Betroffene werben auch in Verden für einen offen Umgang mit Depression

Mutig durch Deutschland

Mit ihrer Mut-Tour wollen die Akteure der Stigmatisierung von Depressionen etwas entgegen setzen.

Verden - Endlich einen offenen Umgang mit Depression leben – unter diesem Motto radeln und paddeln Betroffene und Nicht-Betroffene im Zuge der Mut-Tour gemeinsam durch ganz Deutschland. Ziel ist es, ein Zeichen gegen die Stigmatisierung von Depressionen zu setzen und zu einem offenen Austausch anzuregen.

Für Freitag, 2. September, laden dieAkteure alle Interessierten herzlich dazu ein, sich der Mut-Tor anzuschließen. Treffen ist um 10 Uhr am Verdener Ruderverein zu treffen. Los geht’s um 10.30 Uhr. Ein eigenes Boot ist Voraussetzung für die Teilnahme. Um 11.30 Uhr trifft sich die Verdener Gruppe mit weiteren Teilnehmern am Weserkilometer 326,5 nahe der Aller-Mündung. Von dort geht’s weiter bis zum Ziel der Tagestour, dem Wehr Langwedel. Die Rückkehr zum Verdener Ruderverein ist nach dem Abschied von der Mut-Tour-Gruppe gegen 14.30 Uhr geplant. In Riede findet ebenfalls eine Mitpaddel-Aktion statt. Um 8 Uhr starten alle gemeinsam an der Einlassstelle des Campingplatzes Boller Holz, Ratswiehe 1.

Die Mut-Tour wurde 2012 von Sebastian Burger mit der Intention ins Leben gerufen, dass sich Menschen mit und ohne Depressionserfahrung gemeinsam, vorurteilsfrei austauschen und bewegen können. Er selbst hat sich schon vor der Mut-Tour engagiert und radelte unter anderem mit Blinden durch Deutschland.

Nachdem er von einer Freundin erfahren hatte, dass sie auf der Arbeit unter der Stigmatisierung von Depression litt, fasste er den Entschluss dagegen vorzugehen. „Das Projekt möchte sowohl Betroffenen Mut machen, zu sich zu stehen, als auch Nicht-Betroffene ermutigen, Erkrankten offener entgegenzutreten.“ Vorurteile und Ängste sollen durch das Projekt abgebaut werden.

Die Idee dazu kam ihm während einer eigenen antriebsschwachen Phase, aus der er sich mit viel Sport an der frischen Luft wieder befreien konnte. „Wir machen im Kleinen etwas vor, das Spaß macht und gut tut – nicht nur den Erkrankten, sondern allen, also auch denen, die hoffentlich nie krank werden: Bewegung und Begegnung.“

Sebastians Kollegin, Stefanie Vilsmaier, war ehemalige Teilnehmerin der ersten Mut-Tour (damals noch Mood-Tour) und ist mittlerweile zertifizierte Genesungsbegleiterin im Bereich der Teilnehmer-Betreuung. Für sie ist es sehr wichtig, Betroffene zu ermutigen, über ihre Probleme zu informieren, um anderen und sich selbst zu helfen. Einige hätten zum ersten Mal die Erfahrung gemacht, wie gut es ihnen tuen könne, andere Menschen um Hilfe zu bitten.

Wer sich frage, ob Kajak fahren wirklich gegen Depressionen helfen kann, entgegnet Stefanie, dass sie gerade von Leuten, die die Tour länger begleitet hätten, viel positives Feedback bekommen habe. „Die Gemeinschaft und Bewegung tun vielen sehr gut.“

frg

Weitere Informationen

unter mut.tour.de.

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