FDP-Kandidat Dieter Tank sorgt sich um Blender

Er bringt Erfahrung aus Weltfirma mit

Der neue FDP-Kommunalwahlkandidat Dieter Tank im blühenden Garten seines Hauses in Blender. - Foto: Laue

Blender - „Blender hat sich in den vergangenen 40 Jahren zurückentwickelt“, stellt der dort geborene und seit 2011 wieder hier wohnende Dieter Tank bedauernd fest. Es gebe nicht mehr die frühere Geschäftsstraße, und speziell für Ältere sei es mittlerweile schwer, in Blender zu wohnen.

Tank möchte dazu beitragen, dass sein Heimatort sich besser präsentiert und auch für Investoren attraktiver wird. Erstmals kandidiert der vor einiger Zeit in die FDP eingetretene 67-Jährige daher für den Gemeinderat und auch für den Samtgemeinderat und Kreistag.

Der jetzige Rentner bringt enorme Erfahrungen aus der Wirtschaft mit. Tank war bei der US-Chemiefirma Dow Chemical als Vice-President weltweit für den Bereich der Produktion von Polyurethan- und Epoxidharzen zuständig. Dow Chemical hat ein großes Werk in Stade, allein in Deutschland rund 5000 Beschäftigte und ist von der Größe weltweit mit dem Konkurrenten BASF vergleichbar.

Der Blenderaner studierte an der Universität Hamburg Chemie und Ingenieurtechnik, arbeitete auch bei VW und stieg 1976 erneut bei „Dow“ ein. Er lernte im Führungsjob viel von der Welt abseits des Tourismus kennen und wohnte mit seiner Familie unter anderem mehrere Jahre in den USA, der Schweiz und zuletzt in Stade.

Der verheiratete Vater von zwei erwachsenen Kindern und mittlerweile doppelte Großvater kehrte wegen seine kranken Mutter zurück in die Heimat und lebt jetzt auch mit seiner Frau im umfassend renovierten, erweiterten und modernisierten Elternhaus, dem früheren Bauernhof mit Blick auf den Blender See.

Für den See-Erhalt setzt er sich in der örtlichen Initiative mit ein. „Es ist nun mal die einzige Attraktion im Ort, die auch Besucher von außerhalb anlockt. Deshalb muss der See weiter funktionieren“, sagt sein Anwohner.

Dies sei aber nicht der Hauptgrund, weshalb er in die Politik gehe. Für Dieter Tank sind Landkreise und Gemeinden mit Unternehmen vergleichbar. Eigentümer seien die Bürger, als deren Vertretung die Gemeinderäte und andere Gremien eine Verwaltung beschäftigen. Die solle Budgets erstellen, um Vorhaben umzusetzen und die Gemeinde weiterzuentwickeln.

Das geschehe aber oft nicht, wie das fehlende Zukunftskonzept für Blender zeige. Es reiche nicht, nur abzuwarten, bis vielleicht jemand wieder ein Geschäft eröffne. Vielmehr müsse möglichen Interessenten aktiv vermittelt werden, warum sich eine Investition in diesem Ort lohnen könne.

Sehr kritisch sieht Dieter Tank die übertriebene Gutachteritis von Verwaltungen, also das Einholen teurer Expertisen von außen zu manchmal immer der gleichen Thematik. Sehr gestört habe ihn etwa die weitgehend kommentarlose Hinnahme eines Gutachtens zum Blender See, in der von über eine Million Euro Sanierungkosten die Rede war. Er habe

schnell herausgefunden, dass dieses Gutachten auf mehreren falschen Annahmen und Zahlen beruhte.

Der FDP-Kandidat will sich außerdem für mehr Öffentlichkeit in Räten und im Kreistag einsetzen. Es werde viel zu viel hinter geschlossenen Türen entschieden. Mit Ausnahme von Personalangelegenheiten gebe es kaum Gründe dafür.

Wenn die Öffentlichkeit häufig ausgeschlossen werde, deute das eher darauf hin, „dass da etwas geschieht, was andere nicht wissen sollen“, oder es sei mangelnde Selbstsicherheit und Verklemmtheit der Akteure im Spiel. Selbst öffentlicher Streit um bestimmte Themen und Lösungen gehöre jedoch zur Demokratie dazu.

„Auch im Unternehmen haben wir uns manchmal richtig gefetzt, aber dann doch abends wieder ein Bier zusammen getrunken“, erinnert sich Tank.

Als sehr interessanter Mann erscheint ihm der niedersächsische FDP-Politiker Gero Hocker aus Achim. Dieser habe ihn maßgeblich davon überzeugt, bei der Wahl für diese Partei anzutreten. 

la

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