„Menschen heute ergeht es kaum anders als in den 40ern“

Volksbund-Ausstellung im Domgymnasium befasst sich mit Flucht und Vertreibung

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„geflohen, vertrieben – angekommen!?“ heißt es die Wanderausstellung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Bis zum 11. November ist sie im Domgymnasium zu sehen, ab dem 12. November im Verdener Dom.  J

Verden - Um Flucht und Vertreibung geht es bei der vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge initiierten Wanderausstellung „geflohen, vertrieben – angekommen!?“. Jetzt sind die Plakate im Kunstforum des Domgymnasiums (Dog) zu sehen.

Der Schulreferent des Volksbundes, Dr. Henning Pieper, eröffnete die Schau, die zum hochaktuellen Thema „Flucht und Vertreibung“ den Zweiten Weltkrieg zu den Migrationsbewegungen der Gegenwart in Bezug setzt.

Im Beisein des stellvertretenden Schulleiters Michael Spöring, der für die Ausstellung verantwortlichen Lehrkraft Theodora Wagenknecht und Schülern des Leistungskurses Geschichte, Jahrgang 11, erinnerte Pieper an die Wichtigkeit einer intensiven Auseinandersetzung mit den Ereignissen auch Jahrzehnte nach Kriegsende. „Ich weiß gut, wovon ich hier spreche. Auch meine Mutter wurde einst aus ihrer Heimat vertrieben“, so Pieper. Er betreut die Ausstellung, die in Zusammenarbeit des Vereins mit der Universität Osnabrück entwickelt wurde, seit ihren Anfängen.

Die Jugendlichen wies er vor allem auf die Parallelen zwischen damals und heute hin. „Jedes Mal waren über 50 Millionen Menschen auf der Flucht“, sagte er. So würden sich die auf 24 Schautafeln und drei Faltwänden dokumentierten Ereignisse und Vorkommnisse ähneln: Menschen in überfüllten Zügen, ohne Habseligkeiten, verzweifelte Gesichter.

Jüngeren Generationen mit der Thematik konfrontieren

Als ebenso ähnlich beschrieb Pieper den Empfang, den man den Geflüchteten bereitet habe – damals wie heute. „Den Menschen heute ergeht es kaum anders als in den 40er-Jahren den Sudeten, Ostpreußen oder Schlesiern“, sagte Pieper und verwies auf ein menschenverachtendes Schmähgebet aus dem Jahre 1946, das in der Ausstellung zu sehen ist.

Um der Fremdenfeindlichkeit entgegenzutreten, müsse man die Frage nach der Ursache und Natur von Gewaltmigration und Flucht in den Köpfen lebendig halten, vor allem auch die jüngeren Generationen mit der Thematik konfrontieren und sie zum Nachdenken bringen, sagte der Historiker.

Wie sich die Bilder ähneln: Vor 70 Jahren waren ebenfalls viele Menschen auf der Flucht.

Die Ausstellung, die nun im Obergeschoss des Dog zu sehen ist, wurde laut Pieper bereits 20 Mal an Schulen und anderen öffentlichen Orten gezeigt. Sie steht selbstverständlich nicht nur den Schülern und Lehrkräften sondern allen Interessierten bis Freitag, 11. November, offen und wandert danach in den Verdener Dom, wo am Sonnabend, 12. November, die Landesfeier zum Volkstrauertag stattfindet, an der sich auch mehrere Domgymnasiasten beteiligen. Wagenknecht: „Ein Schüler hat dafür seinen Großvater, ein anderer einen Nachbarn und wieder ein anderer einen syrischen Mitschüler über deren individuelle Erfahrungen mit Flucht und Vertreibung interviewt.“ 

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