Stadtführung gibt Eindruck von John Lennons Zeit in Verden

Auf Beatle-Spurensuche

Gruppenbild mit Schirm im Stil von Yellow Submarine: Merve-Maria Leeske hatte sich mit einem knallgelben Schirm gegen den Regen gewappnet. - Fotos: Niemann

Verden - Mit großem Erfolg ist am Donnerstagabend die erste von insgesamt drei Stadtführungen „Auf den Spuren John Lennons durch Verden“ gestartet. Die Tour durch die Verdener Altstadt bietet einen lebendigen Eindruck vom Besuch des Beatle in Verden, wo der Musiker im September 1966 in dem Antikriegsfilm „Wie ich den Krieg gewann“ mitgewirkt und den Gefreiten Gripweed verkörpert hat. Natürlich hat der Beatle bei den Dreharbeiten auch seine Spuren in Verden hinterlassen.

Gästeführerin Merve-Maria Leeske nahm die Gäste daher mit auf ein Tour in die 60er- Jahre zwischen Filmdreh-Fieber und der Musik, die ganze Generationen geprägt hat. Es gab Begegnungen mit den Zeitzeugen Harry Schwertner und Davy Brandt, die Lennon damals als Teenager begegnet sind. Die Gruppe traf außerdem einen „speziellen Gast“ –Rotraut Scholz hatte eigens eine John-Lennon-Marionette gebaut.

Es gab musikalische Live-Einlagen, Verdener Geschichten und Dönjes aus den 60er- Jahren und eine Gästeführerin, die ganz in ihrem Element war. „Das war ja auch meine heiße Zeit“, schmunzelte Leeske, die an dieser besonderen Tour auch ihren ganz persönlichen Spaß hatte.

Die Stadtführung auf den Spuren von John Lennon beinhaltete natürlich gleich mehrere Zwischenstopps. Das war zunächst am Lugenstein mit Blick auf den Dom, wo Leeske ihrem interessiert lauschenden „Begleittross“ von baulichen Details und Veränderungen aus den 60er- Jahren berichtete. In der Krypta des Doms wurde dann ein weiterer Zwischenstopp eingelegt und danach ließ Kirchenmusikdirektor Tillmann Benfer die Lennon-Ära musikalisch lebendig werden. „Er hat ohne Zögern zugesagt, als ich ihn gebeten habe, den Song „Imagine“ auf der Kirchenorgel zu spielen“, erzählte Leeske erfreut den Teilnehmern.

Stadtführung „John Lennon in Verden“

In der Domstraße ging sie dann auf lokale und überregionale Ereignisse in den 60er-Jahren ein. Sie erinnerte dabei an eine Familie Müller aus der Stinchenstraße, die in jener Zeit Mäuse für die Forschung gezüchtet hat oder an eine Frau Constapel, die sich auf die Reparatur von Perlonstrümpfen verstand. Auch hätten 1966 am Verdener Domgymnasium Mädchen noch keine Abiturprüfung ablegen dürfen. „Im Jahr darauf war es aber endlich soweit“, sagte Leeske, die fortwährend eine Fülle fesselnder Informationen und Anekdoten preisgab, bevor sie das Zepter der Erzählerin den beiden Zeitzeugen übergab. Die Teilnehmer dankten alles mit offenkundigem Interesse und teils sogar mit Applaus. Annähernd zwei Stunden lang war die Gruppe unterwegs und angekommen am John-Lennon-Denkmal im Fischerviertel, waren es sogar mehr als die angemeldeten Gäste, die der Musik des Duos Anne & Davy lauschten, die gleich mehrere Songs der Beatles spielten. Bei Sottis klang die Führung bei einem Imbiss aus.

Am Donnerstag, 11. August, und Donnerstag, 8. September, um 18 Uhr, starten am Lugenstein die weiteren Stadtführungen auf den Spuren des Beatles. Karten zum Preis von 22 Euro (Imbiss inbegriffen) sind in der Tourist-Information, Große Straße 40, erhältlich. Am Mittwoch, 31. August, wird im Kommunalen Kino Verden der Film „Wie ich den Krieg gewann“ gezeigt. „Zum besseren Verständnis sollte man sich den Film zweimal anschauen. Er strotzt nur so von britischem Humor“, lautete Leeskes guter Rat. 

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