Empfang zu 25 Jahren Wiedervereinigung / Festredner Dr. Hans-J. Grasemann

Kein größeres Geschenk für Deutschland und für Europa

Der Festredner, Oberstaatsanwalt a.D. Dr. Hans-Jürgen Grasemann (Mitte) aus Braunschweig, mit dem CDU-Kreisvorsitzenden Adrian Mohr (l.) und dem Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt.
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Der Festredner, Oberstaatsanwalt a.D. Dr. Hans-Jürgen Grasemann (Mitte) aus Braunschweig, mit dem CDU-Kreisvorsitzenden Adrian Mohr (l.) und dem Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt.

Verden - „Was macht man, wenn es ein Ereignis zu feiern gilt, das einen sehr freut? Man lädt sich Freunde, Musiker und einen Festredner ein“, leitete der CDU-Kreisvorsitzende Adrian Mohr den Empfang aus Anlass „25 Jahre Deutsche Einheit“ ein. Und so trafen sich am Vorabend zum Tag der Deutschen Einheit neben Festredner Dr. Hans-Jürgen Grasemann, Oberstaatsanwalt a.D. aus Braunschweig und einem Musikensemble des Verdener Domgymnasiums viele weitere Gäste im Foyer der Verdener Niedersachsenhalle.

Zu den Ehrengästen zählten der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt mit seiner Frau Petra und aus dem Nachbarlandkreis der CDU-Kreistagsabgeordnete Axel Miesner. Zur besonderen Freude von Mohr waren auch der Verdener Altbürgermeister Wolfgang Krippendorff und seine Frau der Einladung gefolgt.

Hans-Jürgen Grasemann gilt als profunder Kenner der neueren deutschen Geschichte. Als gebürtiger Hannoveraner hat er zwar keine eigene „DDR-Vergangenheit“. Sein Interesse an der Deutschen Demokratischen Republik veranlasste ihn aber, nach dem Studium zum Verfassungsrecht der DDR zu promovieren. Später war er stellvertretender Leiter der Zentralen Erfassungsstelle Salzgitter, die die Verbrechen des SED-Regimes dokumentierte.

„Ich habe die bewegten Wendejahre hautnah miterlebt“, so Grasemann, der in seiner Funktion als Sprecher der Erfassungsstelle tiefen Einblick in die Arbeit von „Horch und Guck“, wie die Stasi im Volksmund in der DDR genannt wurde, bekommen hat.

„Deutschland, einig Vaterland – Die geglückte Einheit”, titelte sein Festvortrag. Neben den beklagenswerten Opfern, die ihr Handeln oft mit Haft oder gar ihrem Leben bezahlt hätten, waren es nach Auffassung des Redners vor allem die unzähligen Widerständler, die mit ihrem mutigen Auftreten und einem „Aufstand des Gewissens“ den Nährboden für die friedliche Revolution und das Ende der DDR geschaffen hätten.

An Beispielen skizzierte Grasemann das unmenschlichen System, in dem Freiheit ein Fremdwort gewesen sei. Mit dem Mauerfall habe es eine historische Chance auf ein gemeinsames Deutschland gegeben. „Wir haben eine geglückte Einheit“, betonte der Redner. Die Deutschen seien „in der Einheit angekommen“. Sie seien frei von der Angst vor dem Staat, frei von ideologischem Zwang und hätten dies als selbstverständlich angenommen. Im Tenor ihrer Redebeiträge waren sich Mohr und Mattfeld darin einig, dass es für Deutschland, aber auch für Europa, kein größeres Geschenk hätte geben können, als die deutsche Einheit. Beide reflektierten in diesem Zusammenhang wichtige Schritte der 25-jährigen politischen Entwicklung und erinnerten so an diese bewegende Zeit, die viele der Veranstaltungsteilnehmer mitgestaltet hätten.

Der Blick ging an diesem Abend aber auch in Richtung Zukunft. Die Gesellschaft stehe angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation nach 25 Jahren vor völlig neuen Herausforderungen. „Die Gestaltung dieser Herausforderungen steht aktuell ganz oben auf unserer politischen Tagesordnung“, hieß es.

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