Imker Wilhelm Haase-Bruns warnt vor Einsatz von Glyphosat / Schädlich für Bienenvölker

„Abbau dieses Giftes noch weitestgehend unerforscht“

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Ein mit Pflanzenschutzmittel behandelter Acker in der Gemeinde Kirchlinteln.

Landkreis - Das in der Landwirtschaft meist verwendete Gift heißt Roundup und tötet innerhalb kurzer Zeit alle natürlichen Pflanzen ab. „Mittlerweile weiß man, dass der Wirkstoff Glyphosat viel länger im Boden verweilt als früher angenommen und dass die Abbauprodukte dieses Giftes noch weitestgehend unerforscht sind.

Der Verdacht besteht jedoch, dass diese Stoffe toxische Wirkungen entfalten“, sagt Wilhelm Haase-Bruns aus Luttum. Der Grünenpolitiker ist zweiter Vorsitzender des Imkervereins Verden und dort als Obmann für Naturschutz tätig. Außerdem ist er selbst Imker und verfolgt die Entwicklung der Gesetzeslage rund um das Pflanzenvernichtungsmittel seit langer Zeit interessiert – und besorgt.

„Die vielfältigen Schadwirkungen, nicht nur bei Pflanzen, resultieren daraus, dass der Stoff Enzymblockaden auslöst, die zu einer Immunschwäche bei Pflanzen und Tieren führen können. Wissenschaftler der Freien Universität Berlin und der Universität Buenos Aires fanden heraus, dass Bienen, die eine Zuckerlösung mit geringen Mengen Glyphosat aufgenommen hatten, länger brauchten, um zurück zum Bienenstock zu finden, weil ihr Orientierungssystem beschädigt wird“, so der Imker. Der ständige Einsatz von glyphosathaltigen Totalherbiziden führe dazu, dass weniger Blüten und somit weniger Nahrung für Bienen und andere wichtige Bestäuber zur Verfügung stünden.

Die Abnahme von Wildblüten und Ackerstreifen verschärfe die Lage. „Dies gilt, auch wenn es erfreuliche Entwicklungen wie das Blühstreifenprogramm der Landesregierung gibt, das Landwirten in Zusammenarbeit mit den örtlichen Imkern Zuschüsse erhalten, wenn sie insektenfreundliche Blühstreifen anlegen.“

Eigenen Erfahrungen mit plötzlich verstorbenen Bienenvölkern im Spätsommer, die gesund, mit viel Futter und Brut an großen Maisfeldern standen und dann aus schwer erklärlichen Gründen ohne Bienen waren, nähren den Verdacht von Haase-Bruns, „dass es sich in den vielen Fällen nicht nur um Imkerfehler handeln kann.“

Auch im Landkreis Verden, so Haase-Bruns, gebe es noch Landwirte, die das Gift einsetzen, auch großzügig: Die Acker würden in Richtung Randstreifen überspritzt, so dass dort keine Pflanze überleben könne. Haase-Bruns weist darauf hin, dass es wahrscheinlich sei, dass nicht nur das „Unkraut“ das Mittel abbekommt, sondern dass es auch in den Boden dringt. „Was bedeutet, dass die Pflanzen auf dem Acker das Gift in sich tragen, ebenso die Produkte, die aus ihnen entstehen, wie Futtermittel – oder eben Brot.“ Haase-Bruns befürchtet, dass in den nächsten 18 Monaten der Zulassung von Glyphosat unzählige Tonnen dieses Giftes auf die Äcker und damit in die Lebensmittel gelangen.

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