Pläne zum Schutzgebiet „Untere Allerniederung“ werden ausgelegt

Bad in der Aller soll auch weiterhin möglich sein

Die naturnahe Aller bei Barnstedt mit Hochstaudenfluren, Weidengebüschen und dem letzten verbliebenen Auwald im Landkreis.

Landkreis - Die Allerniederung zwischen der Kreisgrenze bei Hülsen und der Mündung in die Weser bei Verden-Eissel soll als Natur- beziehungsweise Landschaftsschutzgebiet unter Schutz gestellt und damit das Natura 2000-Gebiet „Untere Allerniederung“ gesichert werden. Nachdem die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange abgeschlossen ist, wird nun der überarbeitete Verordnungsentwurf mit Karten und Begründung bei den betroffenen Gemeinden sowie beim Landkreis Verden öffentlich ausgelegt.

Anregungen und Bedenken können während der Auslegung bei der Stadt Verden, den Gemeinden Dörverden und Kirchlinteln oder direkt bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises abgegeben werden. Die Unterlagen liegen ab sofort bei den Gemeinden aus und sind zudem auf der Internetseite des Landkreises unter www.landkreis-verden.de abrufbar. Über Ort und Zeit informieren die Gemeinden.

Der Entwurf weist ein 1078 Hektar großes Naturschutzgebiet und ein 765 Hektar großes Landschaftsschutzgebiet aus. Unter Naturschutz wird schwerpunktmäßig der Nordteil der Allerniederung und zusätzlich der gesamte Flusslauf der Aller gestellt. „Diese Bereiche sind von ihrer Naturausstattung besonders bedeutsam und schutzbedürftig“, erklärt Landschaftsplaner Thomas Arkenau von der Unteren Naturschutzbehörde in einer Pressemitteilung des Landkreises. Dazu zählen die artenreichen und bunt blühenden Flachland-Mähwiesen, das Feuchtgrünland sowie die Aller selbst mit ihrer gewässerbegleitenden Pflanzen- und Tierwelt.

Der überwiegende Südteil der Niederung ist dagegen zur Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet vorgesehen. „Um den Schutz und insbesondere auch die von EU-Richtlinien geforderte Entwicklung der Aller zu ermöglichen, werden Regelungen, die mit Nutzeinschränkungen verbunden sind, unvermeidbar sein“, macht Arkenau deutlich. Dennoch habe man von Beginn an berücksichtigt, die Allerniederung auch als Naherholungsraum zu erhalten, und wenn möglich weiterzuentwickeln.

Deshalb sehe der Verordnungsentwurf vor, dass das Baden in der Aller wie auch das Befahren auf der gesamten Strecke nach wie vor uneingeschränkt möglich sein sollen. Zusätzlich sind „Erholungszonen“ entlang der Aller geplant, in denen darüber hinaus fast alle Freizeitnutzungen ohne Einschränkungen zugelassen sind.

Außerhalb dieser Erholungszonen wird es aber Nutzungsregelungen zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt geben. So können vorhandene Wege zwar uneingeschränkt genutzt werden, das Betreten von landwirtschaftlichen Flächen und Biotopen aber ist reglementiert. Hunde müssen, wie in allen anderen vergleichbaren Schutzgebieten in Niedersachsen, an die Leine genommen werden.

„Einschränkungen wird es auch für die Landwirtschaft geben, um dem Verschlechterungsverbot und dem Entwicklungsgebot der Natura 2000-Richtlinien nachzukommen“, führt Arkenau aus. So wurden in Abhängigkeit von Standort und Naturausstattung drei Zonen festgelegt, die unterschiedliche Bewirtschaftungsbedingungen bei Mähtermin und Düngergaben zur Folge haben.

„Entstanden ist jetzt ein Entwurf, dem eine differenzierte und den örtlichen Verhältnissen angepasste Konzeption zugrunde liegt“, betont Arkenau. Der Naturschützer blickt schon ein Stück weiter: Nach der Sicherung sollen in den kommenden Jahren Fördermittel zur Entwicklung des Gebiets eingeworben werden, um ökologisch wertvolle Maßnahmen wie den Wiederanschluss der Alten Aller an den Hauptlauf umsetzen zu können.

Einwendungen und Hinweise nimmt die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises entgegen. Ansprechpartner sind dort Thomas Arkenau, Telefon 04231/15-756, und Ulrike Hoffmann, Telefon 04231/15-239.