TV-Star Mo Asumang zu Gast in den BBS Verden

Ohne Angst unter Neonazis

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Gemeinsam gegen Rassismus: Mo Asumang und Rudi Klemm von Wabe in den BBS. 

Verden - Einen bestürzenden Einblick in die rechte Szene und zugleich ein Mut machendes Beispiel, wie man sich zur Wehr setzen und dadurch eigene Ängste überwinden kann, gab gestern die bekannte TV-Moderatorin und Journalistin Mo Asumang in den Berufsbildenden Schulen Verden. Im vollbesetzten Forum der Schule las sie zunächst einen Auszug aus ihrem Buch „Mo und die Arier – Allein unter Rassisten und Neonazis“. Dazu gab es eine Kurzfassung ihres Dokumentarfilms mit dem selben Titel und eine Diskussion mit den Schülern.

Den Aufenthalt von Mo Asumang an der Schule hatte Rudi Klemm von Wabe im Begleitprogramm der Ausstellung „Oh, eine Dummel“ (wir berichteten) organisiert. Die junge Frau ist in Kassel geboren und aufgewachsen. Der Vater kommt aus Ghana, die Mutter ist Deutsche.

Fremdenfeindliche Erlebnisse bis hin zu Morddrohungen waren für sie Anlass, den Kontakt zur Neonazi-Szene und zu Rassisten zu suchen. Mo Asumang tut das mit ihrer freundlichen Offenheit. Anstatt sich einschüchtern zu lassen, sucht sie die Menschen auf, die sich „Arier” nennen und von einer „reinen Rasse” träumen. Sie will wissen, woher der Hass der Nazis kommt.

Die Schüler waren natürlich neugierig auf die Autorin. Sie berichtete ihnen zunächst von einem Erlebnis, das sie in den 80er-Jahren in Berlin hatte. „Ich bin Taxi gefahren. Dabei hat mich ein Fahrgast massiv rassistisch beleidigt. Als ich ihn rauswerfen wollte, hat er meinen Kopf gepackt und mehrfach aufs Autodach geknallt.“ Da habe sie beschlossen, sich nicht zu verkriechen, sondern stattdessen aktiv zu werden und sich zu wehren.

In dem 2014 entstandenen Film „Die Arier“ konfrontiert Asumang Rassisten und Nazis mit ihrer Ideologie. Dabei geht sie nicht selten ein hohes Risiko ein, beispielsweise, als sie sich konspirativ mit Mitgliedern des Ku-Klux-Klan trifft oder sich in einer Demonstration unter die Neonazis mischt und den Phrasen der Teilnehmer entgegen tritt, allein mit ihren arglosen Fragen.

Nach dem Film hatten die Schüler Fragen. Ob sie keine Angst gehabt habe, ob sie Wut auf Rassisten habe oder wie es ihr als Kind und Jugendliche in Deutschland ergangen sei. „Als ich zu einer Großdemonstration von Neonazis in Berlin gegangen bin, ja, da habe ich schon zunächst Angst gehabt“, räumt Asumang ein. Aber: „Das war nur am Anfang. Plötzlich stand ich direkt inmitten der Leute und die haben verunsichert reagiert. Von denen hatte nämlich noch keiner mit jemandem gesprochen, der keine weiße Hautfarbe hat.“ Die offenbar wachsende Fremdenfeindlichkeit habe für sie wenig verändert. Sie bekomme immer noch Morddrohungen, antwortet Asumang. Doch von Angst wolle sie sich nicht vereinnahmen lassen. Es sei eher Trotz, der sie auch immer noch antreibe. 

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