Stadtrat soll weitere Gasförderung ablehnen

Klare Ansage und eine Resolution

Carsten Hauschild vor der Anlage in Scharnhorst. Der SPD-Ratsherr will keine weitere Gasförderung mehr.
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Carsten Hauschild vor der Anlage in Scharnhorst. Der SPD-Ratsherr will keine weitere Gasförderung mehr.

Verden - Von Markus Wienken. Ratsherr Carsten Hauschild ist ein Freund klarer Worte. Im Stadtrat machte er am Dienstagabend aus seiner Abneigung gegen eine weitere Gasförderung im Umland von Verden keinerlei Hehl. Der Sozialdemokrat ging sogar noch einen Schritt weiter und fordert: „Die Stadt Verden soll keine Grundstücke zum Zweck der Erdgasförderung veräußern.“ Einen entsprechenden Antrag dazu stellte Hauschild dem Rat vor.

Mit Blick auf die bestehenden beziehungsweise geplanten Anlagen der Dea in Scharnhorst und Walle kritisierte Hauschild in seinen Ausführungen die Nähe zu Trinkwasserschutzzonen und Wohnsiedlungen. „Wir haben alternative Lösungen. Aus heutiger Sicht ist das Begehren der Industrie, die letzte Gasblase aus der Erde zu fördern, ökologisch wie ökonomisch abzulehnen.“ Die Bürger der Ortschaft Walle hätten bereits während einer Versammlung mehrheitlich erklärt, dass kein Grundstück für die Erdgasgewinnung verkauft werde. Dem solle sich die Stadt solidarisch anschließen und eine gleichlautende Erklärung abgeben. Nun soll darüber zunächst im zuständigen Finanzausschuss beraten werden, ehe der Stadtrat entscheidet.

Ebenso verfahren wird mit einem Antrag von Bündnis 90/Die Grünen. Stellvertretender Fraktionvorsitzender Rasmus Grobe forderte darin für seine Partei, dass sich die Stadt Verden in einer Resolution gegen eine weitere Gasförderung ausspreche. Anlass dafür seien bekannte oder vermutete Risiken, darunter Erdbeben, Trinkwasserbelastung, nicht genau erforschte Krebsfälle, ungelöste Entsorgung und zusätzliche Risiken durch Fracking. „Der Rat der Stadt fordert daher die Dea auf, die Akquise von Grundstücken im Gebiet der Stadt unverzüglich aufzugeben“, formulieren die Grünen. Grobe will zudem eine Gesetzesänderung und damit eine direkte Einflussnahme von Stadt und Gemeinden bei der Genehmigung neuer Förderstellen durchsetzen. Bislang ist allein das Niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) zuständig.

Beraten wird über eine mögliche Resolution zunächst im Ausschuss für Stadtentwicklung. Das letzte Wort hat der Stadtrat.

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