren über 35, die für sie grundsätzlich Risikoschwangere sind, besonders sorgsame Schwangere zu sein, denn sie halten die Kontrolltermine ein, essen gesund, rauchen nicht, trinken keinen Alkohol und meiden Stress. Unter Umständen sind sie gelassener als junge Mütter, weil sie mehr Lebenserfahrung haben, ihre Partnerschaft gefestigt ist und die Karriere läuft.

Immer mehr Frauen studieren und wollen nicht mit Anfang dreißig an Heim und Herd gebunden sein oder in der Teilzeitfalle enden. Dass das Bildungsniveau eine Rolle spielt, zeigt die Tatsache, dass ein hoher Akademikerinnenanteil unter den Erwerbstätigen mit einem höheren Anteil älterer Mütter einhergeht. Manch eine legt ihren Kinderwunsch mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis. „Social freezing“, das Einfrieren von Eizellen, findet Medienberichten zufolge auch in Deutschland immer mehr Anhängerinnen. Im bundesweiten Vergleich hat unter allen Städten und Kreisen die Stadt Brandenburg an der Havel den geringsten Anteil von Ü-40-Müttern (0,8 Prozent) und der Kreis Starnberg den höchsten (7,7).

Unterm Strich sieht es aktuell so aus, dass die Quote der Ü-35-Mütter in Deutschland stetig zunimmt und zuletzt auf knapp 23 Prozent kletterte. Doch die meisten Frauen wollen offenbar nicht bis 40 warten. Denn der Anteil der über 40-jährigen Mütter hat sich zum dritten Mal in Folge leicht verringert. Er erreichte runde 4,1 Prozent gegenüber dem Höchstwert im Jahr 2011 (4,3 Prozent), und das trotz einer erneut gestiegenen Geburtenzahl, die sich von 682100 (Jahr 2013) auf 714900 Lebendgeborene (2014) erhöhte. Diese Entwicklung muss jedoch nicht unbedingt auf einen Wertewandel hinweisen, sondern könnte schlicht eine Folge der Zuwanderung sein. Ausländische Frauen, so die Statistik, werden im Schnitt in jüngeren Jahren Mutter als deutsche. Im Kreis Verden gab es im vergangenen Jahr vier Prozent Ü-40-Mütter. Zu Beginn des Jahrtausends lag diese Quote noch bei 3,4 Prozent und Mitte der 90-er Jahre noch bei 1,4 Prozent.

Die meisten Neugeborenen im Kreis Verden hatten wie in ganz Deutschland vergangenes Jahr eine 30- bis 35-jährige Mutter; insgesamt war das 436-mal der Fall (36,2 Prozent). Mit Blick auf die jüngeren Jahrgänge waren weitere 346 Mütter zwischen 25- bis 30 Jahre alt (28,7 Prozent). Und 179 Mütter waren bei der Geburt ihres Kindes unter 25 Jahre alt (15 Prozent), darunter 22 jünger als 20 Jahre.

red

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