Konjunkturumfrage der IHK Stade

Fachkräfte werden zum Engpass

Verden/Stade - Mit dem dritten Quartal 2016 sind die Unternehmen im Elbe-Weser-Raum durchweg zufrieden. Wie die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Stade für den Elbe-Weser-Raum zeigt, bewerten 92 Prozent der Betriebe ihre gegenwärtige Geschäftslage als gut beziehungsweise befriedigend.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Industrie und im Baugewerbe, wo nur zwölf beziehungsweise zehn Prozent mit ihrer gegenwärtigen Lage unzufrieden sind. Im Handel freuen sich 35 Prozent über eine verbesserte Ertragslage. Gleichzeitig bemängeln 37 Prozent einen Rückgang in der Konsumneigung ihrer Kunden im Vergleich zum Vorquartal. Mehr als zwei Drittel der Dienstleistungsunternehmen bewerten ihre aktuelle Lage als befriedigend.

Beim Blick in die Zukunft sind die regionalen Unternehmen weiterhin zurückhaltend. Während mehr als die Hälfte (55 Prozent) mit einer gleichbleibenden Geschäftsentwicklung rechnet, erwarten nun mehr Betriebe als im Vorquartal einen ungünstigeren Verlauf. Ihr Anteil ist von 19 auf 25 Prozent angestiegen. Das größte Risiko sieht die regionale Wirtschaft bei der Inlandsnachfrage. Aber auch steigende Arbeitskosten machen den Betrieben zu schaffen.

„Darüber hinaus treibt die Unternehmen die Sorge um, kein geeignetes Personal zu finden“, sagt Henrik Gerken, Referent für Volkswirtschaft der IHK Stade. Ein Drittel der Betriebe kann derzeit offene Stellen längerfristig (mehr als zwei Monate) nicht besetzen. Gesucht werden vor allem Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung im kaufmännischen und technischen Bereich.

Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt erschwert zusätzlich die Suche nach Fachkräften. Im dritten Quartal hat die Zahl der Arbeitslosen weiter abgenommen. Ende September waren 21 669 Menschen im Elbe-Weser-Raum ohne Beschäftigung, 253 weniger als im Vorjahresmonat. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von fünf Prozent. Niedersachsen und Deutschland liegen mit je 5,9 Prozent über dem hiesigen Niveau. „Der Fachkräftebedarf wird damit immer mehr zum Engpass in den Betrieben“, prognostiziert Gerken. In den kommenden zwölf Monaten versuchen Unternehmen daher überwiegend, den Personalbestand konstant zu halten. Bei den Investitionen sind die Unternehmen auch zurückhaltend. Die Hälfte der Betriebe rechnet mit etwa gleichbleibenden Ausgaben. Erfreulich ist, dass 28 Prozent eine Erhöhung ihrer Investitionen planen. Die Ausgaben werden in erster Linie getätigt, um Ersatzinvestitionen (54 Prozent) zu realisieren. Für mehr als ein Drittel spielen Rationalisierungsaspekte eine Rolle, wohingegen 30 Prozent wegen Kapazitätsausweitungen investieren wollen.

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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