Verdener Pfadfinder auf spannender Sommerfahrt in Luxemburg

„Ohne Abenteuer wäre das Leben tödlich langweilig“

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Gruppenbild der Pfadfinder im Kletterpark.

Verden/Luxemburg - 30 junge Menschen vom Bund der Pfadfinder und Pfadfinderinnen des Stammes „Amelungen“ machten sich auf, um zweieinhalb Wochen ihrer Sommerferien in der luxemburgischen Natur zu verbringen. Baden Powell sagte mal: „Ohne Abenteuer wäre das Leben tödlich langweilig“ – und ganz nach diesem Motto gestalteten die jungen Pfadfinder ihre Zeit in der Natur.

Schon Monate vorher begannen die Vorbereitungen, an denen die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen umfassend beteiligt wurden. Einen Monat, bevor es losgehen sollte, planten die jungen Pfadfinder in ihren Gruppen, den sogenannten „Sippen“, lediglich mit Hilfe einer Wanderkarte und ein paar wenigen Informationen zum Wandergebiet, eigenverantwortlich ihre Routen.

Das erste Ziel der Wandergruppen: der Deutsch-Luxemburgische-Naturpark. Der einzige länderübergreifende Nationalpark Europas liegt im Dreiländereck zwischen Deutschland, Belgien und Luxemburg und bietet eine unverwechselbare landschaftliche Vielfalt. In insgesamt drei Gruppen durchquerten die Heranwachsenden mit ihren „Anführern“ den Nationalpark und legten dabei trotz hoher Temperaturen und schwerem Gepäck teilweise mehr als 15 Kilometer am Tag zurück. „Die Höhenmeter und das ständige Rauf-und-Runter in den Bergen machten uns dabei besonders zu schaffen“, so der elfjährige Tjare, der in Luxemburg mit seiner Sippe das erste Mal auf einem „Hajk“ (so heißt eine lange Wanderung bei den Pfadfindern) war. Timo (15 Jahre) und seine Sippe begegneten auf ihrem „Hajk“ vielen netten und hilfsbereiten Menschen. „Eine Dame ließ uns unsere Zelte sogar bei ihr im Garten aufschlagen und weckte uns am nächsten Morgen mit heißem Kakao.“

Abenteuer und Lagerfeuer

Nach einer Woche kehrten die Abenteurer dem Nationalpark den Rücken und machten sich auf nach Wiltz, einem kleinen Städtchen im Norden Luxemburgs. Dort trafen sich die Gruppen auf einem internationalen Pfadfinderzeltplatz. Und auch die Jüngsten, die „Wölflinge“ (Kinder ab sechs Jahren), reisten aus Deutschland hinterher und verbrachten mit dem gesamten Stamm ein zehntägiges Zeltlager.

Was in der Heimat zum größten Teil noch die Eltern erledigen, muss auf Fahrt selbst gemeistert werden. So wurde die dreckige Wäsche von der Wanderung per Hand gewaschen und auf selbst gebauten Wäscheleinen getrocknet. Auch das Feuerholz, welches für ein gemütliches Lagerfeuer am Abend benötigt wurde, musste selbst gesucht und zerkleinert werden. „Auf so einem großen und langen Lager steht die Eigenverantwortung der Kinder und Jugendlichen im Vordergrund“, so Laura Burmeister, Gruppenleiterin bei den Verdener Pfadfindern.

Kajaktour auf der Our.

Der pädagogische Grundsatz der Pfadfinderei „Learning-by-doing“ bietet den Teilnehmern viel Freiraum, um verschiedene Dinge auszuprobieren und eigene Erfahrungen zu sammeln. So galt es, in Kleingruppen für sich selbst zu kochen. Lediglich ein Rezeptvorschlag wurde den jungen Pfadfindern in die Hand gegeben. Am Ende war zwar hier und da die ein oder andere Kartoffel noch nicht ganz gar oder die Brühe etwas versalzen, aber stolz waren am Schluss alle auf ihre selbst gekochte Gemüsesuppe. Und man war sich schnell einig: „Nächstes Mal wissen wir, was wir besser machen müssen.“ Doch auch abseits des vertrauten Lagerplatzes warteten im kleinen Nachbarland, das nur ungefähr dreimal so groß ist wie der Landkreis Verden, viele Abenteuer auf die Pfadfinder.

Mit dem Kajak begab sich der gesamte Stamm für einen Tag auf eine Wasserwanderung auf dem Grenzfluss zwischen Luxemburg und Deutschland. Zudem durfte ein Besuch der Hauptstadt inklusive Besichtigung der größten unterirdischen Tunnellandschaft der Welt – den Bockkasematten – nicht fehlen. Zum Abschluss der Fahrt stand ein gemeinsamer Besuch in einem Kletterwald auf dem Programm. In schwindelerregenden Höhen hat selbst so mancher Pfadfinder wacklige Knie bekommen.

Als auf dem Lagergrund dann die ersten Zelte abgebaut waren, wurde allen bewusst, dass sich dieses Abenteuer so langsam dem Ende neigt. „Wir fahren mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, waren sich die Wölflinge Jane und Emilia einig. „Wir haben so viele tolle Sachen erlebt, dass wir gar nicht wissen, wo wir anfangen sollen, zu erzählen.“

Die letzte Nacht verbrachten alle Pfadfinderinnen und Pfadfinder gemeinsam in einer großen Jurte. Erschöpft und glücklich zugleich kamen alle Teilnehmer wieder heil in der Heimat an. Schon in den Herbstferien lassen die Pfadfinder vom Stamm Amelungen erneut den Alltag hinter sich und brechen gemeinsam zu neuen Abenteuern auf.

Interessierte Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren können sich selbst ein Bild machen und eintauchen in das Abenteuer Pfadfinderei. Die wöchentlichen Gruppenstunden (außer während der Schulferien) finden immer dienstags, von 16.30 Uhr bis 18 Uhr, am Pfadfinderheim in Verden (Klusdamm 1) statt. Weitere Infos gibt es per E-Mail an info@amelungen.de oder im Web unter www.amelungen.de.

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