Im Verdener Baugebiet Neumühlen 

Ökologisches Bauen mit hohem Wohnkomfort ist möglich

Ulrich Steinmeyer präsentiert während des Pressegesprächs ein Modul für die ökologische Bauweise. - Fotos: Niemann

Verden - Preiswert und energiesparend bauen? „Kein Problem“, sagt Ulrich Steinmeyer, in dessen Auftrag im Kutschenweg im Baugebiet Neumühlen in Verden, direkt neben der ökologischen Gemeinschaftssiedlung, drei weitere umweltfreundliche Wohngebäude entstehen. Zwei von ihnen werden als Holzhäuser mit je zwei Wohnungen erstellt, das dritte in Strohballenbauweise mit sechs Wohnungen errichtet.

„Die Wohnungen werden teils barrierefrei und teils barrierearm ausgestattet sein, über einen optimalen Schall- und Sonnenschutz verfügen und die Gebäude insgesamt den derzeit besten KFW-Standard 40+ erfüllen“, berichtete Steinmeyer, der am Mittwochnachmittag den Baufortschritt des ersten Holzhauses verfolgte. Es wird von Zimmerfachleuten in einem von der Schweizer Firma Steko entwickelten Modulsystem aufgebaut, das an Lego-Steine erinnert.

Im Baugebiet Neumühlen in Verden, direkt neben der ökologischen Gemeinschaftssiedlung, entstehen derzeit drei weitere umweltfreundliche Wohngebäude.

Und anstelle von Stein, Mörtel und Zement wird ausschließlich mit Holzelementen gebaut. Innerhalb von wenigen Tagen kann so nach Aussage des Bauherrn ein ebenso solides wie ökologisch fundiertes Haus zusammengesteckt werden. Mit einer schlichten Holzhütte habe dieses moderne und patentierte Bausystem nichts mehr zu tun. Die Holzmodule seien wie Lego zu verbauen, nur sind die Ausmaße um ein Vielfaches größer. Die aus Fichtenholz gefertigten Grundelemente messen 64 mal 32 Zentimeter und sind 16 Zentimeter dick, also etwa wie ein Mauerstein, haben aber den Vorteil, dass sie im Trockenbau ohne Leim aufeinander gesteckt werden.

„Wenn man im Frühling oder im Sommer baut, ist ein solches Haus binnen weniger Wochen bezugsfertig“, so Steinmeyer. Der Zeitfaktor spielt beim Steko-System eine bedeutende Rolle. Dadurch, dass alles in Trockenbauweise erfolgt, kann bereits nach dem Aufrichten mit den Isolationsarbeiten begonnen werden. Steinmeyer: „ Die Hohlräume der Holzmodule werden mit einer Cellulose-Isolation ausgeblasen. Zusätzlich wird eine Außenisolation aus Holzfaserplatten angebracht. Mit diesem kompletten Aufbau ist für ein gesundes, angenehmes Wohnklima gesorgt, und da keine Dampfsperren eingebaut werden, kann das Holz selbstständig die Feuchtigkeit regulieren.“

Die vorausgegangene Planung ist laut Steinmeyer sehr wichtig für den reibungslosen Ablauf. Die Ideen für die Häuser brachten er und seine Partnerin, Sonja Toaspern, in enger Zusammenarbeit mit den beauftragten Architekten ein, während ortsansässige Baufirmen mit den Arbeiten beauftragt wurden. Steinmeyer betont, das alle drei Wohnhäuser überwiegend aus Naturbaustoffen gebaut werden. Auch werde beim Bau insgesamt mehr CO2 eingelagert als produziert, so dass diese nicht erst mit Fertigstellung klimafreundlich würden.

Steinmeyer: „Die Gebäude werden auch einen sehr niedrigen Energieverbrauch haben. Im Sommer wird das warme Wasser durch eine Solaranlage erzeugt, im Winter durch einen mit Pellets gespeisten Ofen.“ Als Heizkörper, so Steinmeyer, seien überwiegend lehmverputzte Wandheizungen vorgesehen und als Kosten für Warmwasser und Heizung für jede der Wohnungen rund 15 Euro monatlich kalkuliert.

„Die meisten der dreifach verglasten Fenster sind nach Süden orientiert, sodass an sonnigen und kalten Wintertagen keine Heizung erforderlich sein wird.“ Und im Sommer gäbe es Verschattungselemente.

Steinmeyer berichtete weiter, dass alle Wohnungen über eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung verfügen werden und dass der Strom für die künftigen Mieter durch eine Photovoltaikanlage erzeugt werde. Außerdem sei eine Tankmöglichkeit für Elektroautos geplant. Die Baukosten je Quadratmeter beziffert der Bauherr auf etwa 1 600 Euro für die Holzhäuser und auf 2 000 Euro für das Strohballenhaus. „Diese Zahlen machen deutlich, dass ökologisches Bauen mit hohem Wohnkomfort und niedrigen Energiekosten möglich ist.“ - nie

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