„Wenn es die Bedingungen zulassen...“

Ganztags-Grundschulen: Es wird noch längere Zeit dauern

Thedinghausen - „Wenn die Vorbedingungen es zulassen“, sollen die Grundschulen der Samtgemeinde Thedinghausen zu Ganztagsgrundschulen weiterentwickelt werden. Nur mit dieser Einschränkung „Wenn...“ gab es dazu die fast einstimmige Unterstützung des Schul-, Kultur- und Sportausschuss – bei einer Enthaltung.

Auf jeden Fall wird es noch einige Zeit dauern bis zur ersten Grundschule mit Ganztagsangebot. Das wurde im Verlauf einer längeren Diskussion deutlich, an der auch die vier Grundschulleiterinnen in der Samtgemeinde teilnahmen. In diesem und dem nächsten Jahr wird es demnach wohl noch nichts.

Zur Vorbereitung soll zunächst eine Arbeitsgruppe mit jeweils einem Vertreter oder einer Vertreterin der Ratsparteien, der Grundschulleitungen und der Verwaltung gebildet werden. Auch eine weitere Elternumfrage zum konkreten Bedarf ist geplant. In Riede hatten sich 2015 zwei Drittel der befragten Eltern pro Ganztagsbetrieb ausgesprochen, während in Blender und Morsum der Bedarf als nicht so dringlich eingestuft wurde. Zu Thedinghausen gibt es noch keine Trends. Das Kollegium der Grundschule Riede hatte sich im Gegensatz zu den Eltern mehrheitlich kontra Ganztagsgrundschule geäußert.

Dies gelte aber nur für die aktuelle Situation, in der nichts über Fördermittel oder zusätzliche Stellen zur Ganztagsbetreuung geklärt sei, betonte die Rieder Schulleiterin Hendrikje Gienapp. Auch ihre Schulleitungskolleginnen möchten erst ein genaueres Konzept sehen.

Anlass, über das Modell Ganztags-Grundschule nachzudenken, gebe es ohne Zweifel, erläuterte Hauptamtsleiterin Saine Dörr seitens der Verwaltung. Immer mehr Eltern seien auf die nachschulische Betreuung ihrer Kinder angewiesen. Die Zahl nachgefragter Hortplätze steige daher auch in der Samtgemeinde weiter.

Mehr Hortplätze erforderten mehr Personal. Kosten dafür belasteten nicht nur die Mitgliedsgemeinden, sondern Erzieherinnen und Erzieher zur nachmittägliche Hortbetreuung seien auch immer schwerer zu finden.

Dazu komme das Doppelnutzungsverbot in Niedersachsen. Leer stehende Schulräume dürfen hier nicht zur Schulkinderbetreuung in Anspruch genommen werden, so dass die Kommunen nach anderen Räumlichkeiten suchen müssen. „Ein Ganztagschulbetrieb würde einen Teil dieser Probleme sofort lösen“, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung, und weiter: „Die betroffenen Eltern würden die Gebühren für die Schulkinderbetreuung einsparen, und die Mitgliedsgemeinden wären damit für diese Aufgabe nicht mehr zuständig“.

Auf die Samtgemeinde kämen hingegen neue Kosten etwa im baulichen Bereich, bei der Essensausgabe und auch ihr Anteil an zusätzlichen Personalkosten für Lehrkräfte zu. Die Stadt Verden habe „richtig Geld in die Hand genommen“ bei ihrer Ganztagsgrundschule, wusste die Morsumer Schulleiterin Rita Haase. Von rund einer Million Euro sei die Rede.

Harald Lochte (SPD) war die Qualität des Ganztagsangebots auch wichtig, die Horten oft fehle: „Nur Hausaufgabenbetreuung reicht nicht“.

Angela von Hollen (CDU) forderte Freiwilligkeit. Nur auf Wunsch der Eltern, also nicht verpflichtend sollten Kinder nachmittags die Schuel besuchen.

Kosten-Eckdaten, Förderung, Bedarf, Bauliches und mehr – der vorgesehene Arbeitskreis hat eine Menge vorab zu klären. Ergebnisoffen müsse das geschehen, forderte Thomas Metz (CDU), während der Schulausschussvorsitzende Dieter Mensen (Grüne Liste) grundsätzlich die Bereitschaft zur Weiterentwicklung des Schulwesens einforderte. 

la 

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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