„Aber immer mit einem Augenzwinkern“

Autorin Grete Hoops schreibt wieder plattdeutsche Geschichten

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Grete Hoops mit ihrem neuen Buch „Dat geiht doch narms duller her as oppe Wilt“.

Verden - So ein bisschen, eher noch ein bisschen mehr wurde sie schon vermisst, doch dann guckte plötzlich ein freundliches Gesicht mit einem schelmischen Lächeln um die Ecke. „Do bin ik weller“, strahlte die plattdeutsche Buchautorin Grete Hoops und war nicht mit leeren Händen gekommen. Ein neues Buch hatte sie in der Tasche: „Dat geiht doch narms duller her as oppe Wilt“, so der Titel.

Das Gespräch bei Keksen und einer Tasse Kaffee drehte sich, wie sollte es anders sein, um das „Plattdüütsche“ und die Geschichten auf dem Lande. Ein kleines Päuschen hatte sich die Autorin gegönnt, im vergangenen Jahr mal ausnahmsweise kein neues Buch auf den Markt gebracht.

In ihren Leserkreisen hat die Pause indes durchaus für Verwirrung gesorgt. „Bislang ist doch seit 2001 jedes Jahr ein neues Werk erschienen“, erzählt die Autorin. Als 2015 die Geschichten ausgeblieben sind, habe es schon die eine oder andere Rückmeldung gegeben. „Da musste ich dann noch mal ran“, lachte sie. Nun sind sie geschrieben, über 20 Begebenheiten, „Plattdüütsche Vertelln ton Högen“.

Der neuerliche Anlauf ist der Autorin indes nicht besonders schwer gefallen. „Ich habe auf einer Lesung eine Bekannte getroffen, die einen ganzen Berg von Geschichten auf Lager hatte“, so die Schriftstellerin. Zunächst noch eher skeptisch, setzte sich Grete Hoops mit der Frau zusammen. 

Es sprudelte nur so, und danach war es ein Leichtes für die Autorin, daraus ein weiteres Werk zu stricken. „Kurze Erzählungen, Erlebnisse, die schief gelaufen sind, aber immer mit einem Augenzwinkern“, schildert sie den Inhalt. Gefühlvoll beschrieben und, die schöne Eigenart des Plattdüütschen, stets von trockenem bis liebevollen Humor begleitet.

So auch die Geschichten von dem „litten Felix“. Der „plietsche Muscheblix“ freut sich stets über die täglichen Begegnungen mit seinem Großvater. Und so beobachtet Grete Hoops: „Felix geiht noch nich na School un dorüm kann he Opa faken besöken un masse Tiet mit em verbringen. An’n leevsen troort de Jungen den gansen Dag achter Opa achteran, weil he em jümmer wat Neits wiesen kann. Aber denn gifft dat Tieden, denn plagt em dat Rheuma, un he kann sik vör Wehaag nich rögen un bögen. Denn mutt he still achtern Oben sitten bliebn un quiemt dor rüm.

Doch eenes goden Mornens is Opa still in’n Bett belingen bleben, he is eenfach so stillswiegens doot bleben. Felix is gans troorog un maakt sik hüllsch veel Gedanken, wie Opa dat woll maakt, üm in’n Himmel to komen. He fragt un fragt, aber dann givt de Muscheblix sik opmal sülvst de Antwort. As he op’n Weg von’n Karkhoff na Huus een’n wunnerschönen bunten Regenbogen an’n Heben süht, do seggt he oppmal: och, op disse bunte Lidder klattert Opa nu na baben, hoffentlich kann he dat un hettnu nich jüst so slimm Rheuma.“

Geschrieben sind die Geschichten in der plattdeutschen Sprache des nordöstlichen Niedersachsens. „Dabei habe ich mich immer bemüht, Wörter und Redewendungen zu schreiben, die nicht so häufig verwendet werden“, so Greete Hoops. Auch das ganz im Sinne des Erhalts des Plattdeutschen. Begleitet werden die Geschichten von Illustrationen der Zeichnerin Christel Daub aus Bremervörde, die, wie bei den 14 Büchern zuvor, auch das Titelbild gestaltet hat.

Die Tasse Kaffee war getrunken, (nur) ein Keks verzehrt. „Hebbt wie alln’s?“, so die Frage von Grete Hoops. „Jo, alln’s kloor“, kommt die Antwort meinerseits. Ein herzlicher Abschied und die Hoffnung, dass es nicht das letzte Buch gewesen ist. „Gucken wir mal“, so die vielsagende Antwort. - mw

Das Buch „Dat geiht doch narms duller her as oppe Wilt“ ist im Isensee Verlag erschienen und kostet 8,50 Euro, zu kaufen bei der Verdener Aller-Zeitung sowie im örtlichen Buchhandel. In der Region plant die Autorin mehrere Lesungen. Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.

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