Novum bei der 30. Auflage

Petra Seydel und Tine Pockels teilen sich Preis der Kunstbörse Verden

Verblüffend wirklichkeitsgetreu: „Jeansstoff 1“ von Tine Pockels.

Verden - Erstmals gibt es auf der Verdener Kunstbörse zwei Gewinnerinnen: Petra Seydel und Tine Pockels teilen sich den Preis. Zum 30. Mal wurde am Sonnabendvormittag die Verdener Institution eröffnet und von der stellvertretenden Bürgermeisterin, Anja König, der Kunstpreis der Stadt vergeben.

Die Jurymitglieder Marita Erdmann-Borgelt (Lehrerin FOS Gestaltung Verden) und die Künstler Anne Keil (Bruchhausen-Vilsen) und Achim Locke (Bremen) würdigten damit die herausragende Arbeit der beiden Künstlerinnen aus der Region: Malerin und Bildhauerin Petra Seydel kommt aus Achim und die Malerin Tine Pockels aus Ottersberg. Insgesamt lagen der Jury 29 Werke von 22 Künstlern vor.

Seydel hat die Juroren mit ihrem Frauenakt in Bronze „Weißt du noch...“ überzeugt und Pockels mit einem Ölgemälde, das den Titel „Jeansstoff 1“ trägt. Der Preis ist mit jeweils 500 Euro dotiert. Außerdem haben beide Preisträgerinnen die Möglichkeit, eine Auswahl ihrer Werke im nächsten Jahr in der Rathausgalerie zu zeigen.

Nach der offiziellen Eröffnung durch die stellvertretende Bürgermeisterin Anja König, gab Marita Erdmann-Borgelt als Sprecherin der Jury zunächst einen allgemeinen Abriss zum Auswahlprocedere der aktuellen Kunstbörse. Insgesamt 85 Künstler hatten sich diesmal mit 204 Kunstwerken unterschiedlichster Natur für die Börse beworben und die Jury vor die Qual der Wahl gestellt.

Ausführlich würdigte Erdmann-Borgelt die Arbeiten der beiden Preisträgerinnen, die sie beide als herausragend beschrieb. So beeindrucke Pockels mit ihrem Werk Jeansstoff mit einer nahezu fotorealistischen Abbildung auf einem Stück Jeansstoff mit Ölfarben, sodass das Werk verblüffend wirklichkeitsgetreu wirke. „Bei näheren Betrachten offenbart sich erst eine an der Wirklichkeit vorbeischrammende, inhaltlich surrealistisch anmutende Fortführung des Stoffes, eine Metamorphose, die den gewohnten Sehprozess in Anlehnung an Rene Magritte herausfordert: Dies ist keine Jeans“, so die Jurorin.

Die Bronzeplastik von Seydel indes zeige einen weiblichen Akt, der seine erotische Ausstrahlung jedoch einbüße durch klumpenförmige Hände, die sich auf Porenbetonstein stützen. Erdmann-Borgelt: „Die Verbindung der Bronzeplastik mit einem Stein aus der Bauindustrie erscheint dem Betrachter zunächst nur als Materialkontrast. Der Titel „Weißt du noch...“ scheint aber bedeutungsschwanger. Inhaltlich werden dem Betrachter somit Ungereimtheiten zugemutet, die gleichzeitig aber auch den Spannungsreichtum der dreidimensionalen Arbeiten ausmachen. Insgesamt, so die Jurorin zusammenfassend, verlangten beide Arbeiten vom Betrachter eine individuelle Rezeption und subjektive Auseinandersetzung. Ein, wenn auch sanfter und ästhetischer, Kommunikationsprozess entstehe, und offene Fragen suchten ihre Antworten.

30. Verdener Kunstbörse eröffnet

Die Verdener Kunstbörse läuft bis zum 10. Dezember und ist während der regulären Öffnungszeiten des Rathauses sowie immer sonnabends von 15 bis 18 Uhr zugänglich. Außerdem bietet Chris Steinbrecher aus Bremen am Donnerstag, 17. November, um 19 Uhr sowie am Sonnabend, 19. November, um 15 Uhr wieder sachkundige Führungen durch Ausstellung an.

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