Körner Electronics aus Verden

Neues Verfahren sorgt für trockene Leiterplatten

Geschäftsführer Uwe Körner (3.v.l.), gab einen Einblick in die Fertigung der Leiterplatten. Bei Rundgang durch den Betrieb dabei (v.l.): Bernd Schmidt, Robert Körner, Uwe Körner, Maren Wülpern, Arne Engelke-Denker und Landrat Peter Bohlmann. - Foto: Haubrock-Kriedel

Verden - Vom Technologietransferangebot der Wirtschaftsförderung in Zusammenarbeit mit dem Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW) profitiert auch die 1963 gegründete Körner-Electronic GmbH in Verden.

Mit Unterstützung des Steinbeis-Transferzentrums für Elektronikkühlung hat sie ein neues Verfahren entwickelt, um Feuchtigkeit in Leiterplatten zu vermindern. Landrat Peter Bohlmann, Maren Wülpern vom Fachienst Wirtschaftsfördrung des Landkreises, Arne Engelke-Denker vom TZEW und Bernd Schmidt, Wirtschaftsförderer der Stadt Verden zeigten sich beeindruckt, als Geschäftsführer Uwe Körner sie beim Betriebsbesuch in die Materie einführte.

Die Körner-Electronic GmbH hat sich auf die Fertigung von elektronischen Baugruppen spezialisiert. Als Kernstück eines jeden elektronischen Geräts sind sie heute in vielen Bereichen zu finden, in der Waschmaschine, im Smartphone, in Windkraftanlagen und sogar zur Futtersteuerung in den Ställen. Die Baugruppen bestehen aus Widerständen, Kondensatoren, Spulen oder integrierten Schaltungen, die meist auf einer Leiterplatte montiert werden. „Die Platine selbst dient sowohl als mechanischer Träger, auf dem die Bauelemente fixiert werden, als auch der elektrischen Verdrahtung“, erläuterte Uwe Körner.

Bei der Leiterplattenbestückung werden zunehmend sogenannte Multilayer verwendet. „Um der Packungsdichte bei modernen SMD-Bauteilen, insbesondere in der Microelectronic gerecht zu werden, reicht es nicht, wenn sich die Leiterbahnen nur auf einer Seite der Leiterplatte befinden. Hierfür werden Mehrlagenplatinen genutzt“, so Körner. Üblich seien vier bis acht Lagen in Computern und bis zu zwölf Lagen in mobiler Elektronik.

Das Leiterplattenmaterial besteht zumeist aus Epoxydharz. „Dieses Material ist hygroskopisch, es nimmt also in gewissem Maße Feuchtigkeit auf,“ erklärt Körner. Und das könne dazu führen, dass das eingelagerte Wasser beim Löten verdampft und sich die Layer voneinander lösen. Das Bauteil sei damit vorgeschädigt.

„Sowohl unsere Kunden als auch Leiterplattenhersteller fürchten diese Ausfallgefahr im späteren Betrieb“, weiß Körner. Bislang habe man versucht, den Feuchtigkeitsgehalt durch Vorerhitzen („tempern“) der Leiterplatten zu reduzieren, doch dieser thermische „Stress“ wirkt sich wiederum negativ auf die folgenden Lötprozesse aus. Gemeinsam mit dem Steinbeis-Transferzentrum habe das Verdener Unternehmen nun eine vielversprechendes Verfahren entwickelt. Die Entfeuchtung der Leiterplatten findet unter Stickstoff bei Raumtemperatur statt. 

„Die ersten 12 Testmonate sind sehr erfolgreich verlaufen. Wir haben keine Qualitätseinbußen und auch fast keine Ausfälle mehr“, berichtet Körner. Für ihn ist der Kontakt zum TZEW zu einem wertvollen Element seiner Arbeit geworden. „Eine gute Vernetzung und der Zugang zu Experten-Know-how kann schlussendlich das fehlende Puzzle-Teil zum Erfolg sein, wenn man als eher kleineres Unternehmen vor der großen Frage des „Wie“ steht“, fasst Körner seine Erfahrungen zusammen.

„Es ist für findige Unternehmer oftmals gar nicht so einfach, eine gute Idee voranzutreiben, wenn man nicht weiß, an wen man sich wenden soll, finanzielle Unterstützung zu erhalten oder auch die Realisierung umzusetzen. Insbesondere bei technologischen Fragestellungen empfehle ich gern die Kontaktaufnahme zu unserem Kooperationspartner, dem Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW) in Stade. 

So auch Herrn Körner. Das TZEW bietet den Unternehmen mittels Verzahnung mit Hochschulen, Instituten und Forschungseinrichtungen den notwendigen Technologietransfer, um genau das Know-how zu liefern, das sie benötigen. Schnell, unbürokratisch und vor allem kostenfrei, denn das Dienstleistungsangebot wird unter anderem durch Mittel des Landkreises finanziert“, bestätigt Maren Wülpern.

ahk

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