Drei Verdener lernen Menschen anderer Nationen im Eurocamp in Havelberg kennen

Klischees lösen sich in Luft auf

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Safar Golestani (17 Jahre), Farina Meyer (20 Jahre) und Paula Bethke (17 Jahre) kurz vor der Abfahrt nach Havelberg.

Verden - „Merkt man Unterschiede zwischen den Menschen verschiedener Nationen?“, wollte Bürgermeister Lutz Brockmann von den drei Teilnehmern des Eurocamps im sächsischen Havelberg wissen, die nach zwei Wochen gestern wieder in Verden ankamen. „Also die Italiener erkennt man auf jeden Fall an ihrem aufgedrehten Dasein“, lacht die 17-jährige Paula Bethke. Ansonsten habe der Aufenthalt im Eurocamp viele Vorurteile gegenüber anderen Ländern ausgelöscht.

Das Eurocamp ist ein gemeinsames Projekt der Partnerstädte Verden, Havelberg, Saumur, Formigine und Warwick. Jedes Jahr können sich Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren für die Teilnahme am Eurocamp bewerben, das immer in einer anderen Partnerstadt geplant wird.

Dieses Mal ging es in die Hansestadt Havelberg in Sachsen-Anhalt. Dort erlebten die drei Verdener Safar, Farina und Paula zwei aufregende und erlebsnisreiche Wochen mit Jugendlichen aus anderen Partnerstädten. Auf dem Programm standen verschiedene Projekte: So wurden Bänke in den jeweiligen Nationalfarben bemalt oder Brutkästen für Eisvögel zusammengebaut. Nach getaner Arbeit durften die Schüler ihre Freizeit teilweise frei gestalten, zum Beispiel mit Radfahren, Schwimmen, Paddeln oder Essengehen. Zudem ging es einen Tag nach Berlin. Abends wurde gekocht – nationaltypische Gerichte wurden aufgetischt. „Wir Deutschen haben Schnitzel gemacht“, erzählt Farina Meyer. „Die Engländer haben Fish & Chips zubereitet“, so Safar Golestani. „Das war so lecker, das war ganz schnell alles aufgegessen.“

Untereinander haben sich die Jugendlichen, die sich allesamt vorher nicht kannten, ziemlich gut verstanden. Jeder habe seine Eigenarten, doch viele Vorurteile und Klischees gegenüber fremden Menschen und Nationen lösen sich beim Zusammenleben in Luft auf, sind sich die Drei einig. Lutz Brockmann freut sich über die positive Erfahrung der Verdener in Havelberg und wünscht sich, dass die Jugendlichen zu Botschaftern werden, denn um den Sinn der europäischen Gemeinschaft mit Leben zu füllen, brauche es mutige Menschen wie sie.

Die Stadt Havelberg an sich hat den Schülern auch gut gefallen: „Klein, aber schön“, so das einstimmige Urteil. „Die Engländer sind jedoch fast verrückt geworden, weil es in Havelberg – im Gegensatz zu Warwick – kein öffentliches Wlan gibt. Aber sie haben es ja überlebt“, lacht Paula. Nach dem Erlebnisbericht ging es für die Drei direkt ins Bett – Havelberger Nächte sind kurz! Das fünfte Eurocamp findet vom 20. Juli bis zum 2. August 2017 im italienischen Formigine statt. Die Stadt Verden nimmt gerne Bewerbungen von interessierten Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren entgegen. mas

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