Quantensprung-Sohn bringt den Höchstpreis

Hengstmarkt des Hannoveraner Verbandes mit hochwertigem Kör-Jahrgang

Ein Prämienhengst von Quantensprung/Fidertanz, geboren am 2. Mai 2014, war die teuerste Offerte. Er wurde für 280 000 Euro vom Landgestüt Moritzberg ersteigert. - Fotos: Ingo Wächter

Verden - Von Jürgen Honebein. In diesem Jahr gab es beim Hengstmarkt des Hannoveraner Verbandes in der voll besetzten Niedersachsenhalle zwar nicht wieder ein „Millionending“, doch konnten sich die Junghengste und Preise durchaus sehen lassen. Zur Preisspitze avancierte in diesem Jahr bei den gekörten Hengsten ein am 2. Mai 2014 geborener Hengst von Quantensprung/Fidertanz mit 280.000 Euro. Im Durchschnitt mussten für die gekörten Hengste 62 687 Euro investiert werden. Das waren rund 6000 Euro weniger als 2015.

Dafür mussten in diesem Jahr für die nicht gekörten Hengste durchschnittlich rund 3 000 Euro mehr als vergangenes Jahr angelegt werden. Die nicht gekörten Hengste erzielten einen Durchschnittspreis von 20 464 Euro.

Auf einem sehr hohen Niveau präsentierte sich der Hannoveraner Körjahrgang 2014. 84 Hengste traten an, 53 wurden gekört, zehn davon mit einer Prämie ausgezeichnet. „Mit der Qualität dieser Pferde ist Hannover sportlich international konkurrenzfähig“, befand Zuchtleiter Dr. Werner Schade.

Zweitteuerste Offerte war mit 270 000 Euro ein Prämienhengst vonQuantensprung/Stedinger/De Niro.

Die Hengstkörung war ein richtiges Festival der Debütanten. Die Vererber Quantensprung und Diacontinus stellten ihre ersten Söhne vor. Bei seiner Premiere war Privatbeschäler Quantensprung mit fünf Söhnen vertreten. Sie alle wurden gekört, drei zudem mit dem Titel „Prämienhengst Dressur“ ausgezeichnet. Auch der begehrteste Junghengst des Hengstmarktes hatte den Dunkelfuchs zum Vater.

Ein aus einer Fidertanz-Mutter gezogener lackschwarzer Prämienhengst (Züchter Silke Groeneveld, Bunde; Aussteller Heinrich Gießelmann, Barver) zieht für den Zuschlagspreis von 280 000 Euro in das Landgestüt Moritzburg ein. „Bei den Dressurpferden haben wir Bewegungsabläufe mit enormer Ausdrucksstärke gesehen, die der moderne Dressursport heute braucht“, urteilte Schade.

Bei den Springpferden schickte der Celler Landbeschäler Diacontinus vier Junghengste ins Rennen, von denen drei gekört wurden. Einer davon erhielt zudem das Prädikat „Prämienhengst Springen“ und avancierte außerdem zur Preisspitze. Der Schimmel von Diacontinus/Silvio (Züchter und Aussteller Jörn Döscher, Cuxhaven) wurde für 65 000 Euro am Telefon an einen Hengsthalter aus dem Springpferdeland Belgien verkauft. Dieser hat schon zahlreiche Pferde in Verden entdeckt und neben dem Zuchteinsatz in den Sport gebracht hat.

Insgesamt waren die Springpferde hinsichtlich Abstammung und gezeigten Leistungen ein außergewöhnlicher Jahrgang. „Bemerkenswert waren neben Springmanier und Springvermögen auch die erkennbaren Qualitäten als zukünftige Vererber“, lobte Bundestrainer Peter Teeuwen, Mitglied der Körkommission, den Jahrgang.

Hannoveraner Hengstkörung und Hengstmarkt in Verden - Donnerstag

Zum ersten Mal gehörte nach der Vorstellung auf der Dreiecksbahn das Longieren der Hengste in der Niedersachsenhalle zum Körprogramm. Mannschafts-Olympiasiegerin Heike Kemmer lobte: „Man kann sich schon vorstellen, wie die Pferde später an den Zügel herantreten. Außerdem bekommt man einen besseren Eindruck vom Galopp als beim Freilaufen.“ Diese Gelegenheit nutzten neben den Landgestüten Celle, Moritzburg und Warendorf sowie weiteren Hengsthaltern auch zahlreiche Sportställe, die sich einige Talente in Verden sicherten.

29 Hengste bleiben in Deutschland, 19 werden das Land verlassen, auch nach Übersee (Argentinien, USA und Neuseeland). Ein von Gerald Wiese (Ottersberg) gezüchteter Hengst von Tangelo van der Zuuthoeve/Balout du Rouet bleibt für 20 000 Euro im Inland. Der von Ebner & Baumgart (Verden) präsentierte und für 24 000 Euro versteigerte Hengst von Quaterback/Friedensfürst bleibt ebenfalls im Inland. Bestbezahlte Offerte bei den nicht gekörten Hengsten war ein Fuchs von Chatender/Stakkato (Züchter und Aussteller Dorothee Heitmüller, Nienburg), der für 40 000 Euro in die USA versteigert wurde.

Hannoveraner Hengstkörung und Hengstmarkt in Verden - Freitag

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