„Finnisch klingt zuerst wie Chinesisch“

Inga Janßen berichtet von ihrem Austauschjahr

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Rotary-Jugenddienstleiter Uli Schmitz mit Finnlandrückkehrerin Inga Janßen. 

Verden - „Ich habe eine Erfahrung fürs Leben gemacht, ich sehe jetzt viele Dinge ganz anders“, sagt Inga Janßen. Die 17-jährige Verdenerin nahm am Jugendaustauschprogramm des Rotary Clubs teil und verbrachte zehn Monate in Finnland bei drei verschiedenen Gastfamilien. Seit Juni ist sie zurück in ihrer Heimatstadt. Jetzt erzählte sie von ihren Erfahrungen und Erlebnissen im hohen Norden.

Anders als viele ihrer Altersgenossen zog es Inga nicht in südliche Gefilde. „Ich wollte in den Norden, da, wo nicht jeder hingeht“, sagt sie. Gewohnt hat Inga im Süden Finnlands, circa 30 Kilometer entfernt von Helsinki in einer Stadt, die von der Größe her mit Verden vergleichbar ist. Mit viel Ehrgeiz machte sie sich auch daran, die finnische Sprache zu lernen.

Die Dunkelheit ist gewöhnungsbedürftig

Leicht sei ihr das allerdings nicht gefallen. „Finnisch klingt zuerst wie Chinesisch. Auch spricht jeder ein wenig anders, gerade die Männer mit ihren Stimmen konnte ich zuerst schlecht verstehen“, berichtet Inga. Dennoch konnte sie ihre Gastmutter nach drei Monaten bereits verstehen. Um Weihnachten herum traute sie sich auch, selbst zu sprechen.

Gewöhnungsbedürftig waren auch der lange Winter und die Dunkelheit. Schnee gab es von Ende Dezember bis Ende März. „Die Dunkelheit schlägt schon manchmal aufs Gemüt. Im Winter war es nur von 9 bis 14 Uhr hell“, erzählt die Schülerin. Auch bei den Finnen sei das zu spüren gewesen. „Die Finnen reden nicht viel und im Winter noch weniger“, hat Inga festgestellt. Die tiefste Temperatur, die sie erlebt hat, waren 31 Grad. Dennoch habe sie die Kälte gar nicht so empfunden. „Die Luft ist dort viel trockener. Ich habe gar nicht gemerkt, dass die Beine blau gefroren waren.“ Den Midsommer als Entschädigung für den langen Winter hat sie leider nicht erlebt, da sie bereits Anfang Juni wieder nach Hause fuhr. Dafür hat sie einmal Nordlichter gesehen.

Beeindruckendes Schulsystem

Beeindruckt zeigt sich die Domgymnasiastin von dem Schulsystem in Finnland. Das Schuljahr ist in fünf Abschnitte zu je sechs Wochen aufgeteilt, nach jedem Abschnitt gibt es Prüfungen. Das Arbeiten an der Schule ist sehr offen, fast wie an einer Universität. Die Schüler haben viele Freiheiten, es ist ihnen selbst überlassen, was sie lernen.“ Dadurch herrsche weniger Druck und alle gingen lieber zur Schule als hier. Das System scheint zu funktionieren. „Alle legen sich ins Zeug und möchten etwas lernen“, betont Inga.

Zu ihren schönsten Erinnerungen gehört auch eine fünftägige Tour durch Lappland. Enttäuscht war Inga lediglich von ihrem Besuch im Weihnachtsmanndorf. „Das war nur eine Tankstelle gegenüber der Autobahn“, erzählt sie. Wesentlich besser gefiel ihr ein Besuch im Nationalpark, auch wenn es im Winter dort nur zwei Stunden hell ist. „Es gab dort Natur pur, nur den Wald und die Tiere.“

Insgesamt zieht Inga aus ihrem Auslandsaufenthalt ein positives Fazit. „Das ist schon ein richtiger Einschnitt im Leben, aber ich bin viel selbstbewusster geworden“, sagt sie. Wenn man mit anderen Kulturen konfrontiert werde, könne man deren Verhalten auch besser verstehen. Aber auch ihre Heimatstadt sieht sie jetzt mit anderen Augen. „Als ich wieder da war, habe ich gemerkt, was Verden doch für eine schöne Stadt ist.“  

ahk

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