Julius Neufang übergibt Platz an Hans-Joachim Dahme

Kapitän der Sammelschiffchen

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Hans-Joachim Dahme (l.) übernimmt die Sammelschiffchen-Flotte in Verden von Julius Neufang (Mitte). Hans-Joachim Katenkamp dankt ihnen für das ehrenamtliche Engagement.

Verden - Wenn wir in diesen Tagen wieder unsere Kragen hochschlagen, uns der Schirm beinahe aus der Hand weht und der Regen eher waagerecht als senkrecht fällt, denkt kaum jemand daran, dass auch jetzt noch Menschen auf See unterwegs sind. Setzt der Motor aus, gerät ein Kabel in Brand oder spielt einem die Gesundheit einen Streich, die Seenotretter von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sind da. Ihr Gesicht in Verden war 20 Jahre lang Julius Neufang. Er zieht sich jetzt zurück, die Sammelschiffchen aber bleiben.

Aus Altersgründen hat Neufang seine ehrenamtliche Arbeit für die Rettungsorganisation nach mehr als zwei Jahrzehnten eingestellt. „Es war eine wertvolle Aufgabe, die Belange der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hier in Verden zu vertreten. Als Nautiker habe ich mich immer für die vielfältigen Aufgaben und Einsätze der Organisation interessiert“, erklärt Neufang seine Motivation für das Engagement. Neufang war zuständig für die kleinen rot-weißen Spendensammelschiffchen, auch liebevoll „32-Zentimeter-Klasse“ genannt.

Hans-Joachim Dahme übernimmt die Nachfolge in der Betreuung der über 30 Schiffchen, die in Verden aufgestellt sind. „Als Norddeutscher ist man den Seenotrettern ja eh verbunden. Mich haben aber die Struktur und hier insbesondere die von Steuergeldern unabhängige Finanzierungsform der Seenotretter überzeugt, mich als ehrenamtlicher Mitarbeiter zu engagieren“, erzählt er.

Verden ist eine alte Seefahrer- und Flößerstadt

In Zukunft will er versuchen weitere Aufstellorte zu finden, „um die Flotte noch ein wenig zu erweitern“. Wer Interesse daran hat, eines der Schiffchen in Weiß, Rot und Schwarz bei sich aufzustellen, um die Hilfsorganisatioon zu unterstützen, könne sich gerne bei ihm unter der Telefonnummer 04231/68600 melden.

„Schließlich ist Verden selbst eine alte Seefahrer- und Flößerstadt“, kommentiert Hans Joachim Katenkamp. „Wir sind froh, dass wir Menschen haben, die sich für die Seenotretter einsetzen und die Flotte erweitern“, dankt der Leiter des Informationszentrums Niedersachsen dem maritimen Ruheständler, aber auch seinem Nachfolger für den ehrenamtlichen Einsatz. „Nur mit anhaltendem Spendenaufkommen können die Seenotretter auch heute noch ihre selbstgewählte Finanzierungsform aufrecht erhalten – ausschließlich über Spenden und bewusst ohne staatlich-öffentliche Mittel – und den Aufgaben gerecht werden“, erklärt Katenkamp. „Daher ein herzliches Dankeschön an Spender in Verden und Umgebung“, überbringt er den Dank der Seenotretter.

DGzRS zuständig für Such- und Rettungdienst auf Nord- und Ostsee

Die Sammelschiffchen sind mit etwa einer Million Euro im Jahr der kleinste Baustein der insgesamt 36 Millionen Euro Spendengelder. Ganze 15.000 Euro kamen im vergangenen Jahr aus den Schiffchen in Verden zusammen.

Die DGzRS ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungdienst auf Nord- und Ostsee. Die Gesellschaft setzt in 54 Stationen 60 moderne Seenotkreuzer und Rettungsboote ein.

Die Seenotleitung in Bremen koordiniert Jahr für Jahr mehr als 2000 Einsätze. Die Flotte der DGzRS sei bei jedem Wetter einsatzbereit, rund um die Uhr, berichtete Katenkamp. Die Aufgaben führe sie eigenverantwortlich und unabhängig durch. Seit der Gründung der Gesellschaft im Jahr 1865 haben ihre Retter bereits mehr als 82 500 Menschen aus den unterschiedlichsten Gefahrensituationen auf hoher See gerettet. 

as

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