Vorzugsvariante für Neubau der Allerbrücken

Elegante und schlanke Lösung

Blick auf die Nordbrücke. Sie wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.
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Blick auf die Nordbrücke. Sie wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

Verden - Elegant und schlank soll sie aussehen, die neue Allerbrücke. Dass die denkmalgeschützte Nordbrücke einem Neubau weichen muss, steht seit der Tragfähigkeitsprüfung von 2013 fest.

Die Allerstrombrücke und die Allerflutbrücke stammen aus dem Jahr 1934 und können langfristig dem stärker werdenden Verkehr nicht standhalten. Die Planungen für den Neubau sind in Arbeit. Eine Vorzugsvariante stellte Melanie Winter-Lücking von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßen und Verkehr am Donnerstag im Rathaus vor.

„Verden ist ein Nadelöhr, eine wesentliche Verbindung zur Autobahn. Dieses mussten wir bei der Planung berücksichtigen“, erklärte Melanie Winter-Lücking. Deswegen soll eine Vollsperrung während der Bauphase nach Möglichkeit vermieden werden.

Anlass für den Neubau sei, dass die alten Brücken einfach am Ende ihrer Lebensdauer sind. „Weitere Ertüchtigungsmaßnahmen wären nicht wirtschaftlich“, erklärte die Planerin. Einer Zählung zufolge passieren durchschnittlich 15900 Fahrzeuge die Brücke, davon 1320 Lkw. Prognosen erwarten eine Steigerung auf 18000 Fahrzeuge.

28 verschiedene Trassenvarianten hat die Behörde überprüft, in die engere Wahl kamen vier: die Bestandsvariante, eine Nordvariante und zwei Südvarianten. „In jeder dieser Achsen sind verschiedene Bauwerke denkbar“, listete Winter-Lücking auf.

Jeden möglichen Trassenverlauf habe die Behörde mit drei verschiedenen Konstruktionen geprüft, so dass es zwölf Varianten gab. Diese wurden nach verschiedenen Kriterien, darunter Umwelt-, Schall- und Hochwasserschutz sowie landschaftsbildnerische Aspekte, geprüft. Gerade der Umweltschutz ist nicht zu vernachlässigen, denn die Umgebung des Bauwerks mit dem Flusslauf und angrenzenden Wiesen ist im Flora-Fauna-Habitat-Programm der EU und als Vogelschutzgebiet ausgewiesen.

Aus diesem Grund wurde die Brücke mit einer Hilfskonstruktion im Gewässer auch verworfen. Das würde den Fischbestand schädigen. Auch eine Konstruktion mit einem Damm in der Mitte würde einen zu großen Eingriff in die Natur bedeuten. Zudem würden sich beide Brückenvarianten optisch nicht so gut ins Landschaftsbild einfügen.

So fiel die Wahl auf die „Variante B10“. Gemeint ist der Trassenverlauf nördlich der bisherigen Brücke mit einem Stahlverbundbauwerk, das aus zwei Segmenten besteht. „Es ist die elegantere, schlankere, feinere Lösung“, so Winter-Lücking.

Auch der Hochwasserschutz ist bei dieser Lösung gewährleistet, die Deichlinien bleiben erhalten und die Brückenpfeiler sollen sich nicht auf den Abfluss von Hochwasser auswirken. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Variante mit 24 Millionen Euro Gesamtkosten die günstigste Alternative ist.

Die neue Brücke hat eine Länge von 1,03 Kilometern. Die Fahrbahnen in beide Richtungen sind 3,50 Meter breit, und auf jeder Seite soll ein kombinierten Geh- und Radweg mit einer Breite von 2,50 Metern entstehen. „Diese Ausstattung ist kein Standard, aber wir haben beim Bund erfolgreich dafür gekämpft“, betonte Winter-Lücking.

Die Planfeststellung ist für Ende 2017 geplant, Baubeginn werde spätestens 2020 sein. Veranschlagt ist eine Bauphase von drei Jahren. Nachdem die neue Brücke für den Verkehr freigegeben wurde, wird die alte Trasse komplett zurückgebaut.

ahk

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