Elterngeldstelle des Landkreises referierte

Gemeinsam gut beraten in die Baby-Zeit

Annette van Deventer.

Thedinghausen - Vor rund neun Jahren schuf die Bundesregierung mit Elterngeld und Elternzeit Möglichkeiten, das gemeinsame Großziehen eines Kindes etwas gerechter auf den Schultern von Mutter und Vater zu verteilen. Hinzu kamen Neuregelungen, dazu gehört etwa seit 1. Juli 2016 das Elterngeld-Plus. Wie wichtig es ist, sich vorab möglichst umfassend zu informieren, weiß Annette van Deventer. Sie ist Widerspruchs-Sachbearbeiterin in der Elterngeldstelle des Landkreises Verden: „Wenn es beim Antragstellen zum Schlamassel kommt, versuchen wir einen möglichst guten Abschluss zu finden.“ Dienstag referierte sie auf Einladung der Thedinghauser Gleichstellungsbeauftragten Bianca Lankenau im Renaissance-Saal des Erbhofes.

Bereits das dritte Jahr in Folge hatte die Samtgemeinde zu diesem Informationsabend eingeladen, der laut Lankenau mit etwas mehr als 20 Anmeldungen gut angenommen wurde.

„Das Gesetz umfasst 25 Seiten und rund 300 Seiten Richtlinien“, illustrierte van Deventer, wie komplex sich die Anwendung im Einzelfall gestalten kann. Eine gute Beratung sei daher das A und O, um Rückforderungen seitens der Behörde schon im Vorfeld auszuschließen. Die Referentin zeigte daher nur einige Grundprinzipien des Gesetzes auf und verwies für weitere Fragen an die Berater der Elterngeldstelle im Fachdienst Jugend und Familie, die per E-Mail unter elterngeld@landkreis-verden.de erreichbar sind.

So seien Elterngeld und Elternzeit prinizipiell nicht aneinander gekoppelt. Das Elterngeld soll lediglich anteilig den Verdienst ersetzen, der durch berufliche Auszeiten wegen Kindesbetreuung wegfällt. Pro Elternteil kann mindestens zwei, maximal zwölf Monate gezahlt werden. Die Faustregel laute: „Je geringer das Einkommen, desto höher die Ersatzrate.“ Zu Grunde gelegt für die Berechnung werden die letzten zwölf Kalendermonate vor dem Geburtstermin.

Bei einem bisherigen Netto-Einkommen von 1400 Euro beträgt die Ersatzrate 65 Prozent, das wären 910 Euro Elterngeld, präsentierte van Deventer ein Rechenbeispiel. Sonderzuschläge wie Boni, Weihnachts- oder Urlaubsgeld werden rausgerechnet. Auch Teilzeitbeschäftigte haben Anspruch auf Elterngeld – vorausgesetzt, sie sind nicht mehr als 30 Stunden pro Woche im Durchschnitt des Lebensmonats beschäftigt.

Einen gesetzlichen Anspruch auf Elternzeit hat jeder, der Vater oder Mutter wird, während er/sie in Voll- oder Teilzeit erwerbstätig ist oder Angehörige pflegt. Der Anspruch gilt von der Geburt bis zum achten Geburtstag des Kindes. Die Elternzeit kann in drei Zeitabschnitten genommen werden, Kündigungen während der Elternzeit sind nicht zulässig. Doch Achtung: Der Kündigungsschutz besteht nicht für die Arbeitsabschnitte zwischen zwei Elternzeiten.

Bianca Lankenau betonte: „Wer sich in eine längere Elternzeit verabschiedet, sollte sich auf jeden Fall ein Zwischenzeugnis ausstellen lassen.“ Egal, wie sehr man im Betrieb geschätzt werde – eine schriftliche Bestätigung gebe Sicherheit, falls es plötzlich doch notwendig werde, sich nach der Elternzeit neu zu bewerben. 

ldu

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