Viel Resonanz auf Schnuppertag bei Verdens Motorfliegern / Landung auf Verkehrsflughäfen

Erste Begegnung mit Höhenmesser und Kurskreisel

Eines der vielen Infogespräche beim Schnuppertag, hier mit dem jüngsten Motorflug-Lehrer Niedersachsens, Malte Sommer (rechts), der seit zwei Jahren in Verden schult.

Verden - Der Achimer Peter Stoick gehörte zu den ersten, die sich ihr eigenes Bild vom Luftsport machten. Einigen Respekt habe er, räumte er ein, vor den großen Verkehrsmaschinen noch mehr als vor den etwas kleineren Ausführungen, die auf dem Flugplatz Scharnhorst stehen.

Ein detailliertes Gespräch mit einem der Fluglehrer später, und schon war ihm diese Sorge genommen. Nein, er wolle zumindest den Schnupperflug wagen, sagte er. Peter Stoick ist kein Einzelfall. Trotz regnerischen Wetters waren viele Motorfluginteressierte der Einladung des Verdener Luftfahrt-Vereins zum Info-Tag gefolgt. „Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden“, zog Organisator Jens Frenz, gleichzeitig Ausbildungs-Leiter, ein erstes Resumee.

Großes Interesse lösten freilich nicht nur die Vereinsmaschinen des konventionellen Motorflugs aus. Beeindruckt nahmen die Besucher auch zur Kenntnis, dass in Scharnhorst als einzigem Flugplatz im Großraum Bremen sämtliche Formen des Fliegens möglich sind, und darin geschult wird. Im trendigen Ultraleichtflugzeug zum Beispiel, oder im genügsamen Motorsegler. Ein gutes halbes Dutzend ehrenamtlicher Fluglehrer nimmt sich jedes einzelnen angehenden Piloten individuell an. Unter ihnen mit Malte Sommer (28) der jüngste Fluglehrer Niedersachsens. Seit knapp zwei Jahren schult er in Verden Starts und Landungen, fliegt mit den Prüfungs-Aspiranten Ziele bis hin zu den Nordseeinseln an und macht mit ihnen auch vor den großen Verkehrsflughäfen nicht halt, die ebenfalls angesteuert werden.

Ein wenig unübersichtlich sei es, das Cockpit, auf den ersten Blick jedenfalls, befand der Cluvenhagener Burkhard Patschull, der am Steuerknüppel einer Cessna Platz genommen hatte. Schnell lernte er neben Fahrt- und Höhenmesser auch das Variometer kennen, das die Steig- und Sinkwerte angibt, den künstlichen Horizont, der die aktuelle Neigung des Flugzeuges widerspiegelt, oder den Kurskreisel, der wesentlich genauer arbeitet als ein Kompass.

Einen wesentlichen Anteil sowohl in der täglichen Arbeit als auch bei einer Kurz-Präsentation im vollbesetzten Clubheim nahm das Thema Sicherheit ein. Was tun, wenn das Flugzeug an Geschwindigkeit verliert und abzukippen droht? Wie reagiere ich auf Seitenwind? Welche Reserve an Sprit muss beim Fliegen einkalkuliert werden? „Diese Punkte und eine Reihe weiterer werden im Training simuliert, am Boden und in der Luft“, erklärte Ausbildungsleiter Frenz, „wenn der angehende Pilot irgendwann zu seinem ersten Alleinflug startet, hat er mehrfach bewiesen, dass er auch ungewohnte Situationen stressfrei meistern kann.“

Schnupperflüge über herbstliche Wälder und Felder, über Aller-Mündung und Dom schlossen sich an. Doch auch wer nicht an diesem Info-Tag teilnehmen konnte, findet noch ausreichend Möglichkeit, der Faszination Fliegen zu erliegen. Der Flugplatz ist ganzjährig geöffnet, Fluglehrer stehen an den Sonnabenden und Sonntagen sowie nach Vereinbarung zur Verfügung.

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