Freisprechungsfeier des Handwerks im Landkreis Verden

Begleitung ein Leben lang

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Die für ihre besonderen Leistungen geehrten ehemaligen Auszubildenden: Darline Preikschat, Maike Hoops, Jonas Hermesch, Johann Gribanow, Kreishandwerksmeister Fritz Suhr, Kevin Flynn, Franziska Böschen, Gerrit Kahle-Geist und Lucas Fischer.

Verden - Deutliche Worte an die Adresse der Politik richtete bei der Freisprechungsfeier des Handwerks im Landkreis Verden Jonas Hermesch aus Ottersberg. Mit seinen Anmerkungen fand der junge Geselle den ungeteilten Beifall der vielen Gäste. Die Rede ist seit etlichen Jahren festen Bestandteil einer jeden Feier, in der die Jung-Gesellen aus ihrer Sicht über die Zeit ihrer Ausbildung berichten.

„Tut etwas dafür, dass das Handwerk seine Attraktivität zurückgewinnt, denn das Handwerk hat ja bekanntlich goldenen Boden“, äußerte der gelernte Maurer. Mit Blick auf seine eigenen Erfahrungen beschwor er zudem die Politik, dafür zu sorgen, dass das Schlechtwettergeld auch für Auszubildende gezahlt werde. Hier stünden die Betriebe vor einem Dilemma und stellten sich die Fragen, wie in der Zeit die Auszubildenden beschäftigt werden könnten, ob Urlaub oder freie Tage gewährt werden sollten.

Ein weiteres Thema war für Hermesch die Verpflegung im Rahmen einer mehrwöchigen Weiterbildung der Auszubildenden in Stade: „Das Essen ist von einer erbärmlichen Qualität, und hier muss dringendst gehandelt werden“, forderte er unter dem lautstarken Beifall vor allem der Auszubildenden. Alle hätten aber die Höhen und Tiefen der Ausbildung überstanden und hielten jetzt den begehrten Gesellenbrief in den Händen. Hermesch dankte abschließend den Ausbildern, den Lehrern und den Eltern für die Unterstützung.

Diese deutlichen Worte dürften Landrat Peter Bohlmann und dem Direktor der BBS, Manfred Runge, der die Festansprache hielt, durchaus gefallen haben, hatten sie doch in ihren Reden an die Jung-Gesellen appelliert, sich in der Gemeinschaft zu engagieren und sich einzumischen. Bohlmann betonte, er könne die Bedeutung durchaus nachvollziehen, habe er vor 25 Jahren doch voller Stolz den Gesellenbrief als Zentralheizungs- und Lüftungsbauer in Empfang nehmen können.

Dieser Gesellenbrief begleite den Besitzer ein Leben lang und sei die wohl wichtigste Grundlage für das berufliche Fortkommen. Auch seien die Chancen groß, im Handwerk ein gutes Einkommen zu erzielen; die Auftragsbücher seien voll. Schließlich gebe es genügend Möglichkeiten, durch Betriebsübernahmen von Inhabern, die keinen Nachfolger finden könnten, sich selbstständig zu machen. Allerdings bleibe zu hoffen, dass die wirtschaftliche Entwicklung auch weiter so positiv bleibe.

Runge betonte, dass die Jung-Gesellen ihre Chance wahrnehmen sollten, um durch ständiges Lernen stets auf der Höhe der technischen Entwicklung zu sein. Der Mangel an kompetenten Fachkräften bleibe weiter bestehen und die Handwerker könnten auf ihr Wissen und Können vertrauen. Das Handwerk genieße allgemein einen guten Ruf. Schließlich hob er zum Abschluss seiner Ausführungen in Verden noch hervor, dass jede Veränderung zwar gewisse Risiken in sich berge, aber es große Chancen zur Weiterentwicklung gebe. 

Auszeichnung für acht Jung-Gesellen

Für besondere Leistungen bei der Gesellenprüfung wurden acht Jung-Gesellinnen und -Gesellen bei der Freisprechungsfeier des Handwerks im Landkreis Verden besonders ausgezeichnet. Insgesamt hatten sich im Sommer 102 Auszubildende den Prüfungsausschüssen der jeweiligen Innungen gestellt. 18 Prüflinge müssen eine „Ehrenrunde“ drehen, sie waren durchgefallen. Musikalisch wurde die Veranstaltung von der BigBand des Gymnasiums am Wall, Leitung Dorothea Vogel und Gert Alsleben, umrahmt. 

Bei den Maurern erhielt Jonas Hermesch, Ottersberg, (Ausbildung bei D. Buschmann GmbH, Verden), der auch die Anmerkung des Jung-Gesellen sprach, die Note gut bei den Fertigkeiten und den Kenntnissen. Diese Noten gab es bei den Tischlern für Franziska Böschen, Ottersberg (Achimer Werkstätten, G. Lagerpusch GmbH & Co KG, Achim) sowie für Lucas Fischer, Ottersberg (Kurt Lautenschläger GmbH &Co KG, Ottersberg). 

Mit der Note gut bei den Fertigkeiten und der Note sehr gut bei den Kenntnissen bestand Gerrit Kahle-Geist, Morsum (Rogowski Haus- und Gebäudetechnik GmbH, Thedinghausen) die Prüfung. 

Die Gesamtnote gut erreichten bei den Friseuren Maike Hoops, Ottersberg (Enrico Lischke, Sottrum) und Darline Preikschat, Dörverden (Jens Müller, Verden). 

Auch zwei Absolventen der Feinwerkmechaniker im Maschinenbau wurden mit der Gesamtnote gut ausgezeichnet: Kevin Flynn, Dörverden (Heckmann Metall- und Maschinenbau, Verden) und Johann Gribanow, Langwedel (Thom Metall- und Maschinenbau, Verden).

Die Ehrungen nahmen der Kreishandwerksmeister Fritz Suhr und der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Elbe-Weser, Eginhard Engelke, vor.

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