Infoveranstaltung des Bürgerdialogs Stromnetz

SuedLink: Erdverkabelung führt zu mehr Akzeptanz

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Viele Interessierte informierten sich bei den unterschiedlichen Kurzvorträgen. 

Verden - Nichts Genaues weiß man, doch so viel ist sicher: Möglichst viel Strom soll von Nord nach Süd quer durch die Republik transportiert werden und zwar, wo möglich, per Kabel unter der Erde. Inwieweit und in welcher Form der Landkreis Verden davon betroffen ist, steht ebenfalls noch nicht fest, so die Verantowrtlichen auf einer Infoveranstaltung des Bürgerdialogs Stromnetz zum Thema SuedLink in der Stadthalle Verden.

Im Herbst stellen die Übertragungsnetzbetreiber TenneT und TransnetBW erste Vorschläge für einen möglichen Verlauf der SuedLink-Stromtrassen vor. Die circa 800 Kilometer lange Nord-Süd-Verbindung sammelt den dezentral produzierten Strom aus Wind- und Sonnenenergie ein, bündelt ihn und transportiert ihn zu großen Verbrauchszentren in Deutschland. Doch schon seit Bekanntwerden des Projekts stößt die Windstromleitung auf Widerstand in der Bevölkerung. Der Bürgerdialog Stromnetz möchte daher schon in dieser frühen Phase der Planung mit den Bürgern ins Gespräch kommen, so auch in Verden.

Experten informierten in der Stadthalle in Form von Vorträgen über das Thema Stromnetzausbau, beantworteten Fragen und wiesen auf Beteiligungsmöglichkeiten hin.

Ob die geplante Trasse durch den Landkreis Verden führen wird, steht noch nicht fest. Lediglich zwei mögliche Start- und Endpunkte wurden bestimmt. So verläuft die Trasse entweder von Brunsbüttel nach Großgartach oder von Wilster nach Grafenrheinfeld. „Im Dezember kam der Parlamentsbeschluss, der Erdverkabelung den Vorrang zu geben. Das ist eine überraschende Neuerung, die zu mehr Akzeptanz bei der Bevölkerung geführt hat“, so Dr. Peter Ahmels, Projektleiter des Bürgerdialog Stromnetz.

Wichtig sei, den Bürgern zu sagen, dass es in jeder Phase der Planung Möglichkeiten zur Beteiligung gebe. „Wir versuchen, die Fragen zu beantworten und nicht nur die Lehrmeinung zu vertreten. Dazu beraten wir uns mit Fachleuten und Experten“, so Ahmels

Wie die Beteiligung aussehen kann, erklärte Gesa Dodt vom Bürgerdialog Stromnetz. „Wir befinden uns noch im informellen Verfahren. Durch die nun geforderte Erdverkabelung sind wir praktisch wieder am Anfang.“ Aktuell entwickelt der Übertragungsnetzbetreiber Vorschläge für den Verlauf des Trassenkorridors, dieser hat eine Breite von 500 bis 1 000 Metern. Mindestens zwei Vorschläge für den Verlauf des Trassenkorridors müssen bei der Antragsstellung eingereicht werden. Schon in dieser Phase werden Dialogveranstaltungen durchgeführt. Die Bürger können Hinweise zu örtlichen Gegebenheiten geben oder alternative Vorschläge machen.

Möglichkeit für Alternativen nutzen

Der nächste Schritt ist die Antragsprüfung durch die Bundesnetzagentur. Zugleich erfolgt eine Veröffentlichung des Antrags im Internet. Bei der Antragskonferenz mit Öffentlichkeitsbeteiligung können die Bürger wiederum ihre Bedenken einbringen. Nach der Festlegung des Untersuchungsrahmens sind die vollständigen Unterlagen einen Monat lang im Internet und an ausgewählten öffentlichen Orten einsehbar. Schriftliche Einwände können in der Zeit von maximal drei Monaten erhoben werden. Es folgt eine nichtöffentliche Erörterung mit dem Übertragungsnetzbetreiber und den Einwendern. Im Rahmen einer fachlichen Diskussion werde nach einer einvernehmlichen Lösung gesucht. Die Festlegung des Trassenkorridors sei dann rechtsverbindlich für die weitere Planung.

Obwohl die angestrebte Fertigstellung der SuedLink-Leitung erst für 2020 bis 2025 in Aussicht gestellt wird, gab es durchaus Interesse an der Dialogveranstaltung. Viele Besucher bedienten sich am reichlich ausgelegten Material oder hörten Kurzvorträge zu den Themen „Planung, Genehmigung, Beteiligung“, „Naturschutz und Grundlagen der Technik“ oder „Szenariorahmen und Netzentwicklungsplan“.

Zwar gebe es viele Positionen, die Angebote würden jedoch positiv angenommen, lautete der Tenor des Veranstalters. „Je nach Region stehen unterschiedliche Fragen im Fokus, danach richten wir unsere Veranstaltungen aus“, so Gesa Dodt.  

ahk

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