Ehepaar Springhorn geht in „Rente“ 

Jetzt ist Schluss: 97 Jahre gibt es nun das Geschäft Vollstedt

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Joachim und Hanna Springhorn werden zum Jahresende das Geschäft von Vollstedt aufgeben.

Verden - Von Volkmar Koy. Nach Bilges und Stelling nun der nächste Verdener Kracher: Joachim Springhorn (68) wird zum Jahresende das inhabergeführte Glas-, Porzellan- und Haushaltswarengeschäft Vollstedt in der Großen Straße aufgeben. Im Gegensatz zu den beiden Schlachtern hat Springhorn schon einen Mieter in der Hinterhand: die Firma Hold Mode Vertriebs GmbH.

Der Räumungsverkauf bei Vollstedt beginnt am kommenden Montag. „Handel ist Wandel“ hat Joachim Springhorn gleich eine Überschrift für die Geschäftsaufgabe parat. 97 Jahre gibt es nun schon das Geschäft Claus Vollstedt in Verden. Das Haus in der Großen Straße, mehrmals um- und neugebaut (1853), hatte im Lauf der Zeit manches miterlebt. Vom Bäcker über einen Bürgermeister (Pollitz), einem Gastwirt, einem Kaufmann, einer Brauerei, einem Schenkwirt und Färber sowie zuletzt wieder Kaufleute.

1919 hatten Sofie und Claus Vollstedt das Gebäude Große Straße 73 gekauft. Nach Wirtschaftskrise und Weltkrieg vergrößerten sie das Sortiment um Kinderwagen und Kleinmöbel. In den 60er-Jahren wurde dieses aber wieder aufgegeben und das Sortiment Geschenkartikel dazu genommen. 1967 starben Sofie und Claus Vollstedt. Ihre Nichte Margarete Springhorn führte das Geschäft weiter. 1983 übernahm es Joachim Springhorn zusammen mit seiner Ehefrau Hanna und führte es bis zum heutigen Tag – jetzt immerhin 33 Jahre lang.

Da Vollstedts keine eigenen Kinder hatten, aber sehr gerne Kinder mochten, wurden viele Töchter und Söhne aus der Verwandtschaft aufgenommen. Sie gingen dann in Verden zur Schule und fanden bei ihnen Quartier. So richtig groß geworden sind in diesem Geschäftshaus die beiden Kinder von Hanna und Joachim Springhorn. Trotz ihrer kaufmännischen Ausbildung haben beide aber einen anderen Beruf gewählt.

In der Großen Straße ein Markenzeichen: die Fassade von Vollstedt.

Rund 45 Angestellte, Auszubildende, Lageristen und Haushaltshilfen waren in den 97 Jahren Geschäftshaus Vollstedt beschäftigt. Joachim Springhorn: „Ich bin stolz, bis heute über einen erfahrenen Mitarbeiterstab zu verfügen, der uns immer wieder unterstützt.“ Doch jetzt sei die Zeit reif für einen Wandel. Das Rentenalter sei erreicht, so Springhorn und vieles könne die junge Generation heute besser gestalten – „darum ist jetzt für mich und meine Frau Schluss“.

Viele Aktionen der Werbegmeinschaft „Verden hat’s“ seien vom Hause Vollstedt mitgetragen worden wie Weihnachtsgewinnwochen, Stadttombola, Hilfe für krebskranke Kinder und SOS Kinderdorf. Der Verdener Kaufmann: „Aktionen müssen von allen mitgetragen werden, den Bürgern, der Stadtverwaltung, dem Handwerk, der Industrie und dem Handel – alle müssen an einem Strang ziehen.“

„Es hat Spaß gemacht“, ziehen Hanna und Joachim Springhorn eine durchaus positive Bilanz. Verden sei eine wunderschöne Stadt, die auch in Zukunft mit Flair und Aktivitäten etwas Besonderes in der heutigen Einkaufslandschaft sei, denn „Handel ist Wandel“.

Dank Hold werde nun aus dem Haushaltswaren- ein attraktives Modegeschäft, so Springhorn. Nach Renovierungsarbeiten werde Hold Ende März/Anfang April 2017 einziehen. Geschäftsführer Ralf Elfers dazu: „Wir sind super zufrieden mit dem Standort Verden und werden im Hause Vollstedt neue Ideen entwickeln.“ Bleibt das bestehende Hold-Geschäft? Vieldeutige Antwort: „Lassen Sie sich überraschen.“

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