Klagen entnervter Schulhof-Anwohner

Vandalismus, Krach und Trinkgelage

Aufgebrachte Anwohner schilderten beim Ortstermin des Schulausschusses ihre Erfahrungen mit lärmenden und bis zum frühen Morgen feiernden Jugendlichen auf dem Schulgelände. Links hört Gudewill-Schuleiter Marcus Dell mit zu. - Foto: Laue

Thedinghausen - Bälle krachten auch weit nach 20 Uhr noch heftig gegen den hohen Metallzaun des neuen Sportfelds, und an Wochenenden gebe es erst recht keine Ruhe mehr. Das berichteten Bürger, die in der Nähe des Schulhofes der Thedinghauser Gudewill-Schule wohnen.

Da feierten manchmal Jugendliche und ganze Familien bis in die frühen Morgenstunden, und wenn man die Betreffenden anspreche, antworteten sie oft mit Pöbeleien oder sogar Drohungen.

„Am liebsten hätten wir, dass das gesamte Gelände an Wochenenden und abends ab 20 Uhr gesperrt wird“, fasste eine Anwohnerin zusammen. Allerdings gebe es die Probleme grundsätzlich schon seit vielen Sommern, ohne dass die Gemeinde dagegen wirklich etwas unternommen habe.

Ausschuss will Präsenz statt Videokontrolle

Schul-, Kultur- und Sportausschuss-Vorsitzender Dieter Mensen (Grüne Liste) und die übrigen Ausschussmitglieder bekamen diese Klagen bei einer Ortsbesichtigung des Schulhofs zu hören, bevor es zur weiteren Sitzung zurück in die Mensa ging. Dort stand erneut der Punkt „Installation einer Videoüberwachung auf dem Schulhof der Gudewill-Schule“ mit auf der Tagesordnung.

Diese Überwachung wurde dann aber bei vier Ja- und vier Nein-Stimmen sowie einigen Enthaltungen abgelehnt. Nur Videoaufnahmen bewirkten gar nichts, wenn sie keine Folgen hätten, meinte zum Beispiel Thomas Metz (CDU).

Außerdem dürften Schüler nicht das Gefühl haben, den ganzen Tag über beobachtet zu werden, wandte Jürgen Winkelmann (SPD) ein.

Getan werden müsse aber etwas. Darin waren sich alle einig, zumal auch Schul-Hausmeister Volker von Hollen das ausufernde Treiben an Wochenenden bestätigte und Hauptamtsleiterin Sabine Dörr aus der Gemeindeverwaltung mitteilte, dass durch Vandalismus auf dem Schulgelände in drei Jahren ein Schaden von rund 10 000 Euro entstanden sei.

Ganz abgesperrt werden sollte das Gelände aber nicht, da auch Radfahrer und Fußgänger den Weg dort als Abkürzung nutzten und sich Rabauken dadurch ja etwas kontrolliert fühlten, fand Angela von Hollen (CDU). Dass hier verbotenerweise auch schon Autos durchfuhren, dürfe allerdings nicht geduldet werden.

„Wir müssten dann einen Riesen-Drahtverhau bauen“, lehnte auch Harald Lochte (SPD) eine Totalsperrung ab. „Wir haben aber Streetworker in der Gemeinde“, die gezielt bestimmte Jugendliche ansprechen und sie etwa von lauten Saufgelagen am Wochende abbringen könnten, schlug er vor.

Persönliche Ansprache, für einen längeren Zeitraum verstärkte Präsenz auch der Polizei zu kritischen Zeiten auf dem Gelände, notfalls Platzverbote aussprechen und durchsetzen – diese zunächst von Winkelmann vorgeschlagenen Reaktionen hielten auch andere Ausschussmitglieder für wirkungsvoller als die von der Verwaltung befürwortete Videoüberwachung. Außerdem könnten Eltern mal direkt mit Beschwerden konfrontiert werden, regte Angela von Hollen an. - la

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