Neue Beziehungen: Mitarbeiter im Tierheim hoffen auf Nachwirkung der offenen Tür

Ein Heim für Zwergwidder Paul

Fast wie ein Jahrmarkt wirkten die Angebote rund ums Tierheim.

Verden - Sprichwörtlich tierisch was los war im Tierheim in Verden-Walle: Der Tierschutzverein hatte zum jährlichen Tag der offenen Tür eingeladen und wie in den Jahren zuvor, waren Hunderte Besucher der Einladung gefolgt. Offensichtlich hatte auch der heilige Franz von Assisi, der Schutzpatron der Tiere, bei Petrus ein gutes Wort für die Tiere eingelegt. „Wenn der Andrang und das Interesse der Öffentlichkeit immer so groß wäre, hätten wir weniger Sorgen“, bilanzierte eine ehrenamtliche Helferin den Publikumsandrang.

Anja Rust mit ihren Söhnen Mika, Lasse und Nick und Zwergwidder Paul. - Fotos: Niemann

Durch den Tag der offenen Tür sollen vor allem auch die Chancen der Tierheimbewohner auf ein neues Zuhause steigen. „Heute werden zwar definitiv keine Tiere abgegeben, aber wer an einem unserer Schützlinge interessiert ist, kommt dann an einem anderen Tag wieder“, erzählte Tierheim-Mitarbeiterin Heike Rauch. Sie hofft, dass der Tag ein ordentliche Nachwirkung hat. Für den sechs Monate alten Paul etwa stehen die Vermittlungschancen bereits richtig gut. Anja Rust und ihre Söhne Mika, Lasse und Nick hatten das junge Zwergwidder-Kaninchen beim Rundgang entdeckt und sofort ins Herz geschlossen. „Wir überlegen zwar noch, aber da wir ohnehin schon länger auf der Suche nach einem neuen Partner für unsere Häsin Sunny sind, ist die Übernahme von Paul für uns eine Option“, erklärte Rust.

Im Rahmenprogramm mit Livemusik, Spielaktivitäten und Schminken für Kinder und vielem mehr waren auch die Wüstenbussarde Nordy und Ema und die Falkner vom Orden Deutscher Falkoniere, Daniel Wehnl und Thorsten Koppe, ein Publikumsmagnet. „Wir setzen die Tiere für die Jagd beispielsweise in Gewerbegebieten oder auch auf Privatgrundstücken ein, wo es viele Kaninchen gibt, die Schaden anrichten. Überall dort, wo Waffen nicht erlaubt oder zu gefährlich sind, findet die 4 000 Jahre alte Jagdform ihre Anwendung“, erklärte Wehnl.

Tag der offenen Tür im Tierheim Verden

Professionell war auch das Informations- und Beratungsangebot, und der Bedarf war enorm. So seien unerfahrene Hundehalter schnell mit der Erziehung ihrer Tiere überfordert. Was etwa beim Welpen noch süß und putzig ist, wird beim ausgewachsenen Hund schnell unangenehm. Die Tierheime sind deshalb voll von temperamentvollen Hunden, die ihren Herrchen über den Kopf gewachsen sind. Dabei gebe es so viele Möglichkeiten, gerade einem jungen Hund etwas beizubringen, war zu erfahren. Der Tag der offenen Tür war begleitet von einer Tombola. Sponsoren hatten interessante Gewinne ausschüttet. 

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