Grenzen des Blues neu gesteckt

WellBad aus Hamburg begeistert im Domgymnasium

Das Publikum war begeistert von der Hamburger Band.

Verden - Das letzte Konzert, zu dem der Verein Verdener Jazz- und Blues-Tage in diesem Jahr eingeladen hatte, war für die Fans noch einmal ein echter Hochgenuss und eine Überraschung. Die international erfolgreiche Band WellBad aus Hamburg gastierte im Domgymnasium und zeigte, wie mitreißend Blues klingen kann.

Kopf der Band ist der 27-jährige Singer/Songwriter Daniel Welbat. Sein unverwechselbares Markenzeichen ist seine raue kratzige Stimme, die aber trotzdem auch überraschend sanft klingen kann. Bei seinem Gastspiel im Domgymnasium hatte der sympathische Sänger mit Hut und Vollbart keine Mühe, das Publikum für sich zu gewinnen.

Schon nach den ersten rockigen Klängen gab es heftigen Applaus und begeisterten Jubel. „Wir machen hier jetzt unser Ding, wir wollen ja alle schnell nach Hause“, sagte Welbat nach den ersten Stücken. Das war zum Glück nur ein Scherz, gemeinsam mit seiner großartigen Band zog der Sänger alle Register seines Könnens, wirkte dabei ehrlich und authentisch, wie sonst kaum ein anderer. Das übertrug sich auch aufs Publikum, still stehen war praktisch nicht möglich, alle bewegten sich im Rhythmus der Musik.

„Lachende Gesichter beim Blueskonzert, ich glaube, ich muss euch etwas runterholen“, sagte Welbat und schlug melancholische Bluestöne an. Dem Publikum gefiel es nicht minder. Im Verlauf des Abends zeigte Daniel Welbat eindrucksvoll, dass Blues überraschend rockig und auch etwas jazzig klingen kann. Gerade bei den ruhigeren Stücken erinnerten die Gitarrenparts stellenweise an die Dire Straits. Interessante Akzente setzte die Band mit Trompete und Kontrabass.

Von Trennung, Seelenschmerz oder dunklen Tagen

Bei den Instrumentalparts applaudierte das Publikum immer wieder spontan. Welbat, der auch oft selbst zur Gitarre griff, faszinierte mit seiner Stimme wie grobes Sandpapier und seiner Bühnenpräsenz immer wieder aufs Neue. Die Songtexte sind meist melancholisch, erzählen von Trennung, Seelenschmerz oder dunklen Tagen. Bei „Coffin for two“ geht es darum, sich zu zweit begraben zu lassen. „Das macht die Sache schmackhafter“, so Welbar trocken.

Die Band stellte an diesem Abend auch die Songs ihrer neuen EP „Jackleen“ vor, die im legendären Sun-Studio in Memphis/Tennessee aufgenommen wurden. Neben dem Titelsong kamen auch „Rid of it“ und das in F-moll geschriebene „Happy Worst Day“ beim Publikum prima an. So kam das Konzertende nach dem letzten „offiziellen“ Song natürlich viel zu früh. „Es gibt das Wort Zugabe“, hatte Welbat jedoch vorher schon augenzwinkernd angedeutet. Davon machten die begeisterten Fans ausgiebig Gebrauch, so ging es noch in eine kleine Verlängerung, bevor WellBad sich endgültig vom Verdener Publikum verabschiedeten. 

ahk

Mehr zum Thema:

Immer mehr Wohnungslose in Deutschland

Immer mehr Wohnungslose in Deutschland

Van der Bellen neuer Präsident in Österreich

Van der Bellen neuer Präsident in Österreich

Weihnachtsmarkt in Nordwohlde

Weihnachtsmarkt in Nordwohlde

Klaus Allofs' Erfolge

Klaus Allofs' Erfolge

Meistgelesene Artikel

Zwei Panzerfäuste in Achim gefunden

Zwei Panzerfäuste in Achim gefunden

Erneut Vollsperrung an der L 158

Erneut Vollsperrung an der L 158

Feuerwehr kann Mercedes nicht mehr retten

Feuerwehr kann Mercedes nicht mehr retten

Freiheitsstrafe für irren Kaufrausch

Freiheitsstrafe für irren Kaufrausch

Kommentare