Andreas Pflüger stellt in der Buchhandlung Heine seinen Roman „Endgültig“ vor

Vor dem Schreiben zahlreiche Gespräche mit Blinden geführt

Gudrun Heine und Autor Andreas Pflüger. - Foto: Niemann

Verden - Einem spannenden Thriller, der beim Hören tiefgehende Emotionen auszulösen vermochte, haben am Mittwochabend zahlreiche Gäste in der Buchhandlung Heine in Verden gelauscht. Der insbesondere durch seine Tätigkeit als Drehbuchautor für Fernsehkrimis bekannte Andreas Pflüger las dort aus seinem hochgelobten zweiten Roman „Endgültig“, der sich auf vielfache Weise verstehen lässt.

Die Handlung lässt einen immer wieder innehalten und über das Gehörte nachsinnen. In „Endgültig“ spielt eine blinde Kommissarin die Hauptrolle, die mit Stöckelschuhen und durch Schnalzen den Klang eines Raumes und der Umgebung erfasst. Wie er für diesen Thriller recherchiert hat und mit welchen Herausforderungen und Hindernissen er sich dabei konfrontiert sah, auch davon hat Pflüger während des Abends erzählt.

„Schnallen Sie sich an. Es geht los“, so der Rat von Buchhändlerin Gudrun Heine, die aus ihrer persönlichen Begeisterung für Pflügers Werk keinen Hehl machte. „Ich habe selten einen so spannenden und packenden Roman gelesen“, so die Vielleserin. Und in der Tat: Pflüger hat mit „Endgültig“ einen ausgezeichneten Thriller geschrieben, der das Zeug zum Ausnahmekrimi hat. Die Handlung ist actionreich, der sprachliche Duktus brillant und die detailreichen Beschreibungen ließen bereits beim Vorlesen das Gehörte zu Bildern werden, die zuweilen in Filmsequenzen gipfelten. Jeder Satz saß und machte einem die blinde charismatische Ermittlerin Jenny Aaron vertrauter.

Zum Inhalt: In ihrem ersten Leben war Jenny Aaron – im Roman wird sie meist nur Aaron genannt – eine Elitepolizistin mit großen Fähigkeiten. Nachdem sie bei einem Auslandseinsatz in Barcelona schwer verletzt wurde und erblindet ist, arbeitet sie in ihrem zweiten Leben als Verhörspezialistin und Fallanalytikerin beim BKA. Denn sie spürt das Verborgene und versteht es, zwischen den Worten zu tasten. Doch wenn sie bislang immer geglaubt hat, das jener Tag in Barcelona der schlimmste Tag ihres Lebens gewesen war, dann hat sie sich geirrt: der schlimmste Tag ihres Lebens steht ihr noch bevor....

Dies kurz zum Inhalt, um nicht zuviel zu verraten.

Die Idee zu der Geschichte hat Pflüger bis ins kleinste Detail hinein gut durchdacht. Das Thema Blindheit hat er mehr als gut recherchiert und die Gefühlswelt und Möglichkeiten für von Blindheit Betroffenen auch für Laien verständlich beschrieben. Denn, um aus der Perspektive einer blinden Ermittlerin schreiben zu können, habe er monatelang alles über Blindheit gelesen“, erzählte Pflüger. Auch habe er viele Gespräche mit blinden Menschen geführt und sich medizinisches Hintergrundwissen von Professor Dr. Bernhard Sabel von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, einer Koryphäe auf diesem Fachgebiet, geholt. „Seine fachliche Beratung war und ist für mich von unschätzbarem Wert für meine Arbeit. Er hat jeden Satz meines Romans gegengelesen und wichtige Anmerkungen gemacht“, sagte Pflüger. Blindheit sei so unendlich viel mehr, als nicht sehen zu können, wie ihm im Zuge seiner Recherchen klar geworden sei.

„Mit großem Staunen habe ich erlebt, wie sich Blinde im Alltag zurechtfinden und ihre Umwelt erfassen, etwa durch Schnalzen mit der Zunge, genannt Klicksonar, wie es auch Aaron in meinem Buch beherrscht.“ Die Figuren in Pflügers Roman wirken daher allesamt sehr authentisch, ebenso wie sämtliche Rahmenhandlungen perfekt umgesetzt sind. Kurzum: Es gibt nichts zu meckern und die Empfehlung ist klar: Interessierte sollten „Endgültig“ lesen oder alternativ zu der Hörbuchversion greifen, die von der Schauspielerin Nina Kunzendorf gelesen wird.

Wie bereits erwähnt, ist „Endgültig“ bereits der zweite Roman des Berliner Autors, der seit seinem Debüt „Operation Rubikon“ zwölf Jahre hat verstreichen lassen. „Mit Operation Rubikon“ habe ich verlagsmäßig ein Debakel erlebt. Aber der Suhrkamp-Verlag wird ihn im Dezember neu herausgegeben“, so Andreas Pflüger, der zurzeit an der Fortsetzung von „Endgültig“ arbeitet.  J nie

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