Fachgeschäft in der Fußgängerzone bereitet sich auf besonderes Jubiläum vor

125 Jahre Paradies für Kinder

Artur und Erna Witte.

Verden - Der Einzelhandel ist ein Beziehungsgeschäft, das Menschen berät und mit seinem Sortiment überzeugen muss. Das gelingt der Firma Witte in Verden jetzt schon seit 125 Jahren. Das von Carmen Witte erfolgreich geführte Familienunternehmen zeigt sich innovativ und ist auf Dynamik und ständige Erneuerung ausgelegt. Gefeiert wird das Jubiläum im Jahresverlauf mit Rätseln, einem Fotowettbewerb und Aktionen für die ganze Familie. Los geht’s mit dem Jubiläumsempfang für geladene Gäste am Freitag, 1. April. Das Fachgeschäft schließt an diesem Tag deshalb schon um 15 Uhr. Für die Kunden bleibt dann am Sonnabend, 2. April, und tags darauf am verkaufsoffenen Sonntag viel Zeit, das Sortiment zu erkunden.

Natürlich soll nach der langen Geschichte auch Nostalgie aufkommen. Deshalb sind im Geschäft alte Artikel aus dem Fundus zu sehen, die sicher bei einigen Erinnerungen wachrufen. Mittlerweile sind Läden wie das Kinderparadies selten geworden in der Verdener Innenstadt: Die alt eingesessenen, inhabergeführten, Einzelhandelsgeschäfte, die noch vor wenigen Jahren das charakteristische Bild prägten.

Carmen Witte und ihre Mutter Freya Witte sind daher zurecht stolz darauf, dass sie dieses Jubiläum feiern können. Am 1. April ist es genau 125 Jahre her, dass Hermann Witte und Adolf Euling den Grundstein für das Kinderparadies Witte legten.

Vieles hat sich in dieser Zeit verändert, natürlich das Sortiment, aber auch die Ladengröße. Was aber geblieben ist: Der Kunde steht auch bei Wittes Urenkelin Carmen im Mittelpunkt. Jeden Wunsch möchte sie erfüllen und was nicht vorrätig ist, versucht sie zu besorgen.

Aus der Familienchronik weiß Carmen Witte, dass die Gründer zunächst ein Fachgeschäft für Haushaltswaren und Küchengeräte eröffnet hatten, in dem Spielwaren nur gelegentlich, etwa zur Weihnachtszeit, im Sortiment zu finden waren. Als Hermann Witte 1918 im Alter von nur 58 Jahren starb, habe dessen Witwe Dora das Geschäft mit Unterstützung ihres Sohnes Artur weitergeführt. Und der machte nach dem Tod der Mutter mit seiner Ehefrau Erna weiter. „Artur und Erna Witte hatten zwei Söhne: meinen Vater Horst und Bodo, die beide eine Lehre zum Porzellan-Kaufmann absolvierten“, berichtete die Inhaberin.

Anfang der 50er Jahre traten die beiden Brüder ins elterliche Unternehmen ein und wurden mit verschiedenen Aufgaben betraut: „Mein Vater kümmerte sich um den Bereich Spielwaren, während sein Bruder für das Angebot an Glas, Porzellan und Haushaltswaren verantwortlich zeichnete.“

1957 drohte das Geschäftshaus, aus allen Nähten zu platzten. Deshalb entschloss sich der Großvater Artur Witte, einzelne Geschäftsbereiche auszugliedern. An der Großen Straße 115 wurde in viermonatiger Rekord-Bauzeit ein Fachgeschäft für Spielzeug, Camping- und Sportartikel, Kindermöbel, Kinderwagen, und -kleidung erbaut. Der Senior sei noch bis zu seinem Tod 1973 als Chef in beiden Geschäften tätig gewesen. Die Umwandlung in Einzelfirmen erfolgte erst nach dem Tod seiner Witwe Erna.

Carmen Witte erinnert sich, wie ihre Eltern Horst und Freya Witte das Kinderparadies zu einem mittelständischen Fachgeschäft von regionaler Bedeutung entwickelten. Das Ehepaar trat den Branchenverbänden Nürnberger Bund und Vedes bei und passte auch die Sortimente kontinuierlich den sich verändernden Rahmenbedingungen und Kundenbedürfnissen an.

Der Wandel zum reinen Spielwarenfachgeschäft erfolgte Mitte der 90er Jahre. Zeitgleich erkrankte Horst Witte schwer. Tochter Carmen, die damals in Stuttgart in ihrem erlernten Beruf als Krankengymnastin arbeitete, kehrte nach Verden zurück. „Ich wollte meiner Mutter helfen, damit das Geschäft weiter bestehen konnte. Es ging schließlich auch um den Erhalt der Arbeitsplätze der zumeist langjährigen Mitarbeiterinnen“, erzählt Carmen Witte. 2002 legte sie ihre Prüfung als Handelsfachwirtin ab und führte das Geschäft ins Jubiläumsjahr, während das Glas- und Porzellanhaus Witte schon seit 16 Jahren geschlossen hat. „Wir sind gut positioniert, was nicht zuletzt dem engagierten 'Treue-Team' der Mitarbeiterinnen und der familiären Unterstützung zu verdanken sei. Die Kunden wissen all das zu schätzen, besonders aber die persönliche Beratung“, freut sich Carmen Witte. - nie

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