Stefanie Reuther stellt unter dem Titel „Mensch sein“ in der Rathausgalerie aus

Erst hüllenlos zeigt sich das wahre Ich

Stefanie Reuther mit Luisa Kronfeld, die die Vernissage musikalisch umrahmte, und Gesine Ahlers (v.r.). - Foto: Niemann

Verden - Unter dem Titel „Mensch sein“ eröffnete die Kulturausschussvorsitzende Gesine Ahlers am Sonnabendvormittag im Verdener Rathaus eine Kunstausstellung mit Collagen, Drucken und Zeichnungen von Stefanie Reuther.

Die Gewinnerin des Publikumspreises der Kunstbörse 2015 gibt darin bis zum 23. September Einblicke in ihr Schaffen, wobei vor allem ihre auf Zeichnungen basierenden Collagen die Ausstellung prägen. „Mensch sein“ ist die dritte Einzelausstellung von Stefanie Reuther, die hauptberuflich als Kunsttherapeutin beim Awo-Kreisverband arbeitet und an der Kunststudienstätte Ottersberg ausgebildet wurde. „Es ist schön, Sie hier zu haben“ betonte Ahlers, die die Ausstellung auch als ein Nachstrahlen auf die Kunstbörse 2015 beschrieb.

Auch auf die Bedeutung von Kunst in öffentlichen Räumen kam Ahlers zu sprechen. „Hier im Rathaus treten Menschen mit Ihrer Kunst in Kontakt, die sonst damit gar nicht in Berührung kämen. Auch auf die Rathausmitarbeiter wirkt sich die Kunst an den Wänden sicher positiv aus.“

„Kunst bietet mit die Möglichkeit. Fantasien auszuleben und den Alltag einmal außen vor zu lassen“, beschrieb Reuther die Bedeutung ihres Tuns für sie selbst. Sie begegne vielem mit Neugier und setze ihre Einfälle dann in Kunstwerken um. Dabei entdeckt die Künstlerin gerne auf den ersten Blick Unscheinbares und geht augenscheinlichen Banalitäten des Alltags auf den Grund.

Den Betrachter dürften die überwiegend großformatigen Bilder ebenso amüsieren wie erstaunen. Auch wird gefallen, dass der feine Strich in den Zeichnungen und die grazile Collagetechnik für eine besondere Ästhetik mit „luftig-leichter“ Wirkung sorgen. Die Motive sind ausdrucksstark und voller Hintersinn und charakterisieren tabulos die menschliche Vielfalt.

Über ihre künstlerischen Aktivitäten sagte Reuther, die überwiegend auf Papier oder Pappe mit Tusche, Acryl, Aquarell, Kugelschreiber und Grafit arbeitet, dass ihre persönliche Vorliebe der Linie und der Grafik gilt und dem, was entstehe, wenn Dinge, wie bei der Collage, in einen neuen Kontext gebracht würden.

Nach ihren Motiven befragt, nannte sie primär den Mensch. „Mich interessiert der Mensch, der Humor und das, was wir glauben zu sehen oder was wir sehen könnten. In meinen Collagen interessiert er mich als Motiv. Der Mensch ist darin das Objekt, das ich zeichne mit seinen äußeren Einzigartigkeiten, die man erst zu sehen bekommt, wenn die Kleidung fällt. Wenn er nackig ist.“ Denn Mode sei die schicke Hülle. Erst, wenn er davon befreit sei, zeige sich der wahre Mensch.

Reuther betonte, dass ihre Collagen bewusst humorvoll angelegt sind. Denn mit Humor lebe es sich erfahrungsgemäß leichter.

Ganz anders muten dagegen ihre Porträts. Bei ihnen hinterfrage sie die Person, sodass das spätere Bild weniger wichtig sei als die Erinnerung an die Person an sich. „Das Bild ist quasi Zeuge dieser Begegnung“, sagte sie und verwies zum besseren Verständnis auf eine abgeschlossene Bilderserie, die mit Bewohnern einer Ottersberger Senioreneinrichtung entstanden ist. - nie

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