Brand in Riede

Toni H. hat bisher keinen Cent gezahlt

Riede - Mindestens dreimal fragte der Vorsitzende Richter Volker Stronczyk ungläubig nach und nicht nur er schien kaum glauben zu können, was der Eigentümer des am 1. Advent 2015 niedergebrannten Hauses in Riede gestern als Zeuge berichtete.

Nach all dem Ärger, den der 65-Jährige aus Weyhe dem Angeklagten Toni H. zu verdanken hat, muss er nun auch noch gegen den 44-Jährigen klagen. Toni H. stimmt einer Rückabwicklung des Kaufvertrages nicht zu. „Er will vorher Geld von uns, denn er habe vor dem Brand schon was in das Haus reingesteckt“, berichtete der Verkäufer.

Der Rentner wurde in dem Verdener Landgerichtsprozess gegen die Halbbrüder Toni H. und Aron-Che B. gehört. Den beiden Ostfriesen wird schwere Brandstiftung mit Todesfolge vorgeworfen. Toni H. zudem Mord, denn er habe heimtückisch und aus Habgier gehandelt. Bei dem Brand waren eine Mieterin und ihr Partner ums Leben gekommen. Aron-Che B. soll das Haus im Auftrag des 44-Jährigen angezündet haben. Motiv sollen Probleme bei der Finanzierung der Kaufsumme gewesen sein.

Vor dem Brand was in das Haus reingesteckt

Toni H. hatte am 20. August 2015 einen Kaufvertrag mit dem Eigentümer aus Weyhe geschlossen. 150 000 Euro waren vereinbart, doch davon hat Toni H. nicht einen Cent bezahlt, wie der Verkäufer gestern aussagte. Irgendwann im September habe Toni H. bereits in das Haus gewollt, um zu sehen, was alles gemacht werden muss. „Ich bin dann ein paar Tage später hingefahren und da sehe ich, dass er schon am Arbeiten ist und das Schlafzimmer ausgeräumt hat“, berichtete der Eigentümer. Er habe dann mit dem Notar gesprochen, bei dem der Kaufvertrag geschlossen worden war. „Der meinte, es sei okay. Der bezahlt dann ja“, sagte der Zeuge.

Doch nichts passierte. Toni H. habe ihn hingehalten. Dann sollte eine Frau (die Ex-Freundin des 44-Jährigen) mit in den Kaufvertrag einsteigen, weil Toni H. keine Finanzierung zu Stande bekam. Ein Termin am 6. November beim Notar platzte und der Verkäufer wurde misstrauisch: „Ich dachte, da stimmt was nicht.“ Seine Geduld war zu Ende. Einem Finanzmakler, der von Toni H. beauftragt worden war, will der Zeuge kurz darauf eine Frist von einer Woche gesetzt haben. Andernfalls müsse der 44-Jährige raus. Mit Toni H. habe er ein Treffen für Dienstag, 1. Dezember 2015, vereinbart. Dabei sollte das weitere Vorgehen abgesprochen werden. Dazu kam es nicht mehr. „Genau an dem Wochenende davor ist das Haus abgebrannt“, sagte der Zeuge.

Verkäufer hat noch kein Geld von der Versicherung erhalten

Die Gebäudeversicherung hatte Toni H. bereits übernommen, dies soll die Versicherung wegen fehlender Grundbuchumschreibung rückabgewickelt haben. Der Verkäufer hat aber von der Versicherung noch kein Geld erhalten. Er hat jetzt nicht nur eine Bauruine, sondern musste noch 12 000 Euro bezahlen, wie er gestern aussagte. „Weil er den Kaufvertrag nicht rückgängig machen will, musste ich die Grunderwerbssteuer, Grundsteuer, Strom und Gas bezahlen“, berichtete der Verkäufer. Nahezu alle Verfahrensbeteiligten wirkten überrascht von diesen Infos. Toni H. zeigte keinerlei Reaktion. 

wb

Rubriklistenbild: © dpa

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