Deichschauen des Mittelweserverbandes

Wirksamer Hochwasserschutz unverzichtbar

Bei der Deichschau wird das Hochwasser-Bollwerk gründlich unter die Lupe genommen. Das Fazit der diesjährigen Inspektion: Die Weser-Deiche im Bereich der Samtgemeinde Thedinghausen sind intakt.

Samtgemeinde - Die insgesamt 52 Kilometer linksseitigen Weserdeiche, davon der größte Teil auf dem Gebiet der Samtgemeinde Thedinghausen, sind in einem guten Unterhaltungszustand.

Das soll nicht wieder vorkommen: Die Ortschaft Blender war im Jahre 1956 völlig vom Hochwasser eingeschlossen.

Dies attestierten die drei zuständigen Landkreise Verden, Diepholz und Nienburg in ihrer Funktion als Untere Deichbehörde dem Mittelweserverband auf den diesjährigen Herbstdeichschauen. Dazu Geschäftsführer Peter Neumann: So gewappnet, kann der Verband guten Gewissens in die Hochwassersaison starten.“

Neben den Vertretern der Landkreise, des Wasser- und Schifffahrtsamtes, des Kreisverbindungskommandos der Bundeswehr Nienburg und des Mittelweserverbandes waren bei den drei Deichschauterminen auch die insgesamt 41 Deichgeschworenen anwesend. Gerade diesen ehrenamtlichen Deichgeschworenen sprach Verbandsvorsteher Gerhard Winter (Holtum-Marsch) seinen persönlichen Dank aus, da diese das ganze Jahr über einen Blick auf die Deiche haben und im Hochwasserfall viel Verantwortung mittragen. „Dies ist in der heutigen Zeit leider nicht mehr selbstverständlich“, so Winter.

Kleinere bei den Schauen am Deich entdeckte Schäden wie Fuchsbauten im Deichseitengraben werden noch vor der hochwasserrelevanten Zeit von den Mitarbeitern des verbandseigenen Bauhofes ausgebessert. Neumann: „Doch ob ein Hochwasser wirklich kommt oder in welcher Höhe – das kann niemand voraussagen.“

Intakte Deiche enorm wichtig

Neumann blickt zurück (obwohl er die Ereignisse selbst natürlich nicht miterlebt hat): „Die Älteren werden sich vielleicht noch an die Hochwässer von 1946 oder 1956 erinnern, wo riesige Flächen von Blender, Intschede bis nach Schwarme unter Wasser standen. Diese gravierenden Ereignisse jähren sich in 2016 zum 60. beziehungsweise 70. Mal.

Neumann weiter: „Wie wichtig intakte Deiche sind, wurde auch bei den letzten Elbe-Hochwassern wieder deutlich. Nichts wird so schnell vergessen wie das letzte Hochwasser. Gerade in dem Monat, wo die Verbandsmitglieder ihren jährlichen Beitragsbescheid zugeschickt bekommen, wird in der Geschäftsstelle schon mal telefonisch nachgefragt, wozu denn ein Deichbeitrag zu zahlen ist, wenn doch weit und breit kein Deich zu sehen ist? 

Wir vom Mittelweserverband versuchen dann das Bewusstsein zu wecken, dass die Weserdeiche von Altenbücken, südlich von Hoya, bis zur Landesgrenze Bremen in Weyhe-Dreye schon ihre zwingende Berechtigung im Hinblick auf die Daseinsvorsorge haben. Und mit dem Deichbeitrag wird die regelmäßige Unterhaltung der Deiche und der Anlagen am Deich bestritten. 

Die Deichflächen werden gemäht oder von den drei Schäfereien mit ihren Schafen und Heidschnucken beweidet, um eine gut verwurzelte und wehrhafte Grasnarbe zu gewährleisten; durch Sackungen oder Beschädigungen entstandene Fehlhöhen werden ausgeglichen, aber auch Sträucher und Gehölze, die am Deich aufgrund der Verwurzelung in den Deichkörper nichts zu suchen haben, werden entfernt. Auch die fachgerechte Vergrämung von Wühltüren wie Maulwürfe und Wühlmäuse gehört zu den immer wieder kehrenden Arbeiten.“

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