Dorni und sein Team erfüllen (fast) jeden Wunsch im „Trust and Ink Tattoo“-Studio

Sechs Stunden Stiche am Stück

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Dorni am Werk: Der Tätowierer ist konzentriert bei der Sache.

Verden - Von Mara Schumacher. „Man muss viel üben. Dabei versaut man anfangs schon mal die Kumpels, die sich als Versuchskaninchen hergeben, mit echt hässlichen Tattoos“, lacht Dorni, der eigentlich Marc heißt (aber so nennt ihn nur seine Mutter, hat er verraten). Dorni ist Chef vom Studio „Trust and Ink Tattoo“, das seit Oktober vergangenen Jahres in der Großen Straße in Verden zu finden ist.

Die Eröffnung des Studios war eigentlich eine Spontanaktion, die sich so ergeben hat. Dorni betreibt bereits seit drei Jahren ein weiteres Tattoo- und Piercingstudio in Nienburg. „In Verden wurde der Laden sehr gut angenommen, in der Region gab es vorher auch kaum Studios“, erzählt der 40-Jährige, der nun schon 15 Jahre im Geschäft mit der Nadel ist. Er hat in den Jahren eine Menge gelernt, vor allem in anderen Studios bei erfahrenen Tätowierern, aber auch Zuhause in Eigenregie. „Trotzdem lernt man nie aus.“

Das Studio hat sich eine treue Stammkundschaft aufgebaut, aber auch Leute, die zufällig am Laden vorbeilaufen, schauen rein. Generell können Kunden bei „Trust and Ink“ eigentlich alles haben, was sie wollen – bei politischen Symbolen hört der Spaß allerdings auf: „Ob links oder rechts, sowas machen wir nicht“. Auch Kinder werden natürlich nicht tätowiert. Ebenso wenig wie stark Besoffene oder Berauschte. „Die können gerne wiederkommen, wenn sie frisch im Kopf sind“. Bei Tattoowünschen fürs Gesicht ist Dorni ebenfalls vorsichtig, auch wenn sein eigenes von ganz viel Farbe geschmückt ist.

„Tattoos sind in den letzten Jahren definitiv gesellschaftsfähig geworden und haben nicht mehr dieses verruchte Image, trotzdem ist Farbe unter der Haut in einigen Berufen nicht gerne gesehen“, weiß der 40-Jährige.

Dorni kann in einer Sitzung theoretisch bis zu sechs Stunden – mit kurzen Pausen – tätowieren. Doch das ist für den Kunden schon ziemlich heftig. „Selbst drei Stunden sind krass. Irgendwann ist die Schmerzgrenze erreicht.“ Trotzdem habe der Schmerzgrad beim Tätowieren immer was mit der Tagesform zu tun. „Wenn man aufgeregt ist oder wenig gegessen hat, kann es schon sein, dass man hier nach ein paar Stichen den Klappmann macht.“ Und was passiert dann?

„Och, dann gibt’s ein paar Ohrfeigen und dann läuft das wieder“, lacht Dorni. Natürlich bekommen die Kunden keinen geklebt, aber bei Kreislaufproblemen oder gar Ohnmachtsanfällen helfen – neben Cola und Traubenzucker – tatsächlich ein paar Klapse ins Gesicht, um wieder in den Gang zu kommen

Älteste Kundin war 78 Jahre alt

Im Alter wird das mit dem Schmerz auch schlimmer, weiß Dorni aus eigener Erfahrung. Die älteste Kundin im Studio war übrigens 78 Jahre alt: die tapfere Renterin ließ sich den Knöchel tätowieren. Und auch eine andere Dame ist dem „Trust and Ink“- Team (das übrigens aus Dorni, zwei Mitarbeitern und einem Praktikanten besteht) noch gut in Erinnerung geblieben: „Eine Frau hat sich den Namen ihres Freundes bei uns tätowieren lassen. Ein paar Tage später tauchte sie hier wieder auf – und wollte sich den Namen wieder überstechen lassen.“ Liebe geht eben nicht immer unter die Haut.

Beliebt bei den Motiven sind aktuell Unendlichkeitssymbole, Federn, Anker, Herzchen und generell Kleinkram. Für kleine Motive kann man auch spontan im Studio vorbeischauen und mit Glück direkt tätowiert werden, bei größeren muss man im Schnitt drei Monate auf einen Termin warten. Dorni legt Tattoobegeisterten immer ans Herz, in ein professionelles Studio zu gehen: „Viele tätowieren heutzutage nebenbei von Zuhause, das ist zwar billiger, aber ist nicht immer so gut. Dazu zieht der Tätowierer einen passenden Vergleich: „Beim Shoppen hauen auch viele gedankenlos die Kohle für Klamotten raus, die irgendwann wieder weggeschmissen werden oder nicht mehr passen. Wieso will man dann unbedingt an einem Tattoo sparen, das ein Leben lang hält?!“

Dorni kann sich keinen anderen Job mehr für sich vorstellen. „Aber so wie ich aussehe, könnte ich bei der Bank sowieso nicht mehr anfangen“, lacht der 40-Jährige.

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