Umsetzung zum Sommer 2018

Stadtrat entscheidet sich für die Oberschule

Verden - Verden soll zum Schuljahr 2018/19 eine Oberschule bekommen. So entschied es der Stadtrat am Dienstag und folgte damit der Empfehlung einer Expertengruppe, bestehend aus Lehrern und Leitern von Verdener Grund-, Haupt-, Real- und Förderschulen.

Formal werden die Klaus-Störtebeker-Schule und die benachbarte Realschule zusammengelegt. „Beide Schulen sind bereit, hier neue Wege zu beschreiten“, hob Wolf Hertz-Kleptow hervor. Auch dem Wunsch mehrerer Elternräte trug das Gremium damit Rechnung. Einstimmig wurde dieser Beschluss jedoch nicht gefasst.

Die Grünen hatten zunächst vergeblich versucht, das Thema zu vertagen – und damit sofort auch eine inhatliche Debatte ausgelöst, die dann später ihre Fortsetzung fand. Auf Verständnis stießen sie nicht mit ihrem Ansinnen.

„Warum dieser Zeitdruck?“, fragte Grobe und verwies darauf, dass ein Antrag auf Einrichtung einer Oberschule bis Oktober 2017 gestellt werden solle. Es habe nicht wirklich eine intensive Beratung über die neue Sekundarschule stattgefunden, „vor allem keine öffentliche Debatte“, begründete Rasmus Grobe den Antrag auf Vertagung und machte gleichzeitig keinen Hehl daraus, dass seine Fraktion zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine Integrierte Gesamtschule (IGS) favorisiert hätte.

Ein Argument der Expertengruppe für die Oberschule sei die dort bessere Berufsorientierung gewesen, so Grobe. Im Vergleich zur IGS sei das aber nicht richtig, erklärte er und fügte hinzu: „Wenn ein so entscheidendes Argument nicht stimmig ist, muss das nochmal neu diskutiert werden.“

Die Entscheidung für die IGS trage auch der allgemeinen Entwicklung in Niedersachsen Rechnung, fuhr Grobe fort. Denn vielerorts würden Kommunen Ober- und Gesamtschulen umwandeln.

„Ich kann diese neue Diskussion nicht mehr nachvollziehen“, sagte Gunda Schmidtke, die an die immerhin drei Jahre währenden Beratungen in den politischen Gremien, in Arbeitskreis, Steuerungs- und Expertengruppe erinnerte.

„Wir haben öffentlich darüber gesprochen, nicht im geheimen Kämmerlein“, betonte sie. Viele Beschlüsse seien auf diesem sogenannten „Verdener Weg“ einstimmig gefasst worden. Eine Vertagung würde bedeuten, dass der neue Rat entscheiden müsse und dieser wende sich komplett neu einarbeiten müssen.

Es sei nicht allgemein um die beste Schulform gegangen, sondern um die beste Schule für Verden, machte Anja König (CDU) den für sie entscheidenden Unterschied deutlich. Zudem falle der Beschluss für die Oberschule auch im Vertrauen auf die Arbeit, die an Haupt- und Realschule bereits geleistet worden sei.

Die lange Debatte änderte dann aber nichts mehr am Ergebnis. Auch der Antrag der fraktionslosen Sonja Toapsern darauf, die Entscheidung über die Schulform zu vertagen, fand keine Mehrheit.

Einig war sich der Rat über die pädagogischen Leitsätze – langes gemeinsames Lernen mit Freude, geprägt von gegenseitiger Wertschätzung. Auch der Beschluss, die neue Sekundar- als eine Ganztagsschule einzurichten, fand nur Berfürworter. Ebenso wie die schrittweise Anpassung der Gebäude und Ausstattung.

Die personelle und finanzielle Unterstützung in den ersten sieben Jahren zur Umsetzung einer inklusiven Pädagogik lehnten die Grünen ab. Das, so Gesinde Ahlers, sei Sache des Landes.  

kp

Rubriklistenbild: © dpa

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