Abschied in Warnemünde

Schnellboot nach 50 Jahren Patenschaft außer Dienst gestellt

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Die Verdener Gäste erhielten als Abschiedsgeschenk die geschätzte „Zerstörer-Flagge“, die die Mannschaft über Jahre begleitet hat.

Verden - Auf dem ersten Blick ein erfreulicher Anlass, bei näherer Betrachtung jedoch eher ein trauriger: Nach 50 Jahren endet die Patenschaft mit dem Schnellboot Hyäne. Die Jubiläumsfeier mit einem gleichzeitigen Abschied führte eine Abordnung aus der Stadt Verden zu einem Besuch nach Warnemünde. Vertreter der Marinekameradschaft Verden, des Rates und der Verwaltung besuchten das Schnellboot S80 Hyäne.

Seit einem halben Jahrhundert war die patenschaftliche Beziehung zwischen Verden und Hyäne mit viel Leben erfüllt worden, teilt die Stadt Verden mit. Grund für die Beendigung sei die Außer- Dienst-Stellung der letzten vier Schnellboote der Marine. Die letzte Ausfahrt der Boote der Gepard-Klasse 143 A Hermelin, Zobel, Frettchen und Hyäne war eine Familienfahrt. Neben den Angehörigen der Besatzungsmitglieder nahm auch eine Abordnung der Marinekameradschaft Verden teil. Da es sich um einen gemeinsamen Termin aller Schnellboote handelte, wurde die Jubiläumsfeier der Patenschaft erst eine Woche später begangen.

Der feierliche Besuch begann mit einer Ausfahrt auf dem Fahrgastschiff „Käptn Brass“, das von der Schleibrücke am Marinestützpunkt Hohe Düne in Warnemünde ablegte. Bei bestem Ausflugswetter konnten die Gäste die Sehenswürdigkeiten von See aus betrachten. Wieder zurück auf dem Stützpunkt standen für die Gäste Kaffee und Kuchen bereit, während die Besatzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit vom Kommandanten Martin Pauker an Bord der Hyäne verabschiedet wurde.

Auch wenn nicht viel von dieser Verabschiedung erzählt wurde, so war sie für die Besatzung wohl doch ein emotionales Ereignis. Das konnte man auch daran erkennen, dass für die Zeremonie nur eine Stunde vorgesehen war, sie aber doch fast zwei Stunden dauerte. Die wartenden Gäste hatten hierfür aber großes Verständnis.

Bevor das Grillbuffet eröffnet wurde und der Abend mit einer Vielzahl interessanter Gespräche zu Ende ging, bedankten sich Kommandant und Besatzung für den Besuch, insbesondere aber für die gute Patenschaft zwischen der Stadt Verden und dem Schnellboot.

Gerade in den zurückliegenden Jahren wurde die Beziehung durch eine Vielzahl von Besuchen sowohl auf dem Schnellboot als auch in der Patenstadt intensiv gelebt. Besonders sind der Besatzung die Besuche während der Domweih in Erinnerung. Leider konnten sie den Termin in diesem Jahr wegen eines Manövers nicht wahrnehmen. Die Seeleute hoffen jedoch, zu den Jazz- und Blues-Tagen mit einer Abordnung nach Verden kommen zu können.

Intensiv gelebte Beziehungen

Zum Abschied überreichte der Kommandant Martin Pauker im Namen der Mannschaft der scheidenden Patenstadt ein ganz besonderes Geschenk, die Flagge eines Zerstörers. Sie fiel vor über 30 Jahren auf mysteriöse Weise in die Hände der damaligen Besatzung. Die sogenannte „Zerstörerflagge“, die für die jeweiligen Besatzungen große Bedeutung hatte, wurde der Patenstadt als letztem sicheren Hafen anvertraut. Alle Besatzungsmitglieder haben die Flagge mit Namen und Dienstgrad unterschrieben.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Anja König bedankte sich herzlich für das Geschenk und die vielen guten Kontakte. In ihrem kurzen Rückblick erwähnte sie, dass der Stadt Verden bei einem längeren Werftaufenthalt schon einmal eine Flagge, allerdings die der Hyäne, zur Aufbewahrung übergeben worden war.

Neben den Besuchen zur Domweih waren häufig Abordnungen des Patenbootes zum Störtebeker-Heringsessen anwesend. In früheren Jahren habe es auch zwei Fußballspiele im Stadion zwischen Mitgliedern der Besatzung und der Stadtverwaltung gegeben. König bedankte sich besonders bei der städtischen Mitarbeiterin Christine Klasen für die von ihr ständig aufrechterhaltene Verbindung zum Schnellboot, egal an welchen Ende der Welt es unterwegs war. Sie sei der treibende Motor dieser intensiven Patenschaft gewesen.

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