Ausschuss stimmt für Förderantrag „Brückenschlag über die Aller“

Immer mehr Radfahrer

Die Halterungen für die Rad- und Fußwegverbindung sind an der neuen Eisenbahnbrücke bereits angebracht. - Foto: Wienken

Verden - Der „Brückenschlag über die Aller“ zwischen Verden und Wahnebergen kostet eine Stange Geld, circa 2,9 Millionen Euro. Wenn alles rund läuft, kann die Stadt Verden mit Fördermitteln von 70 Prozent rechnen, müsste einen Eigenanteil von 970 000 Euro finanzieren. Ein verlockendes Angebot. Im Ausschuss Straßen und Stadtgrün stimmte die Mehrheit dafür, sich um die Fördergelder zu bewerben. Klärungsbedarf sieht noch die CDU, deren Vertreter sich bei der Abstimmung enthielten.

Erst im Juli 2015 hatte der Rat der Stadt Verden mit dem Beschluss zur Nachhaltigkeitsstrategie die Verwaltung beauftragt, das Zukunftsprojekt der Rad- und Fußgängerbrücke entlang der Eisenbahnverbindung in den nächsten zwei bis drei Jahren voranzubringen. Und nun kann auf einmal alles viel schneller gehen (wir berichteten). Im Ausschuss räumten Marcel Bonse und Jürgen Köhler dem Vorhaben große Chancen ein. Das Duo von der Agentur „Spurwechsel“ sammelt derzeit für das Projekt fleißig Argumente. „Und es gibt viele, die dafür sprechen“, so Bonse. Bis zum 30. September wollen er und sein Kollege die Papiere zusammenhaben, dann endet die Abgabefrist für den Bundeswettbewerb „Klimaschutz im Radverkehr“.

Die erste Hürde hat die Stadt Verden bereits erfolgreich genommen. Voraussetzung für die Teilnahme am Wettbewerb um die Fördermittel war die Einreichung einer sogenannten Projektskizze. Aus 183 Vorschlägen wurden 50 Ideen ausgewählt, darunter auch die Rad- und Fußverbindung an der Eisenbahnbrücke. „Die Idee der Brücke passt in die Zeit, immer mehr Menschen werden mit Rad oder E-Bike unterwegs sein“, so die Prognose von Bonse. Ein vorliegendes Gutachten aus dem Jahr 2011 belegt, dass die neue Brücke als attraktive Abkürzung zahlreiche Pendler motiviert, mit dem Rad zu fahren. Danach würden 250 Befragte vom Rad auf das Auto umsteigen, so hieß es damals. „Es werden noch mehr werden“, prognostizierte Bonse.

Jeder Radfahrer sei zudem ein Auto weniger vor der Kreuzung in Hönisch und entlaste somit den Stadtverkehr, so Bürgermeister Lutz Brockmann im Ausschuss. Letztendlich, so die Berechnungen, sei eine nachhaltigen Senkung der Treibhausgase in Höhe von 147 Tonnen CO2 pro Jahr zu erwarten.

Die Kosten für das Förderprojekt „Brückenschlag über die Aller“ betragen insgesamt circa 2,9 Millionen Euro. Die Ausgaben für die Rad- und Fußgängerbrücke liegem laut Entwurfsplanung bei 2,1 Millionen Euro. 2,5 Meter breit, durchgehend beleuchtet, mit Sicherheitsabstand zu den Bahngleisen, so soll die Brücke aussehen. In Verden kann der Radweg direkt auf die Straße Alte Burg geführt werden, auch eine Anbindung an den Alleruferweg ist möglich. In Wahnebergen ist eine Fortführung über den vorhandenen Weg hinter dem Deich angedacht.

Neben den Kosten für die Brücke fallen weitere Ausgaben für Umbau- und Neugestaltung der Bahnhofstraße (214 000 Euro) und Im Burgfeld (58 000 Euro) mit Schutzstreifen für Radfahrer an. Der Bau öffentlicher Radabstellanlagen schlägt mit 316  800 Euro zu Buche, notwendige Öffentlichkeitsarbeit mit 175  000 Euro sowie die Installation einer Zählanlage auf der Brücke mit 7 500 Euro. „Bedingungen, die im Rahmen des Förderantrages zu erfüllen sind“, so Bonse.

Klappt’s mit der Förderung, verbleibt für die Stadt eine Kofinanzierung von 970 000 Euro. Die Hälfte davon, so Brockmann, sei ohne zusätzliche Mittel im Haushalt zu leisten. Die Gemeinde Dörverden ist für das Projekt, kann allerdings finanziell nichts beisteuern. Der Landkreis hat ebenfalls seine Sympathie bekundet, der Kreistag müsste nach der Kommunalwahl darüber entscheiden.

In den Reihen des Ausschusses gab es duchweg Zustimmung für die Bewerbung. Birgit Mellerowitz forderte allerdings noch weitere Berechnungen. „Wir wollen eine zuverlässige Finanzierung“, betonte sie. Ihre Fraktion enthielt sich daher bei der Abstimmung. Der Rat wird am 27. September darüber entscheiden. Erst wenn der Förderantrag durch ist, könnte auch gebaut werden. Voraussetzung dafür wäre ein Planfeststellungsverfahren. Darüber hätte dann der neue Stadtrat abzustimmen.

Die Zeit läuft, denn Fördergelder fließen nur, wenn das Projekt bis zum Jahr 2018 abgeschlossen ist. - mw

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