Dressurpferd geht für 150000 Euro weg / Feuerwehreinsatz am Nachmittag

Stolzer Preis für Londonfly

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Mediengruppe Kreiszeitung

Verden - Von Jürgen Honebein. Der Auftakt des Auktionsjahres 2016 beim Hannoveraner Verband verlief sehr vielversprechend. Bei der Januar-Auktion war der sechsjährige Fuchswallach Londonfly für 150000 Euro das begehrteste Dressurpferd in der gut besetzten Verdener Niedersachsenhalle. Die siebenjährige Schimmelstute Cinderella wurde für 130000 Euro versteigert und führte den Kader der Springpferde an.

Für die insgesamt 92 Reitpferde mussten die Käufer durchschnittlich 17244 Euro anlegen. Damit lag der Durchschnittspreis im Vergleich zum Vorjahr um fast 15 Prozent höher.

„Der Aufwärtstrend bei unseren Auktionen hat sich insgesamt fortgesetzt. Das Ergebnis war im Vergleich zur Januar-Auktion des Vorjahres deutlich besser“, sagte Zuchtleiter Dr. Werner Schade. Damals wurden 69 Pferde versteigert. „Das ist dieses Mal mit Abstand der höchste Durchschnittspreis, der jemals bei einer Auktion im Januar erzielt wurde“, freute sich auch Auktionsleiter Jörg-Wilhelm Wegener.

Schon im Vorfeld wurde der bewegungsstarke Londontime/Cordoba-Sohn Londonfly (Züchter: Dr. Hinni Lührs-Behnke, Verden-Borstel, Aussteller: Niedersächsisches Landgestüt Celle) als der große Favorit auf den Spitzenpreis gehandelt. Als der sechsjährige Wallach die Niedersachsenhalle betrat, hagelte es nur so an Geboten. Erst bei 150000 Euro ließ Auktionator Bernd Hickert den Hammer fallen und der Wallach hat seine neue Heimat in einem Dressurstall in der Schweiz. Für Londonfly schloss sich damit ein Kreis, denn sein Vater, der Celler Landbeschäler Londontime, war an gleicher Stelle vor zehn Jahren unangefochtene Preisspitze der Elite-Auktion im Oktober gewesen.

Zu Beginn der Auktion hatte es keine halbe Stunde gedauert, bis das erste Pferd des Jahres 2016 die Niedersachsenhalle mit einem Gebot von über 100000 Euro verließ. Kunden aus Frankreich ersteigerten die siebenjährige Schimmelstute Cinderella von Clinton/Calypso II (Züchter und Aussteller Sven Graefe, Blumenthal) per Telefon für 130000 Euro. Cinderella hat 2015 bereits Siege und Platzierungen in Springpferdeprüfungen gesammelt.

Außer den beiden Preisspitzen werden 40 weitere Auktionspferde Deutschland verlassen. Das größte Kontingent sicherten sich Gäste aus Frankreich mit acht Pferden, gefolgt von den USA (6) und der Schweiz (5). Auch die Züchter und Aussteller aus dem Kreis Verden durften zufrieden sein. Die Zuchtgemeinschaft Hahne, Intschede, Werder (Thedinghausen) erhielt für die fünfjährige Stute Babeliese von Balout du Rouet/Graf Top 13000 Euro. Die Stute bleibt in Deutschland. Detlef Ruddat (Kirchlinteln) hatte zwei Pferde zur Versteigerung angeboten. Der vierjährige Wallach Rugby von Rassolini/Don Frederico kostete 22000 Euro und bleibt in Deutschland, während der fünfjährige Wallach Decurio von Diarado/Cornet Obolensky für 35000 Euro ins Ausland wechselt. Schließlich legte ein Käufer aus Deutschland für den vierjährigen Wallach Dolce Gusto von Dancier/Ragazzoni im Besitz von Jochen Dittmer (Lehringen) 15500 Euro an.

„Die Kollektion bot dieses Mal viele Pferde zum gleich „Losreiten“. Das hat etliche Kunden nach Verden gelockt, die ein Reitpferd für sich selbst gesucht haben“, sagte Jörg-Wilhelm Wegener.

Am 26. März findet die nächste Auktion des Hannoveraner Verbandes statt. Die Kollektion der Reitpferde wird dann durch die ersten Fohlen des Jahres 2016 ergänzt.

Für Aufregung bei der Auktion sorgte noch ein Rauchmelder, der am Samstagnachmittag auslöste. Das Publikum verließ nach einer Durchsage die Halle, konnte aber, nach Kontrolle durch die Feuerwehr, bald darauf wieder auf seine Plätze zurückkehren. „Ein defekter Rauchmelder“, so bestätigte gestern die Polizei auf Nachfrage (siehe auch Verden).

jho

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