Julia Nehus und Sabine Lühning bieten Führung durch das Domherrenhaus an

Wer möchte abends mal allein im Museum sein?

Julia Nehus alias Sophie Elisabeth von der Schulenburg im Barock-Kostüm und Gästeführerin Sabine Lühning proben im Domherrenhaus für die Führung. - Foto: Schumacher

Verden - Was kaum jemand weiß: Wenn das Domherrenhaus abends seine Türen schließt, kehrt noch längst keine Ruhe in das Museum ein. Sophie Elisabeth von der Schulenburg, Ehefrau des Domherrenhaus-Erbauers Hermann von der Schulenburg, wandelt abends durch die Räume und nimmt Gäste mit auf eine spannende Reise in die Vergangenheit.

„Abends allein im Museum“ heißt die neue Führung, die aus den Ideen von Museumspädagogin Julia Nehus und Stadtführerin Sabine Lühning entstanden ist. Die Gäste werden mit auf eine amüsant-gruselige Tour durch das abendliche Domherrenhaus genommen und tauchen tief in die Geschichte ein. Julia Nehus schlüpft dabei – im prächtigen Barock-Kostüm – in die Rolle der Sophie Elisabeth von der Schulenburg, die seit 300 Jahren heimlich auf dem Dachboden des Museums wohnt.

Sie kommt nur herunter, wenn das Domherrenhaus offziell geschlossen ist und keine Mitarbeiter mehr da sind. Nur Sabine Lühning weiß davon und nur sie darf mit den Gästen Frau von der Schulenburg besuchen. Die hat einige schauspielerische Einlagen auf Lager und als Adlige auch so ihre Eigenarten. So fordert sie von jedem Besucher natürlich Handkuss und Knicks bei der Begrüßung.

Die spezielle Führung richtet sich vor allem an Kinder. Die grobe Idee dazu hatten Nehus und Lühning fast parallel: „Wir wollten mal was anderes machen und die Gäste nicht durch die Stadt, sondern irgendwo drinnen führen.“ Julia Nehus hat selbst zwei Kinder und ließ sich vom Kinofilm „Nachts im Museum“ inspirieren: „Wie cool es wäre, tatsächlich mal einen Abend im dunklen Museum zu verbringen, dachte ich.“

Die 41-Jährige ist gelernte Musicaldarstellerin und sieht sich selbst als kreativen Kopf des Projekts: „Ich bin froh, Sabine Lühning an meiner Seite zu haben, sie ist eher der ‘historische Kopf’ und zusammen sind wir ein gutes Team.“ Die Beiden wollen Gegenwart und Vergangenheit miteinander verknüpfen. „Das wird aber auf keinen Fall eine langweilige geschichtliche Führung“, ist sich das Team sicher. Trotzdem habe der Rundgang auch einen Bildungsauftrag, vor allem Kinder sollen einen spielerischen Einblick in die Vergangenheit des Domherrenhauses bekommen. 

Die Atmosphäre soll lustig, aber auch ein wenig gruselig werden. Im Museum wird kaum Licht brennen, lediglich ein paar LED-Kerzen scheinen während der Führung. Kinder können Taschenlampen mitbringen und sich auf die ein oder andere Verdener Gruselgeschichte im dunklen Keller oder auf dem Dachboden freuen. „Die Führung eignet sich auch prima für Schulklassen, Kindergeburtstage oder Weihnachtsfeiern“, betont Lühning. 

Die Premiere für Ferienpass-Kinder ist am Freitag, 14. Oktober, um 17 Uhr. Um 19 Uhr gibt es dann die offzielle Premiere, die jeder buchen kann. Karten gibt es ausschließlich im Museum für zehn Euro zu kaufen, entweder direkt vor Ort oder unter der Telefonnummer 04231/2169.

Weitere Termine für die 90-minütige Führung sind (jeweils um 17 und 19 Uhr) am Donnerstag, 3. November, Freitag, 4. November, Donnerstag, 15. Dezember, Mittwoch, 18. Januar, Donnerstag, 19. Januar, Mittwoch, 1. Februar sowie Donnerstag, 2. Februar. - mas

Mehr zum Thema:

Bilder vom Oktoberfest: Standkonzert zur Halbzeit

Bilder vom Oktoberfest: Standkonzert zur Halbzeit

Kartoffelmarkt in Rotenburg

Kartoffelmarkt in Rotenburg

Bauernmarkt in Moordeich

Bauernmarkt in Moordeich

Verkaufsoffener Sonntag mit Ökomarkt in Verden

Verkaufsoffener Sonntag mit Ökomarkt in Verden

Meistgelesene Artikel

Brand einer Scheune in Holtum (Geest)

Brand einer Scheune in Holtum (Geest)

Motorradfahrer schwer verletzt

Motorradfahrer schwer verletzt

Landwirtschaftsmeister Henning Müller fährt Ernte ein

Landwirtschaftsmeister Henning Müller fährt Ernte ein

Ottersberg feiert bei traumhaftem T-Shirt-Wetter seine „fünfte Jahreszeit“

Ottersberg feiert bei traumhaftem T-Shirt-Wetter seine „fünfte Jahreszeit“

Kommentare