Junge Tischler aus Verden stellen ihre Gesellenarbeiten in der Sparkasse aus

Von A wie Ahorn bis Z wie Zebrano

Exotinnen in einer Männerdomäne: Franziska Böschen und Stina Allermann auf dem von Stina gearbeiteten Hocker.

Verden - Einer mehr als 30-jährigen Tradition folgend präsentiert die Tischler-Innung Verden die aktuellen Gesellenstücke ihres Berufsnachwuchses in der Schalterhalle der Hauptgeschäftsstelle der Kreissparkasse Verden. Insgesamt 14 Arbeiten der Junggesellen im Tischlerhandwerk können bis Freitag, 12. August, in der großen Kundenhalle bewundert werden.

Alle Gesellen mit Prüfungsauschuss Claus Fischer und Obermeister Fredy Böschen. - Fotos: Niemann

Zu sehen sind Gesellenstücke, die Palette reicht vom Schreibtisch über die Flurgarderobe bis hin zum Bett, Vitrine oder Anrichte. Auch die handwerklichen Verbindungen oder die teils ungewöhnlichen Lösungen zum Schalten von indirekten Beleuchtungen, die interessanten Beschlagvarianten, Einlegearbeiten oder zierende Details verdienen Zeit für eine ausführliche Betrachtung der Gesellenstücke, denn in sämtlichen Exponaten sind Besonderheiten konstruiert – beispielsweise versteckt eingebaute Fächer oder ausklappbare Regale.

Außerdem wurden teils ausgefallene Hölzer verarbeitet und spezielle Fertigungstechniken angewendet. Fachlehrer Jürgen Norden, der Prüfungsausschuss-Vorsitzende Claus Fischer und Innungsobermeister Fredy Böschen loben die Unterschiedlichkeit der Gesellenstücke, durch die sich auch dem Laien das kreative Potential des Tischlerhandwerks auf eindrucksvolle Weise offenbaren kann.

„Ich hatte schon immer Interesse an handwerklicher Arbeit und durch ein Schulpraktikum die Freude am Arbeiten mit Holz und mein Interesse an dem Beruf entdeckt“, erklärt Stina Allermann, die in diesem Jahrgang mit Franziska Böschen das weibliche Geschlecht in dem von Männern dominierten Beruf vertritt.

Holz sei ein Werkstoff, der lebe. Was also lag näher für die junge Frau als Tischlerin zu werden? Jetzt hat sie dieses Etappenziel erreicht und wird – wenn alles nach Plan läuft – demnächst ein Praktikum in einer Behinderteneinrichtung absolvieren. „Ich möchte im Beruf bleiben, meine Tätigkeit aber möglichst in einem sozialen Umfeld ausüben“, sagt Allermann, die für ihre Gesellenarbeit einen hölzernen Hocker mit Einschubkästen gearbeitet hat.

Franziska Böschen indes hat einen Schreibtisch gebaut. Später möchte die 23-Jährige vielleicht einmal den Betrieb ihres Vaters weiterführen, in dem sie nach bestandener Gesellenprüfung vermehrt planerische und administrative Aufgaben übernehmen wird. „Ich wollte nach dem Abitur etwas Kreatives tun, wobei die Familientradition bei der Berufswahl sicher auch eine Rolle gespielt hat.“

100 Stunden für die Gesellenstücke

„Insgesamt 100 Stunden werden die jungen Leute für ihre Gesellenstücke von der Arbeit freigestellt“, berichtet Norden. Dabei dienen 40 Stunden der betrieblichen Vorbereitung und 60 Stunden der Fertigung der Gesellenstücke unter Anleitung eines Meisters in der Holzwerkstatt der BBS Verden. „Wir wollen, dass sich die künftigen Gesellen Mühe und Gedanken machen, ein sicheres Gefühl für die Formgebung entwickeln und innovativ sind in der Gestaltung der Möbel.“

Böschen und Norden weisen auf das hohe Niveau der Gesellenprüfungen des Tischlerhandwerks hin. „Das Gesellenstück muss so ausfallen, dass es absolut verkaufsfähig ist. Und es ist erstaunlich, wie sich die jungen Leute für dieses Ziel anstrengen“, sagt Norden. „Die meisten waren sehr engagiert, motiviert und haben die hohen Anforderungen gut angenommen.

Auch der Obermeister war angetan von den Ausstellungsstücken und er sprach von den guten Berufsaussichten für die jungen Handwerker.

So wurden einige der Junggesellen bereits von den Lehrbetrieben in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen, andere haben schon einen neuen Arbeitsplatz gefunden und wieder andere schließen der Ausbildung ein Studium beziehungsweise eine zweite Ausbildung an oder wollen für einen befristeten Zeitraum im Ausland arbeiten. 

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